„Platz im A-Finale sollte drin sein“

Max Planer hofft auf Olympia-Qualifikation

Der Doppelweltmeister aus Bernburg träumt von einem Start in Tokio. Warum die Konkurrenz auf dem Rotsee in Luzern knallhart ist.

Von Carsten Roloff
Felix Wimberger (von links), Maximilian Planer, Wolf-Niclas Schröder und Paul Gebauer - hier bei der EM in Poznan - kämpfen in Luzern von Samstag bis Montag um die Qualifikation für Olympia.
Felix Wimberger (von links), Maximilian Planer, Wolf-Niclas Schröder und Paul Gebauer - hier bei der EM in Poznan - kämpfen in Luzern von Samstag bis Montag um die Qualifikation für Olympia. Foto: dpa

Bernburg - Christi Himmelfahrt ist ein Feiertag, der im Familienkreis oder bei einer zünftigen Fahrradtour begangen wird. Dabei lassen sich die Männer gern das eine oder andere Bierchen schmecken. Maximilian Planer hat mit seinen Teamkollegen Felix Wimberger (Passau), Wolf-Niclas Schröder und Paul Gebauer (beide Berlin) am Männertag jedoch keine Radtour oder Skatrunde im Kalender stehen, sondern die Abfahrt nach Luzern.

Auf dem Rotsee werden von Samstag bis Montag die letzten beiden verbliebenen Fahrkarten für die Olympischen Spiele in Tokio vergeben, für die im Vierer ohne bereits acht Nationen qualifiziert sind. Die deutsche Crew hat es als Zehnter der Weltmeisterschaft in Linz-Ottensheim im August 2019 im ersten Anlauf nicht geschafft.

„Wir möchten diese letzte Chance unbedingt nutzen. Ich setze alles daran, um mir den Traum von meinem zweiten Olympiastart doch noch zu erfüllen“, sagt Planer und hält an seinem Ziel fest, das er im Frühjahr 2020 nach einem Nierenversagen und dem damit verbundenen Krankenhausaufenthalt fast schon aus den Augen verloren hatte. Doch mit eisernem Willen kämpfte er sich wieder in den A-Kader zurück.

Nach dem sechsten Platz bei der EM 2020 in Posen verlief die Generalprobe für die Olympiaqualifikation jedoch enttäuschend. Bei den europäischen Titelkämpfen in Varese sprang am Wochenende nach Ostern nicht einmal ein Platz im B-Finale heraus.

„Wir haben danach sehr hart trainiert, uns als Team endlich wieder gefunden und mehr Kontinuität in unseren Streckenschlag gebracht“, berichtete der Doppelweltmeister im Achter. Bei einer internen Überprüfung im Trainingslager in Ratzeburg zeigte das Auswahlboot der Konkurrenz im eigenen Land das Kielwasser.

Ich setze alles daran, um mir den Traum von meinem zweiten Olympiastart doch noch zu erfüllen.“

Max Planer, Bernburger Ruderclub

Ob das in Luzern am kommenden Wochenende für einen der beiden ersten Plätze reicht, bleibt abzuwarten. Der EM-Sechste von Varese, Russland, sowie die fünf B-Finalisten Frankreich, Weißrussland, Ukraine, Kroatien und Litauen lagen vor fünf Wochen vor dem DRV-Quartett, dem sowohl im Vor- als auch im Hoffnungslauf jedoch nur ein Wimpernschlag zum Weiterkommen fehlte.

Allerdings sind auch die Österreicher, die auf die EM verzichteten, sowie Kanada und Südafrika sehr starke Gegner. Die Vorläufe steigen am Samstag, die Halbfinals ab 11.15 Uhr am Sonntag und das Finale am 17. Mai, 10.50 Uhr.

„Ein Platz im A-Finale sollte drin sein, obwohl die Boote sehr eng beieinander liegen. Im entscheidenden Lauf am Montag wird dann die Tagesform entscheiden“, so Maximilian Planer, dessen Familie und Freundeskreis ganz fest die Daumen drückt. Sollte der Bernburger mit seiner Crew das Tokio-Ticket lösen, wird der Männertag in Luzern zumindest teilweise nachgeholt. (mz)