Bundesvorrunde „Jugend debattiert“

Immer schlagfertig und redegewandt

Johannine Wengorz und Hannah Henning Gymnasiastinnen aus Bernburg haben sich für qualifiziert.

Von Carsten Roloff
Hannah Henning (links) und Johannine Wengorz sind schlagfertig und können ihre Aussagen sehr gut begründen. Foto: carsten roloff

Bernburg - Johannine Wengorz und Hannah Henning haben sich diesen Termin ganz dick im Kalender angestrichen. Vom 17. bis zum 20. Juni nehmen die beiden Schülerinnen des Bernburger Carolinum-Gymnasiums an der Vorrunde zum Bundesfinale „Jugend debattiert“ teil, die ursprünglich in Berlin steigen sollte, nun aber wegen der Corona-Pandemie virtuell stattfindet. Zehntklässlerin Johannine Wengorz als Erste (Altersklasse 2, Klassen zehn bis zwölf) und Hannah Henning aus der neunten Klasse als Zweite der Altersklasse 1 (8./9.) hatten sich beim ebenfalls virtuell ausgetragenen Landeswettbewerb von Sachsen-Anhalt am 19. April dafür qualifiziert. Im Juni treffen die beiden Saalestädterinnen nun auf die besten Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland.

„Da behalte ich mit meinen Argumenten zumeist die Oberhand“

„Vor mehr als fünf Jahren konnte einer unserer Schüler sich das letzte Mal für die Endrunde auf Bundesebene qualifizieren. Jetzt sind wir sogar doppelt vertreten“, erzählt Sozialkunde-Lehrerin Christiane Eckert, die auch eine kleine Aktie am Erfolg hat. Die Pädagogin hatte anhand ihrer im Unterricht gesammelten Erfahrungen Hannah Henning für diesen Wettbewerb ausgewählt und lag damit goldrichtig, wie der zweite Platz der Debütantin zeigt. Johannine Wengorz hatte dagegen im vergangenen Jahr schon Erfahrungen gesammelt und stand im Landesfinale, das wegen Corona jedoch abgesagt wurde.

Sie interessiert sich wie Hannah Henning brennend für aktuelle Themen und führt aber auch gern alltägliche Debatten mit Eltern oder im Freundeskreis. „Da behalte ich mit meinen Argumenten zumeist die Oberhand“, sagt die Zehntklässlerin, die nach dem Abitur ein Medizinstudium aufnehmen möchte.

Neben Schlagfertigkeit und Redegewandtheit ist ein profundes Allgemeinwissen eine wichtige Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden bei diesem Wettbewerb. Die Teilnehmer am Landesfinale hatten zwei Wochen Zeit, sich auf drei spezielle Fragen vorzubereiten und mussten dafür sowohl eine Pro- als auch eine Kontraversion aufbauen. Während Johannine Wengorz im Finale zum Thema „Soll die Reichskriegsflagge verboten werden?“ nach der Auslosung die Kontra-Position beziehen musste, durfte Hannah Henning passende Argumente für eine „verpflichtende Coronaschutzimpfung beim Vorhandensein von genügend Impfstoff“ in der Debatte vertreten.

Fragen sollen brisant und aktuell sein

„Bei der Vorbereitung haben wir Internet, Zeitung, Radio, Fernsehen und natürlich auch den im Unterricht vermittelten Stoff genutzt“, sagt Hannah Henning und Johannine Wengorz ergänzt: „Wichtig war auch herauszuarbeiten, weshalb gerade diese gestellte Frage so brisant und aktuell ist.“ Zwischen der zweiminütigen Eröffnungs- und der 60 Sekunden dauernden Schlussrede stand eine zwölfminütige freie Aussprache zwischen jeweils zwei Pro- und zwei Kontravertretern. Dabei ging es sehr fair zu. Niemand ist dem anderen ins Wort gefallen.

„In dieser Hinsicht könnten sich die Gäste der Polit-Talks im Fernsehen von den jungen Leuten eine Scheibe abschneiden“, so Christiane Eckert, die darauf hofft, dass ihre beiden Schülerinnen auch die Jury beim Bundeswettbewerb mit Wissen und Argumenten überzeugen können. (mz)