Hochschule Anhalt

Hochschule Anhalt: Werbung um Gäste im Web

Bernburg/Jerusalem - Wohl kaum eine andere Stadt auf der Welt ist so geprägt von politischen und religiösen Spannungen wie Jerusalem. Zugleich ist es aber auch eine Stadt, in der sich ganz unterschiedliche Kulturen vermischen. Davon konnten sich auch 26 Studenten der Hochschule Anhalt überzeugen, die Ende Februar/Anfang März im Rahmen eines Intensiv-Seminars nach Israel reisten. Es war noch vor Corona, als das Reisen noch erlaubt ...

Von Susanne Schlaikier

Wohl kaum eine andere Stadt auf der Welt ist so geprägt von politischen und religiösen Spannungen wie Jerusalem. Zugleich ist es aber auch eine Stadt, in der sich ganz unterschiedliche Kulturen vermischen. Davon konnten sich auch 26 Studenten der Hochschule Anhalt überzeugen, die Ende Februar/Anfang März im Rahmen eines Intensiv-Seminars nach Israel reisten. Es war noch vor Corona, als das Reisen noch erlaubt war.

Digital fortschrittliche Länder waren vorallem Ziele

Doch die Master-Studenten der Online-Kommunikation waren in erster Linie nicht aus touristischen Gründen nach Jerusalem gereist, sondern um dort zu arbeiten. „Damit sind wir einer Tradition gefolgt“, sagt Prof. Daniel Michelis, der die Studenten begleitet hat. Denn in der Vergangenheit haben sich die „MOK“-Studenten immer wieder Ziele in digital fortschrittlichen Ländern herausgesucht, um dort vor Ort zu arbeiten.

Vor zwei Jahren etwa waren zwölf Studenten und zwei Lehrkräfte auf Bali in Indonesien, um dort die Arbeitsweise von digitalen Nomaden zu erforschen. Israel sei reizvoll, weil es dort viele Start-ups gebe, es würden viele neue Technologien entwickelt, erläutert Michelis.

Deutsche Siedlung mit einem Hostel und einem Café

In diesem Fall führte der Weg der Studenten auf den Ölberg, einer Erhöhung östlich des Tempelberges und der Altstadt. Von dort oben habe man einen beeindruckenden Blick auf die Al-Aqsa-Moschee und das Tote Meer, erzählt Michelis.

Und dort gebe es auch ein German Compound, also eine deutsche Siedlung mit einem Hostel und einem Café, das von Freiwilligen (Volunteers) aus Deutschland betrieben wird.

Befragungen vor Ort auch bei Passanten

Die Studenten sollten nun ein digitales Konzept entwickeln, das den Aufenthalt in dieser Gegend zu einem schönen Erlebnis werden lässt: Vom Ankommen bis zum Dasein. Hierfür haben sie zunächst einmal mit den Betreibern des Hostels und den Mitarbeitern des Coworking-Space, aber auch einfach mit Passanten gesprochen. Bei der Entwicklung des Konzeptes haben sich die Studenten am so genannten 5-E-Modell für Experience Design orientiert, das in Dänemark entwickelt wurde.

Dabei geht es unter anderem darum, erst einmal die Vorfreude der Nutzer zu wecken. Dann um den ersten Eindruck, den der Nutzer beim Öffnen der Website erhält. Weiter geht es um die Interaktion mit der Website und deren Inhalten (Engagement), um den Ausgang (Exit) und wie der Aufenthalt auf der Seite verlängert werden kann, etwa mit Videos (Extension).

Gut zu tun beim einwöchigen Aufenthalt

Die Studenten hatten also während ihres gut einwöchigen Aufenthaltes gut zu tun, waren etwa acht Stunden täglich mit ihrer Aufgabe befasst. Daneben gab es aber auch Gelegenheit, ein bisschen Sightseeing zu machen. So habe es eine Führung durch die Altstadt Jerusalems gegeben, erzählt Daniel Michelis. Und einmal seien sie abends von den Volunteers zum Essen ausgeführt worden.

Die Exkursionen in andere Länder seien deshalb für die MOK-Studenten wichtig, weil sie sich hier „konzentriert mit einem Thema auseinandersetzen“, erläutert Daniel Michelis. Sie hätten sich die Möglichkeit, ihr Wissen anhand von realen Problemen anzuwenden. Und daher seien solche Exkursionen auch in Zukunft wichtig. Noch sei zwar nicht absehbar, wann das wieder möglich ist. Aber für Michelis machen diese Anwendungen in der Praxis einen Teil des Studiums aus.

Durch das Zusammenarbeiten untereinander, aber auch das Erleben der anderen Kulturen, würde eine „Community“ entstehen, die es sonst nicht geben würde. Indes sieht er die aktuelle Situation, in der vorrangig über Videokonferenzen miteinander kommuniziert wird - auch die Abschluss-Präsentation der Reise war nur auf diese Weise möglich -, auch als Herausforderung für die Studenten. Sie könnten trotzdem voneinander lernen, müssten sich aber vorab genau überlegen, wie sie ihre Kommilitonen erreichen.

****************************************************

Über die Reise nach Jerusalem und worum es sonst im Studiengang „Online-Kommunikation“ geht, können sich Interessierte am Samstag auch zum Virtuellen Hochschulinformationstag von 10 bis 15 Uhr informieren. (mz)