Hochschule Anhalt

Hochschule Anhalt: Ideen für einen besonderen Schaugarten

Strenzfeld - Normalerweise wären Annika Maria Rabe, Julia Schleicher, Marie Christin Schober und Lukas Baumgärtel wohl schon in Bad Dürrenberg (Saalekreis) gewesen. Um sich ein Bild von der Stadt zu machen, in der in zwei Jahren die Landesgartenschau (Laga) stattfinden soll. Denn die vier Studenten der Hochschule Anhalt in Bernburg gestalten einen ...

Von Susanne Schlaikier 16.06.2020, 09:56

Normalerweise wären Annika Maria Rabe, Julia Schleicher, Marie Christin Schober und Lukas Baumgärtel wohl schon in Bad Dürrenberg (Saalekreis) gewesen. Um sich ein Bild von der Stadt zu machen, in der in zwei Jahren die Landesgartenschau (Laga) stattfinden soll. Denn die vier Studenten der Hochschule Anhalt in Bernburg gestalten einen Schaugarten.

Doch wegen der Corona-Beschränkungen haben sich die vier Studenten erstmal hauptsächlich im Internet über den Laga-Ort informieren können. Mit den Planungen für den Schaugarten haben sie dennoch Anfang April begonnen. Was der Studiengang Landschaftsarchitektur und Umweltplanung überdies zu bieten hat, darüber können Interessierte am Hochschulinformationstag (HIT) am Samstag, 20. Juni, der erstmals ausschließlich digital stattfindet, mehr erfahren.

„In Bad Dürrenberg setzen wir eine Tradition fort“

„Wir waren schon auf mehreren Gartenschauen dabei, das erste Mal in Wernigerode vor 14 Jahren. Dort haben wir auch den langjährigen Laga-Chef Frank Schröder kennengelernt, der leider inzwischen verstorben ist“, sagt René Krug, Mitarbeiter der Hochschule. Mit Schröder habe es immer eine gute Zusammenarbeit gegeben. Ebenso mit dem Verband für Garten- und Landschaftsbau in Sachsen-Anhalt. „In Bad Dürrenberg setzen wir eine Tradition fort“, so Krug.

Allerdings seien die Rahmenbedingungen etwas anders als bisher. Denn nicht nur die Information über die Bedingungen vor Ort holen sich die beteiligten Studenten vorrangig im Internet. Auch der Austausch untereinander findet hauptsächlich auf digitalem Wege statt.

Dennoch haben die vier Studenten schon Ergebnisse vorzuweisen. Zunächst hätten sie Ideen gesammelt, erzählt die 20-jährige Marie Schober. Man habe sich mit der Geschichte Bad Dürrenbergs beschäftigt, sich mit Trends im Gartenbau auseinandergesetzt und Gedanken mit Nutzergruppen gemacht. Diese Ideen habe man in einer „Mindmap“, also einer Gedankenkarte, zusammengefasst.

Fund einer Schamanin für einen Schaugarten aufgreifen

Danach sind sie und ihre Kommilitonen einen Schritt weiter gegangen und haben sich überlegt, wie man diese Aspekte in der Gestaltung vor Ort einfließen lassen kann. So habe man in Bad Dürrenberg vor beinahe 100 Jahren die Überreste einer Schamanin gefunden, erzählt Marie Schober. Dies könnte man bei einem Schaugarten mit aufgreifen. Oder aber die Verbindung des Schriftstellers und Philosophen Georg Philipp Friedrich von Hardenberg (Novalis) zu Bad Dürrenberg.

Wie groß die Fläche sein wird, die der Hochschule zur Verfügung stehen wird, kann René Krug nicht sagen. In der Vergangenheit seien es immer zwischen 100 und 120 Quadratmeter gewesen. „Das ist aber auch immer eine Frage des Budgets“, erklärt er. Auch auf bestimmte Pflanzen habe man sich noch nicht festgelegt. „Wir haben aber schon einige herausgesucht, die in Frage kommen könnten“, erzählt Student Lukas Baumgärtel.

Aber auch wenn bisher vieles etwas anders läuft als in der Vergangenheit gewohnt, so gibt es doch einen gewissen Ablaufplan, an dem festgehalten werden soll. In nächster Zeit soll ein Vorentwurf von den Studenten gestaltet werden. Auch Zusammenkünfte der Studenten mit den Gartenbau-Betrieben sind geplant. Spätestens im nächsten Jahr sollen dann die „temporären Maßnahmen gebaut werden“, erläutert Krug das weitere Vorgehen. „Und wir hoffen natürlich, dass die jetzigen Studenten bei der Bauausführung mithelfen können.“

Ein zweiter Schaugarten ist auch geplant

Ein zweiter Schaugarten soll überdies von der Hochschule selbst, unter Federführung von Ilka Ballerstein gestaltet werden. Diese aber hält sich noch bedeckt, in welche Richtung es gehen soll. Man werde erst vor Ort sehen, „ob wir das umsetzen können, was wir uns vorstellen“, sagt Ballerstein nur. Für die Studenten jedenfalls ist die Mitarbeit aus vielerlei Hinsicht reizvoll. „Ich wollte Praxis-Erfahrung sammeln“, sagt Marie Schober. Sie habe sehen wollen, wie die Zusammenarbeit mit den Gartenbau-Betrieben funktioniert. „Und man hat die Chance etwas zu entwerfen, was sich auch Leute anschauen.“

René Krug weiß aus Erfahrung, dass dieses Projekt immer „eine gute Motivation für die Studenten ist“. Es gebe oft viel kreativen Output. (mz)