Gastronomie in Bernburg

Gastronomie in Bernburg: Am Karlsplatz gibt es ein neues Eiscafé

Bernburg - Mit einem freundlichen „Pronto!“ wird man seit dem 11. Juli im Haus am Karlsplatz 27 begrüßt. Was Deutsche gerne als eine Aufforderung zur Schnelligkeit verstehen, ist die italienische Art, „Hallo“ zu sagen. Nicht auf die Schnelle, sondern mit Ruhe einen schönen Kaffee trinken oder ein selbstgemachtes italienisches Eis essen. Das ist, was sich Besitzer Enio de Bona in seinem Eiscafé „Venezia“ für seine Besucher ...

Von Diana Serbe 21.07.2017, 08:26

Mit einem freundlichen „Pronto!“ wird man seit dem 11. Juli im Haus am Karlsplatz 27 begrüßt. Was Deutsche gerne als eine Aufforderung zur Schnelligkeit verstehen, ist die italienische Art, „Hallo“ zu sagen. Nicht auf die Schnelle, sondern mit Ruhe einen schönen Kaffee trinken oder ein selbstgemachtes italienisches Eis essen. Das ist, was sich Besitzer Enio de Bona in seinem Eiscafé „Venezia“ für seine Besucher vorstellt.

Bekannt durch Köthener Filiale

Wo in Bernburg einst Wurstwaren verkauft wurden, hat sich der Italiener seit wenigen Tagen niedergelassen. Seine Köstlichkeiten haben bereits eine Erfolgsgeschichte, denn in Köthen führt der 53-Jährige schon seit 1995 ein Eiscafé mit Pizzeria, das insgesamt 400 Quadratmeter umfasst. Viele Bernburger kämen schon jahrelang dorthin und hätten ihn deshalb gleich wiedererkannt.

Dabei war die Entdeckung des Ladengeschäfts im Bernburger Zentrum purer Zufall. „Wir sind im vergangenen Mai abends durch Bernburg spaziert“, sagt er. „Bis dahin war ich schon mehr als zehn Jahre nicht mehr hier und erstaunt, wie viel sich verändert hat.“ Innerhalb von zwei Monaten hat er die bis dahin leerstehenden 75 Quadratmeter Ladenfläche eingerichtet und die Möbel nach Maß in Italien anfertigen lassen. Dies sei auch der Grund gewesen, warum die Eröffnung um eine Woche verschoben werden musste. Feines Holz und Marmor wurden hier verarbeitet, alles passend für den Laden zugeschnitten.

Eisherstellung ist Familientradition

Ab 7 Uhr morgens steht Enio de Bona an manchen Tagen schon in der Küche und stellt das Eis für seinen Laden her. Rund 40 Sorten hat er derzeit im Angebot. Die Klassiker Schoko, Vanille und Erdbeere gebe es immer, für den Rest ließe er sich inspirieren. Von Bekannten, die selbst eine Filiale haben oder von der jährlichen Eis-Messe im italienischen Longarone. So entstehen auch mal Kreationen wie eine „Kinder-Riegel-Tüte“.

Das Eiscafé ist täglich ab 9.30 Uhr geöffnet, über die genauen Schließzeiten will er in den kommenden Monaten entscheiden. „Viele Kunden sind froh, in Bernburg auch endlich noch nach 18 Uhr Eis zu bekommen“, erzählt de Bona. Bis 21 Uhr etwa möchte er seinen Laden öffnen. Zusammen mit seinem Schwager Paolo Burigo wird er dann die Gäste empfangen.

Die Herstellung hat Tradition bei den de Bonas. Schon seine Eltern hatten einen eigenen Laden, nachdem sie 1959 ins westfälische Münster gekommen sind. Dort haben er und seine Schwester Nada, die den Laden in Köthen führt, das Handwerk von Kindesbeinen an gelernt. Enio de Bonas Ehefrau lebt noch in seiner venezianischen Heimat, wo seine beiden zehn und zwölf Jahre alten Kinder zur Schule gehen. In den dreimonatigen Sommerferien besuchen sie ihren Vater in Deutschland. Trotz seiner langen Arbeitstage nutzt er jede freie Minute, um seine Kinder zu sehen - wenn nicht persönlich, dann per Videotelefonat. (mz)