Tourismus

Caravan-Tourismus im Raum Bernburg: Stadt plant mehr Parkplätze für Wohnmobile

Bernburg - Die Stadtverwaltung Bernburg reagiert auf den Wohnmobil-Boom und will in naher Zukunft deutlich mehr Stellplätze ausweisen als bisher. Damit soll der Tourismus angekurbelt werden. Das Planungsamt hat nun einen Konzeptentwurf vorgelegt, in dem insgesamt 23 geeignete Standorte identifiziert worden ...

Von Torsten Adam

Die Stadtverwaltung Bernburg reagiert auf den Wohnmobil-Boom und will in naher Zukunft deutlich mehr Stellplätze ausweisen als bisher. Damit soll der Tourismus angekurbelt werden. Das Planungsamt hat nun einen Konzeptentwurf vorgelegt, in dem insgesamt 23 geeignete Standorte identifiziert worden sind.

Bundesweit ist in den vergangenen Jahren ein kontinuierlicher Anstieg von Reisen mit dem Wohnmobil zu verzeichnen. „Als ausgeprägte Individualisten suchen die Urlauber mit ihren Wohnmobilen dabei Ziele oft abseits der ausgetretenen Pfade und bevorzugen vielfach gegenüber traditionellen Campinganlagen alternative Stellplätze“, heißt es in dem 46-seitigen Papier.

Diese Angebote sollen nun geschaffen werden, auch weil das Klientel ein Wirtschaftsfaktor ist. Laut einer Studie der Universität München gibt jeder Wohnmobilreisende vor Ort im Durchschnitt rund 50 Euro am Tag aus. Statistisch gesehen sind das fast 8000 Euro pro Stellplatz im Jahr.

Laut Straßenverkehrsordnung können Caravan-Touristen zwar auf nicht extra für sie ausgewiesenen Parkplätzen einmalig übernachten. Aber schon eine zweite Nacht mit dem Wohnmobil am selben Standort wäre nicht erlaubt und genehmigungspflichtig.

Zurzeit können Wohnmobile auf dem Campingplatz und an der Bärstraße parken

Aktuell gibt es in Bernburg neben dem Campingplatz ein zweites offizielles Angebot: Auf dem neu angelegten Parkplatz an der Bärstraße unterhalb des Schlosses sind zwei Wohnmobil-Stellplätze ausgewiesen, beide ohne Ver- und Entsorgungseinrichtungen. In unmittelbarer Nachbarschaft sollen bald auf der Grünfläche zwischen Bornstraße und Töpferwiese weitere sechs bis sieben Parkplätze geschaffen werden.

Die dortigen Spielgeräte würden in den Nahbereich verlegt, heißt es. An dieser Stelle sollen Nutzer die Versorgung mit Trinkwasser und die Entsorgung ihres Abwassers mit Bootsverleih-Inhaber Boris Funda vertraglich regeln.

Ein vierter bereits ins Visier genommener Standort ist der Weinberg. Nach dem teilweisen Rückbau des dortigen Garagenkomplexes soll ein Transitreiseplatz ohne jeglichen Komfort ausgeschildert werden.

19 der 23 weiteren untersuchten Standorte wurde eine sehr gute Eignung attestiert. Kriterien der Analyse waren unter anderem die dauerhafte Zufahrt übers öffentliche Straßennetz, Nähe zum Stadtzentrum, zu Sehenswürdigkeiten oder zur Natur, Flächenverfügbarkeit sowie Anbindung an den ÖPNV bzw. an Rad-, Wasser- und Wanderwege. (mz)