Aufräumaktion

Aufräumaktion: Jäger sammeln Müll zwischen Zepzig und Dröbelschen Busch auf

Bernburg - Am Ende sind es über 350 Kilogramm Müll, die die Jäger und Naturfreunde des Hegeringes Bernburg in der Landschaft zwischen Zepzig und dem Dröbelschen Busch eingesammelt haben. Und viel Fingerarbeit war notwendig, um der üblichen Verdächtigen habhaft zu werden.

Von Detlef Valtink 05.05.2016, 14:32

Am Ende sind es über 350 Kilogramm Müll, die die Jäger und Naturfreunde des Hegeringes Bernburg in der Landschaft zwischen Zepzig und dem Dröbelschen Busch eingesammelt haben. Und viel Fingerarbeit war notwendig, um der üblichen Verdächtigen habhaft zu werden.

Auch Grünschnitt, Gras und Laub, von denen sich Gartenbesitzer trennen wollen, sind in erster Linie zunächst einmal im rechtlichen Sinne Abfall. Dieser darf weder im Wald noch in der freien Natur oder wieder auf anderen Grünflächen entsorgt werden. Die häufig anzutreffende Meinung, dass der Natur dadurch kein Schaden entstehen würde, ist nicht zutreffend. Auch nicht die Annahme, dass es kein Problem darstelle, da es sich um verrottbares Material handelt. Viele Menschen wissen auch nicht, dass es sich dabei um kein Kavaliersdelikt handelt, da diese Art der Entsorgung illegal ist. In Verordnungen ist festgelegt, dass Grünschnittabfälle ordnungsgemäß zu entsorgen sind. Pflanzliche Abfälle sind entweder - wie der übrige Müll - dem öffentlichen Entsorgungsträger zu überlassen oder können im eigenen Garten kompostiert werden. Warum ist das so? Wald- und Grünflächen der freien Natur sind in der Regel eine gut abgestimmte Lebensgemeinschaft. Andere Komponenten verändern das Nährstoffangebot und stören die Ökosysteme.

„Es ist nicht schön, mit anzusehen, wie achtlos mit der Natur umgegangen wird“, ärgert sich Siegfried Kamprath darüber, dass nun schon seit mehreren Jahren bei der Aufräumaktion jede Menge Papier, Folie, Büchsen und immer wieder Bauschutt zusammengetragen und abtransportiert werden muss. Der Bernburger Hegeringleiter hat die Hoffnung schon aufgegeben, dass sich daran irgendwann noch einmal was ändert.

Er geht davon aus, dass die Jägerschaft sich auch im nächsten Jahr wieder am Umwelttag des Landkreises beteiligen wird. Wahrscheinlich wieder ein wenig zeitversetzt, um so viele Helfer wie möglich zu engagieren. „Wir legen den Termin immer so, dass etliche Hände zusammenkommen“, weiß Siegfried Kamprath, der für seine Jägerschaft auch schon Lob für das Tun einheimsen konnte.

So werden sich zufällig ergebene Gespräche auch gern dafür genutzt, um über das Wirken der Jäger aufzuklären. Verhindert werden konnte damit bisher aber nicht, dass der Anteil an Glasscherben am Sammelgut nicht weniger wird. Wildtiere, aber auch die Hunde von Spaziergängern sind dadurch Gefahren ausgesetzt, die im schlimmsten Fall tragisch enden können. Während Hunde zum Tierarzt gebracht werden können, müssen Wildtiere mit ihren Verletzungen ohne fremde Hilfe klarkommen.

Wildtiere haben kaum eine Chance

Ebenfalls tödlich ist es, wenn auslaufende Säuren aus Autobatterien von Tieren aufgeleckt werden. Für Füchse, Igel oder Mäuse sind offene Lebensmittel- und Getränkedosen ein Anziehungspunkt und verleiten sie dazu, ihre Schnauzen in den Abfall hineinzustecken. Die Folge kann der Erstickungstod sein, wenn es ihnen nicht gelingt, sich selbst zu befreien.

Nicht selten geraten auch Vögel durch Plastikschnüre in Not, wenn sich der Abfall um Beine und Füße wickelt. Die so abgeschnürten Extremitäten verursachen heftige Schmerzen und sterben langsam ab. Zu den Gefahrenquellen gehören auch Plastikhüllen von Zigarettenschachteln und Boxen von Süßigkeiten. Vögel bauen dort gern mal ihre Nester hinein und sorgen unfreiwillig dafür, dass das Regenwasser nicht mehr abfließen kann, und die Brut ertrinkt.

Neue Transportsäcke nötig

In und um Bernburg sind solche Vorfälle eine Ausnahme. Auch weil die Jägerschaft regelmäßig für Ordnung sorgt. Und man werde es auch weiterhin mit größter Aufmerksamkeit betreiben, kündigt Kamprath an.

Für den nächsten Einsatz hofft er dann, dass die vom Landkreis zur Verfügung gestellten Transportsäcke eine Nummer stabiler ausfallen. Für den Normalfall seien diese völlig in Ordnung, aber wenn man durch Hecken oder Dornengestrüpp krieche, sei die Reißfestigkeit der Säcke ein entscheidendes Kriterium. (mz)