Geschichte

Auf Spuren des Stadtgottesackers von Bernburg

Unter dem Motto „Sein&Schein“ öffnen am Sonntag viele Denkmale, darunter der Stadtpark.

Von Susanne Schlaikier
Olaf Böhlk, Joachim Hennecke und Joachim Grossert  (von links) haben 30 Stationen auf dem ehemaligen Stadtgottesacker - dem heutigen Stadtpark - vorbereitet, an denen sie über frühere Grabanlagen informieren.
Olaf Böhlk, Joachim Hennecke und Joachim Grossert (von links) haben 30 Stationen auf dem ehemaligen Stadtgottesacker - dem heutigen Stadtpark - vorbereitet, an denen sie über frühere Grabanlagen informieren. Foto: Engelbert Pülicher

Bernburg/MZ - Sein oder Schein? Das können die Besucher zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, vielerorts selbst herausfinden.

Auch im Altkreis Bernburg öffnen viele, zum Teil nicht zugängliche Denkmale. „Sein&Schein“ ist denn auch das Motto des diesjährigen deutschlandweiten Denkmaltages in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege. Öffentlich zugänglich ist zwar der Bernburger Stadtpark immer. Dennoch wird er sich zum Denkmaltag den Besuchern anders als sonst präsentieren.

„Wenn ein öffentlich zugänglicher Park geöffnet wird, klingt das zunächst widersinnig“, weiß auch Geschichtsexperte Joachim Grossert. Der Titel „Auf den Spuren des Stadtgottesackers“ sei aber bewusst gewählt, weil der Zugang zur ursprünglichen und jahrhundertelangen Nutzung als Friedhof „eröffnet“ werden soll. „Hierzu bieten wir - Olaf Böhlk, Joachim Hennecke und ich – einen Rundgang mit 30 Stationen an, an denen laminierte historische Fotos von Grabanlagen an authentischen Orten am Wegesrand und Erklärungen von noch vorhandenen Grabmalen gezeigt werden.“

Texte können per QR-Code abgerufen werden

An den beiden zum Denkmaltag geöffneten Objekten Kulturstiftung (Friedrichstraße 24) und Lohelandgarten sind Handreichungen mit erläuternden Texten erhältlich. Diese können aber auch per Handy und QR-Codes direkt an den Stationen digital abgerufen werden. Die Fotos sind von 10 bis 18 Uhr an den Stationen installiert. Führungen ab dem Schriftzug „Alte Bibel“ gibt es 10 Uhr durch Joachim Grossert und 15 Uhr durch Joachim Hennecke. Überdies wird der neue Eigentümer des Lohelandhauses Stefan Giese-Rehm über die Geschichte des Hauses und den Stand der derzeitigen Pläne berichten (14 bis 17 Uhr).

Ein weiterer Höhepunkt in Bernburg dürfte die Führung um 14 und um 16 Uhr durch das Alte und Krumme Haus sowie den Blauen Turm vom Schloss Museum Bernburg sein, das derzeit noch Baustelle ist. Ebenso sehenswert dürfte die inzwischen abgeschlossene Sanierung der Kaiserlichen Post - erbaut 1884 im Stil der Neorenaissance - zum modernen Ärztehaus (14 bis 16 Uhr) wie auch durch das Kurhaus (14 und 16 Uhr) sein, dessen Erneuerung noch aussteht. Daneben haben auch wieder zahlreiche Kirchen in Bernburg und Umgebung geöffnet. Immer wieder sehenenswert ist die Fürstengruft in der Schlosskirche St. Aegidien.

Diese Denkmale haben - soweit bekannt - geöffnet, in Bernburg

Bürgerhaus, Annenstraße 23, von 14 bis 16 Uhr; Kirche St. Marien, Breite Straße, 11 bis 18 Uhr; Kirche St. Stephani in Waldau, 11 bis 18 Uhr; Schlosskirche St. Aegidien, 11 bis 15 Uhr; katholische Kirche St. Bonifatius, Theaterstraße, 11 bis 12 Uhr; katholische Kirche St. Nicolai, Breite Straße, 14 bis 16 Uhr; Martinskirche, 11 bis 13 Uhr; Carl-Maria-von-Weber-Theater, 14 bis 16 Uhr; Kirche St. Nikolai in Baalberge, 14 bis 16 Uhr; Kirche St. Cyriakus in Poley, 14 bis 16 Uhr; Kirche St. Paul in Aderstedt, 15 bis 17 Uhr; Kirche St. Georg in Plötzkau, 15 bis 17 Uhr; Kirche St. Bonifatius in Großwirschleben, 15 bis 17 Uhr; Kirche St. Petri in Gröna, 15 bis 17 Uhr; Schafstall in Grimschleben, 14 bis 16 Uhr; Wasserturm in Alsleben auf dem Kringel (mit neuer Ausstellung), 14 bis 17 Uhr.