Handball 3. Liga

Anhalt Bernburg zieht bei den Youngstern des SC Magdeburg den Kürzeren

Warum lautstarke Fans und eine Vertragsverlängerung nicht für einen Sieg ausgereicht haben.

Von Detlef Liedmann 22.11.2021, 09:55
Bernburgs Niklas Friedrich (links) hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Hier liefert er sich einen Zweikampf mit Luka Baumgart.
Bernburgs Niklas Friedrich (links) hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Hier liefert er sich einen Zweikampf mit Luka Baumgart. Foto: Michael Täger

Magdeburg/MZ - „Von der Lautstärke her waren wir klar besser“, so Martin Rottstegge. Er war einer von geschätzt 100 Bernburger Fans unter den 326 Zuschauern in der Magdeburger Hermann-Gieseler-Halle. Genützt hat es nichts am Freitagabend. Genauso wenig, wie die Stunden zuvor bekanntgegebene Vertragsverlängerung von Niklas Friedrich, Spitzname Fichte.

Der Kapitän bleibt für zwei weitere Jahre bei Anhalt Bernburg. Das Drittligaspiel gegen die Zweite des SC Magdeburg ging aber trotzdem mit 32:35 verloren. „Am Ende waren es Kleinigkeiten, die den Ausschlag gegeben haben. Wir können niemand einen Vorwurf machen“, so Bernburgs Teambetreuer Marco Mansfeld. Die Youngster des SCM stünden nicht von ungefähr auf Platz zwei der Tabelle.

Einige Handballer von Anhalt haben dort übrigens in der Vergangenheit auch gespielt. Und das könnte der Knackpunkt gewesen sein. „Vielleicht war der ein oder andere in der Schlussphase übermotiviert.“

„Am Ende waren es Kleinigkeiten, die den Ausschlag gegeben haben. Wir können niemand einen Vorwurf machen.“

,Marco Mansfeld, Teambetreuer bei Anhalt Bernburg

Denn nach 47 Minuten führte Anhalt noch 26:25, um dann 27:29 in Rückstand zu geraten und den durch Treffer des zwölffachen Torschützen Mislav Grgic sowie Ante Simic nur noch einmal ausgleichen zu können (29:29, 53.). Als aber Anhalt durch eine Zeitstrafe gegen Nico Richter (58.) in Unterzahl geriet, nutzen die Landeshauptstädter es gnadenlos aus.

Dabei war das Spiel von Beginn an durchweg eng und von hohem Tempo geprägt. Mittlerweile sind die Saalestädter nämlich körperlich in einem Topzustand. Freilich war die schnelle Führung (2:0 durch Ggric und Richter) nur von kurzer Dauer.

Peu-a-peu wandelten die Magdeburger das Ergebnis in ein 4:2. Auch, weil Richter schon nach zwei Minuten mit seiner ersten Zeitstrafe bedacht und Grgic verwarnt wurde. So liefen die Bernburger bis zur zehnten Minute einem Rückstand (5:7) hinterher, ehe Grgic, Richter und Julian Schulze auf 8:7 stellten (11.). Die Führung hielt bis zur 20. Minute, ehe die Hausherren, auch begünstigt durch eine Zeitstrafe gegen Grgic, das Spiel wieder drehten.

Ein Derby eben, mit allem, was man davon erwartet. Gleichwohl schätzte Bernburgs Fans Rottstegge die Schiedsrichter Janis Brandt und Hendrik Thies als „sehr unerfahren“ ein. Bei allem Lokalpatriotismus bekannte er aber: „Wir sind selbst schuld. Es waren da ein paar Fehler zu viel in der Schlussphase.“

Bernburg steht auf Platz fünf, was am Ende der Vorrunde Klassenerhalt bedeutent

So nützte es auch nichts, dass Magdeburgs Oskar Schöll zwei Siebenmeter nicht im Gehäuse von Florian Link unterbringen konnte. Gefährlich ist die zweite Niederlage in Folge erst einmal nicht für die Bernburger, die sich unmittelbar vor dem Spiel noch einmal einem Coronatest unterzogen haben.

Sie stehen aktuell auf Platz fünf, was am Ende der Vorrunde direkt den Klassenerhalt bedeuten würde. Die Gefahr lauert woanders. „Wir machen alles, um Corona fern zu halten, ehrenamtlich und sitzen jeden Dienstag ein paar Stunden zusammen, um Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen zu besprechen“, so Mansfeld zum Aufwand für Training und Spielbetrieb.

Hundert Prozent Sicherheit könne es aber in der gegenwärtigen Situation nicht geben. Wie es im Sport weitergeht, könne im Moment niemand sagen. Das wäre Kaffeesatzleserei. „Da müssen wir einfach abwarten“, sagt Mansfeld.

Bernburg: Link - Novakovic, Simic (2), Friedrich (4), Klimaschewski, Schulze (1), Grafenhorst, Kolak (2), Gehlert, Krömke (1), Grgic (12), Makowiejew, Richter (10/6), Kuhl