Als Mönch auf Luthers Spuren

bernburg/MZ. - Hape Kerkeling machte mit seinem Buch "Ich bin dann mal weg" Pilgern auf dem Jakobsweg populär, der Bernburger Carl-Heinz Schmidt hat nun Ähnliches mit dem Lutherweg vor. "Ich möchte im Jahr des Anhalt-Jubiläums Werbung für den Lutherweg machen", sagt Schmidt. Der Bernburger wird sich - als Mönch verkleidet und mit Pilgerstab - zu Fuß auf die Spuren des Reformators begeben und gewiss Aufmerksamkeit erregen. Nicht zuletzt, weil er von Shetland-Pony Toni begleitet ...

Von susanne schlaikier

Hape Kerkeling machte mit seinem Buch "Ich bin dann mal weg" Pilgern auf dem Jakobsweg populär, der Bernburger Carl-Heinz Schmidt hat nun Ähnliches mit dem Lutherweg vor. "Ich möchte im Jahr des Anhalt-Jubiläums Werbung für den Lutherweg machen", sagt Schmidt. Der Bernburger wird sich - als Mönch verkleidet und mit Pilgerstab - zu Fuß auf die Spuren des Reformators begeben und gewiss Aufmerksamkeit erregen. Nicht zuletzt, weil er von Shetland-Pony Toni begleitet wird.

"Es wird eine kleine Geschichtsreise für mich, und zwar genau so, wie man früher gelaufen ist", sagt Schmidt, der ansonsten hauptsächlich als Gästeführer arbeitet und Touristen in Gestalt von Albrecht dem Bären die historisch interessanten Orte in Bernburg zeigt. Mit Luther verbindet der gläubige Christ "eine starke Persönlichkeit. Das war ein Mann mit Rückgrat - etwas, das heute vielen Menschen fehlt." Der 52-Jährige wird die Städte, Kirchen und Gemeinden am Lutherweg besuchen und auf eine milde Gabe für ihn und sein Pferd hoffen.

Idee zur Pilgertour

Die Idee zur Pilgertour stammt von Schmidt selbst und den Mitgliedern des Rotary Clubs Bernburg-Köthen. Diese wollten ohnehin in diesem Jahr ein Pilgerfest in Wohlsdorf bei Wolf von Bila feiern. Von Bila hatte einst den Anstoß dazu gegeben, den Lutherweg auch durch Anhalt zu führen. Nun gibt es zunächst die Pilgertour, danach das Fest in Wohlsdorf.

Bisher gebe es kaum Netzwerke entlang des Lutherweges, die Beschilderung sei unzureichend und selbst in der Stadtinformation fehle ein Hinweis auf den Lutherweg, sagt Schmidt. Das Anhalt-Jubiläum sei ein willkommener Anlass, um auf die Besonderheiten der Region hinzuweisen, erklärt er. "Auch hier gibt es Wanderwege durch die Natur, auf denen man schauen, beten und zur Ruhe kommen kann." Ein Anliegen, das auch bei der Evangelischen Landeskirche auf Unterstützung stößt.

Schmidt will auf seinem Fußmarsch nicht nur für die Schönheiten der Region werben, sondern auch einige Projekte entlang des Lutherweges in Gang setzen. Dazu sollen sich die Rotarier vor Ort Gedanken machen. Das könnten weitere Beschilderungen, Rastplätze und Bänke sein, zählt Dietmar Bräuer, Präsident des Rotary-Clubs Bernburg-Köthen, auf. Dieser wolle für die Reparatur der Kirchenglocke in Wohlsdorf spenden.

Mit seiner Verkleidung und seinem tierischen Begleiter wird Schmidt in Pensionen, auf Pferde-Höfen, im Pfarrgarten, auf einem Weingut oder auf der Wasserburg in Roßlau übernachten. Das Pony wird mit Satteltasche und Korb beladen und ihm beim Transport der Kleidung und Nahrungsmittel helfen. Eigentlich, sagt Schmidt, habe er einen Esel mitnehmen wollen. "Aber mir wurde davon abgeraten: Die seien zu störrisch." Und er wolle ja ans Ziel kommen.

In zweieinhalb Wochen will Schmidt den rund 400 Kilometer langen Weg über Könnern, Eisleben, Halle, Wittenberg, Wörlitz, Zerbst und Köthen bis nach Wohlsdorf zurücklegen. Dafür wird er täglich um 8 Uhr loslaufen, das Ende sei offen. Er hofft unterwegs auf spannende Begegnungen und interessante Gespräche. Was er erlebt, wird er in einem "Reisetagebuch" festhalten. Und auf einem Facebook-Account sollen im Internet Fotos hochgeladen werden.

Start ist an der Schlosskirche

Die Tour startet am Gründonnerstag um 8 Uhr an der Schlosskirche St. Aegidien, jener Kirche, in der Schmidt einst getauft wurde. "Ich freue mich, wenn es endlich los geht", sagt er. Natürlich sei jeder willkommen, der ihn ein Stück auf seinem Weg begleiten will, betont der Pilger.