Geplanter Nachwuchs

Zebra-Hengst Django ist jetzt Teilzeit-Aschersleber

Warum der Zebra-Mann nun zwischen dem sächsischen Delitzsch und Aschersleben hin- und herpendelt.

Von Regine Lotzmann 13.05.2022, 08:15
Zebra-Hengst Django beschnuppert die beiden Stuten im Ascherslebener Zoo, mit denen er die nächsten Monate zusammenleben soll.
Zebra-Hengst Django beschnuppert die beiden Stuten im Ascherslebener Zoo, mit denen er die nächsten Monate zusammenleben soll. Foto: Frank Gehrmann

Aschersleben/MZ - Ein wenig aufgeregt ist er schon. Denn Django, der achtjährige Zebra-Hengst, der noch im Anhänger steht, kann die beiden Stuten schon riechen und stößt einen Laut aus, der ein bisschen an Affengeschrei erinnert. „Unsere Tierärztin hat ihm heute Morgen ein Medikament gegeben, damit er auf rosa Wolken schwebt und alles ein bisschen leichter packt“, sagt Elisabeth Wiegand, die Leiterin des Tiergartens Delitzsch, die den Hengst am Donnerstagvormittag gemeinsam mit Fahrer und Tierpfleger Torsten Kampe nach Aschersleben gebracht hat.

„Eigentlich will ich hier keinen Hengst dauerhaft halten, weil die Stallungen dafür nicht geeignet sind“, erklärt Zooleiter Alexander Beck, dass Zebra-Stuten Ruhe bei der Aufzucht ihrer Jungen bräuchten und der Hengst in dieser Zeit von ihnen getrennt sein sollte. „Doch der Tiergarten Delitzsch hat im Moment das gleiche Problem“, sagt er. Und so entstand die Idee für den Sharing-Hengst - den „geteilten Hengst“.

Der habe im sächsischen Delitzsch bereits alle Stuten gedeckt. Doch auch dort seien die Ställe zur Zeit nicht für eine getrennte Haltung ausgelegt. Deshalb ist er nun leihweise in den Ascherslebener Zoo gekommen. Auch hier gibt es Chapman-Zebra-Stuten, die für Nachwuchs bereit wären. „Und wenn unsere dann soweit sind, geht der Leihhengst wieder zurück nach Delitzsch“, erklärt Beck das Modell. „Für uns ist das aktuell eine gute Lösung“, bestätigt auch die Leiterin des Delitzscher Tiergartens.

Tierpfleger Torsten Kampe (re.) und Tiergarten-Chefin Elisabeth Wiegand lassen das Zebra aus dem Anhänger. Die Fahrt hat etwa anderthalb Stunden gedauert.
Tierpfleger Torsten Kampe (re.) und Tiergarten-Chefin Elisabeth Wiegand lassen das Zebra aus dem Anhänger. Die Fahrt hat etwa anderthalb Stunden gedauert.
Foto: Frank Gehrmann

Den Transport jedenfalls hat Django gut überstanden. „Auf der Fahrt war er ganz ruhig und entspannt“, sagt Elisabeth Wiegand und bezeichnet den Hengst als eine Seele von Tier. Pfleger Torsten Kampe, der als Djangos Bezugsperson mitgekommen ist, damit sich der Hengst auf der Reise sicher fühlt, steht schmunzelnd an dessen neuem Gehege. „Die beiden“, zeigt er auf die zwei Stuten, die 2016 in die Eine-Stadt gekommen waren, „sind auch von uns.“ Er hatte sie damals schweren Herzens abgegeben, sagt er und erzählt von Nalas Mutter, die derzeit mit ihren 25 Jahren die älteste Zebra-Stute in Delitzsch ist.

„Wir haben das Gehege gestern noch einmal komplett auf potenzielle Verletzungsgefahren abgesucht“, beruhigt Beck. Da wurden hervorstehende Teile abgesägt, Flatterband aufgehängt. Denn gerade am Anfang könnte es passieren, dass sich die Tiere erst einmal jagen. Und so ist Vorsicht angesagt, als das Tor der Anlage geöffnet, der Anhänger mit Django herangefahren und das Tier dann auf die Anlage gelassen wird. Der dann doch aufgeregte Hengst rennt sofort mit den beiden Stuten durch das Gelände, beschnuppert sie. „Es hätte schlimmer sein können“, sagt Kampe, der das erste Zusammentreffen mit Argusaugen verfolgt. „Ja, es läuft entspannt“, sagt auch seine Chefin.

Doch einige Reibereien wird es in den nächsten Tagen sicher noch geben. „Er ist der neue Chef“, erklärt der Tierpfleger den Hintergrund dafür. Und auch die Weibchen würden nun noch einmal ihre Rangfolge neu ausmachen müssen. „Aber in zwei, drei Tagen ist dann alles klar.“