Landeswettbewerb „Jugend debattiert“

Warum eine Gymnasiastin aus Aschersleben gewinnt

Vivian Bartels gewinnt den Wettbewerb auf Landesebene. Es begann in der Debattier-Gruppe der Schule.

Von Katrin Wurm
Schülerin Vivian Bartels liebt das Diskutieren und Debattieren - und ist darin sehr erfolgreich. Foto: Frank Gehrmann

Aschersleben - Als Nachzüglerin ist Vivian Bartels in den Wettbewerb eingezogen und als Siegerin hervorgegangen. Die 15-jährige Ascherslebenerin hat den Landeswettbewerb von „Jugend debattiert“ gewonnen und kann ihren Erfolg kaum fassen.

„Ich war eigentlich nur Springerin und habe mir gar keine so großen Chancen ausgerechnet, umso schöner fühlt sich der Sieg an“, sagt die Stephaneerin. Und der überraschende Erfolg auf Landesebene habe bei ihr jetzt erst recht den Ehrgeiz geweckt, auch auf Bundesebene richtig durchzustarten.

Aber von vorn: Zum Debattieren ist die Gymnasiastin erst vor rund einem Jahr gekommen. „Wir haben uns im letzten Jahr den Regionalwettbewerb von ’Jugend debattiert’ angesehen und das hat mich begeistert. Daraufhin habe ich mich der Debattier-Gruppe unserer Schule angeschlossen“, erzählt Vivian Bartels.

Dass beim Debattieren nicht einfach „drauf losgeredet“ wird, sondern eine Debatte strengen Regeln unterliegt, hat sie zuerst lernen müssen. „Die Debatte bei Jugend debattiert besteht aus drei Teilen: Der Eröffnungsrunde, der freien Aussprache und der Schlussrunde.

„Meine Eltern haben einen großen Wortschatz und sind sprachbegabt. Das hat auch mich geprägt.“

Vivian Bartels

Debattiert wird jeweils zu viert: Zwei Personen beantworten die Streitfrage mit ‚Ja‘ und sprechen sich für die gefragte Maßnahme aus - also pro. Zwei antworten mit ‚Nein‘ sprechen sich gegen die Maßnahme aus - also contra“, erklärt die Gymnasiastin das komplizierte Prozedere.

In der Finalrunde des Landeswettbewerbs - die coronabedingt online stattfand - wurden ihr und den drei weiteren Teilnehmern das Thema „Corona-Impfpflicht - ja oder nein?“ zugeteilt. „Ich musste auf der Contra-Seite debattieren“, erzählt sie.

Die Jury zeigt sich begeistert von der Überzeugungskraft und Redegewandtheit der Stephaneerin - so überzeugt, dass es Vivian Bartels aufs Siegertreppchen in ihrer Altersgruppe schaffte. Am liebsten debattiert sie über Themen aus dem Bereich Umweltschutz. „Da fühle ich mich sicher.“ In der Regel haben die Teilnehmer des Wettbewerbs aber mehrere Tage Zeit, um sich auf die möglichen Themen vorzubereiten. „Die Recherche ist ganz wichtig.“

Ihr Talent fürs Reden kommt nicht von ungefähr. „Ich komme aus einer redegewandten Familie. Meine Eltern haben einen großen Wortschatz und sind sprachbegabt. Das hat auch mich geprägt.“ In ihrer Freizeit spielt die Schülerin gern Gitarre oder reitet. Sie engagiert sich auch im Jugendforum der Stadt Aschersleben. „Wir initiieren zum Beispiel Aufräumaktionen an der Eine. Pandemiebedingt ist aber vieles gerade nicht möglich.“

Bevor es demnächst ins Bundesfinale geht, steht für die Teilnehmer noch ein zweitägiges Seminar im Juni an. „Die Schlussrunde findet dann im Bundestag in Berlin statt. Da wäre ich natürlich gern dabei“, sagt die 15-Jährige. (mz)