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Verschönerungsverein in AscherslebenVerschönerungsverein in Aschersleben: Jugendstil-Brunnen ist zurück im Zoo

Aschersleben - „Er sieht noch ein bisschen wie Nackedei aus!“ Angelika Schulze nimmt den Brunnen genauer in Augenschein. Der Jugendstilbrunnen, der aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts stammt, ist von den Mitgliedern des Ascherslebener Verschönerungsvereins aus dem Dornröschenschlaf geweckt, restauriert und nun an neuer Stelle im Ascherslebener Zoo wieder aufgestellt ...

Von Marion pocklitz 18.11.2015, 19:36

„Er sieht noch ein bisschen wie Nackedei aus!“ Angelika Schulze nimmt den Brunnen genauer in Augenschein. Der Jugendstilbrunnen, der aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts stammt, ist von den Mitgliedern des Ascherslebener Verschönerungsvereins aus dem Dornröschenschlaf geweckt, restauriert und nun an neuer Stelle im Ascherslebener Zoo wieder aufgestellt worden.

Obwohl sich die Mitglieder und auch die beiden Restauratoren Babette und Roland Gall einig sind, dass die Restaurierung eine gelungene Sache ist, finden sie doch, der Brunnen steht nun da wie abgestellt. Noch passt er sich nicht an die Umgebung an. „Vielleicht eine Pflanze dahinter. Ein Strauch oder eine Hecke“, schlägt Angelika Schulz vor. „Oder eine kleine Natursteinmauer“, findet André Könnecke. Noch haben die Mitglieder des Verschönerungsvereins keinen Plan. Doch im Frühjahr, so sind sie sich einig, möchten sie das Problem lösen.

Dabei wollen sie natürlich nicht die Vorgaben des Denkmalschutzes außer Acht lassen. Denn immerhin hatte die Behörde so lange ihr Veto gegen die Restaurierung und vor allem Umsetzung des Jugendstilbrunnens eingelegt, dass zwei Jahre ins Land gingen, bevor die Vereinsmitglieder loslegen durften. Das Problem: Lange Zeit war der Jugendstilbrunnen nicht mehr beachtet worden. Weil er hinter viel Efeu am Rande des Zoo sein Dasein fristete. Einst ging dort der Hauptweg entlang. Doch seit es den Zoo gibt, wurde der Brunnen kaum noch wahrgenommen. Ihn nun in den Mittelpunkt zu rücken, gefiel der Behörde nicht.

Nach den ersten Plänen des Verschönerungsvereins sollte er seinen Platz inmitten eines Sitzensembles bekommen, das im Rahmen der Restaurierung extra in Auftrag gegeben wurde. Die Steinbank, die später noch Holzauflagen bekommen wird, soll die Besucher zum Verweilen einladen. In deren Mitte sollte der Brunnen plätschern. Doch die Denkmalbehörde war dagegen, den Brunnen so ins Licht zu rücken, weil er eben jahrelang sein Dasein in einer Ecke fristete. Das akzeptierten die Mitglieder und fanden dann gemeinsam mit dem Denkmalschutz einen Platz zweieinhalb Meter neben der Rundbank. Auch dort soll der Brunnen dann plätschern. Die Vorrichtung für die Pumpe wurde bereits hinter dem Brunnen eingebaut. „Wir werden das System in diesem Jahr noch installieren und Probe laufen lassen. Erst im Frühjahr wird das Wasser dann dauerhaft laufen“, erklärt Roland Gall.

Insgesamt 10.000 Euro hatte der Verschönerungsverein für die Umsetzung und Restaurierung des Brunnens in die Hand genommen. Dieser soll nun mit der neuen Bank und dem Burgwärterhäuschen ein Ensemble bilden.

Bereits seit vier Jahren hat es sich der Verein auf die Fahnen geschrieben, das Burgwärterhäuschen zu erhalten, das Umfeld neu zu gestalten und in diesem Zuge auch den Brunnen zu sanieren. Das Burgwärterhäuschen wurde im Jahr 1905 gebaut. Mittlerweile haben die Mitglieder des Verschönerungsvereins das Dach saniert und eine neue Treppe angebracht. In dem Häuschen gibt es eine Ausstellung zu sehen. Diese soll auch ab kommendem Jahr für die Zoobesucher täglich zugänglich werden. „Das sind die Pläne. Über die Umsetzung werden wir im Verein beraten. Jetzt sind wir erst mal sehr zufrieden mit der Restaurierung. Die ist wirklich gelungen“, freut sich Jürgen Heidenreich, Vorsitzender des Verschönerungsvereins. (mz)