Verschönerungsverein Aschersleben

Verschönerungsverein Aschersleben: Warte ist wieder ein Schmuckstück

Aschersleben - Das zweite Projekt ist umgesetzt. Was sich rings um den Hexenturm verändert hat.

Von Thorsten Köhler 18.06.2018, 09:02

„So ungefähr muss es hier vor 100 Jahren ausgesehen haben“, blickt Andrè Könnecke, Vorsitzender des Ascherslebener Verschönerungsvereins auf das Umfeld der Westdorfer Warte - auch Hexen- oder Pulverturm genannt.

„Nur das Grün des frisch gesäten Rasens fehlt noch. Doch das liegt am Regen“, sagt er und versprach noch buten Wiesen rings um den Turm.

Die Gestaltung des Burgberges an der Westdorfer Warte ist das zweite Teilprojekt, das der Verschönerungsverein umgesetzt hat.

Nach der Neugestaltung der ehemaligen Bestehornhöhe am Bestehornstein im Vorjahr wurde dieses nun feierlich übergeben.

„Durch das Projekt soll der ursprüngliche Charakter des Standortes wieder hergestellt werden“, erklärt Könnecke.

Verschönerungsverein Aschersleben: Neue Rundbank dank Spende

Dazu gehöre auch, die historischen Wegebeziehungen und die Sichtachsen zum Harz wieder erlebbar zu machen.

Übergeben wurde auch die neue Rundbank am Hexenturm, dank einer Spende der Sparkassenstiftung, übergeben.

Die alte Bank mit Gedächtnisstein wurde 1912 eingeweiht und sollte an Karl König, dem zwei Jahre zuvor verstorbenen Vorsitzenden des damaligen Verschönerungsvereins, erinnern.

Während der Einweihung erinnerte Könnecke an den ehemaligen Vereinsvorsitzenden Jürgen Heidenreich, von dem die Ideen für die Projekte stammen, der die Umsetzung aber nicht mehr miterleben konnte.

Verschönerungsverein Aschersleben: Genau im Finanzplan geblieben

Das Projekt wurde zu 80 Prozent mit Mitteln aus dem Leaderprogramm gefördert. „Mit der Finanzierung lagen wir gut. Es waren etwa 23.000 Euro veranschlagt, wir blieben knapp darunter“, blickt Andrè Könnecke zurück.

Dabei habe es Bedenken hinsichtlich der Finanzierung ob der steigenden Baupreise gegeben. „Doch mit der Firma Schiwek sind wir genau im Plan geblieben.“

Verschönerungsverein Aschersleben: Turm für Besucher öffnen

„Der Turm hat nun wieder in jeder Jahreszeit seine Reize. Und falls das Umfeld schlicht erscheinen mag, ist das gewollt“, betont er.

Zudem habe man bei der Planung auch darauf geachtet, dass keine hohen Pflegekosten anfallen. Im Verein denkt man nun darüber nach, den Turm an mehreren Tagen im Jahr für Besucher zu öffnen.

Verschönerungsverein Aschersleben: Luisenblick ist nächste Aufgabe

Doch der Verschönerungsverein ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern blickt schon voraus.

Denn im kommenden Jahr wollen sich die Mitglieder dem Luisenblick widmen. Es ist das dritte und letzte Projekt auf der Burg.

„Jetzt geht es darum, die Anträge vorzubereiten und einzureichen. Im Herbst wird dann entschieden, ob es gefördert wird“, weiß Andrè Könnecke.

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Der gut zwölf Meter hohe Turm war Teil des mittelalterlichen Schutzsystems. Die Wächter sollten die Bevölkerung vor heranrückenden Feinden warnen. Nachdem die Warten im 17. Jahrhundert ihre Bedeutung verloren hatten, verfielen die meisten. Anders die Westdorfer Warte.

Sie blieb erhalten und wurde Ende des 19. Jahrhunderts zum Aussichtsturm umgebaut.

In dieser Zeit sind auch die Grünanlagen und heute noch erhaltene Fußwege angelegt worden. Die kleine Hexe fand 1909 ihren Platz auf der Spitze und gab dem Turm seinen volkstümlichen Namen. (mz)