Spende für Trauerarbeit

Spende für Trauerarbeit: Abschied von den Sternenkindern

Aschersleben - Auf dem Ascherslebener Friedhof wird Eltern und Familienangehörigen seit einigen Jahren die Möglichkeit gegeben, Abschied von ihren verstorbenen Kindern zu nehmen. Sie sind verstorben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken konnten, sie sind sogenannte ...

Von Katrin Wurm 14.03.2020, 13:56

Auf dem Ascherslebener Friedhof wird Eltern und Familienangehörigen seit einigen Jahren die Möglichkeit gegeben, Abschied von ihren verstorbenen Kindern zu nehmen. Sie sind verstorben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken konnten, sie sind sogenannte Sternenkinder.

Der Rotary Club Aschersleben hat Pfarrerin Anne Bremer und Hebamme Katrin Herrmann einen Scheck in Höhe von 750 Euro für die Initiative Sternenkinder überreicht. Damit wollen die Rotarier die Aktion unterstützen, die Eltern einen würdevollen Abschied ihrer totgeborenen Kinder ermöglicht.

Halt in schweren Stunden geben

„Abschied nehmen zu können, ist für die Trauerbewältigung sehr wichtig“, weiß Katrin Herrmann, leitende Hebamme am Ameos-Klinikum Aschersleben. „Damit geben Sie den Betroffenen in den schweren Stunden Halt“, würdigt Rotarier Jens Schwarz. Auch die regelmäßig stattfindenden Trauercafés gehören zur Arbeit der Initiative. „Die Gespräche im Trauercafé tun vielen Betroffenen gut“, weiß Pfarrerin Anne Bremer.

Sternenkinder werden Kinder genannt, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm auf die Welt gekommen und vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Juristisch gesehen fallen sie nicht unter die Beerdigungspflicht. „Aber auch sie haben eine würdige Beisetzung verdient“, sagt Katrin Herrmann.

Eine Initiative in der Stadt ermöglicht seit 2014 die Bestattung der Sternenkinder in einem gemeinsamen Sarg auf dem Friedhof. Eltern können einen Stern, versehen mit den Daten des Kindes, am Grabstein befestigen lassen. Einmal im Jahr findet eine gemeinschaftliche Trauerfeier statt. Die nächste ist für Ende Oktober geplant.

Die Aktion trägt sich durch Spenden

„Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Friedhofs läuft sehr gut“, sagt Katrin Herrmann und freut sich gemeinsam mit Anne Bremer über die Unterstützung von vielen Seiten. Aber beide wissen auch: Für die Umsetzung des Projektes sind Spenden ganz wichtig. „Die Aktion trägt sich dadurch“, sagt Pfarrerin Anne Bremer.

Die Summe des Rotary-Schecks setzt sich aus einer Aktion des Opel-Autohauses Habich und einer Geburtstagssammlung des Volksbank-Vorstandes Heino Oehring zusammen. „Wir haben auch vor 20 Jahren ein Kind verloren. Ich hätte mir eine Art des Abschiedes wie diese gewünscht“, sagt Sven Habich. (mz)