Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit an Luisenschule Aschersleben: Warum Airedale Terrier-Hündin Saba gern gesehener Gast ist

Aschersleben - Lisa, Max, Oskar und die anderen Kinder begrüßen Saba wie eine alte Bekannte. Die Airedale Terrier-Dame schaut hoch, umrundet die Jungen und Mädchen kurz und verzieht sich dann auf ihre Decke in einer Ecke des Klassenzimmers. In der Luisenschule gehört Saba zum ...

Von Kerstin Beier 28.11.2019, 08:56

Lisa, Max, Oskar und die anderen Kinder begrüßen Saba wie eine alte Bekannte. Die Airedale Terrier-Dame schaut hoch, umrundet die Jungen und Mädchen kurz und verzieht sich dann auf ihre Decke in einer Ecke des Klassenzimmers. In der Luisenschule gehört Saba zum Unterricht.

Zweimal in der Woche bringt Sozialarbeiterin Juliane Wille ihr Tier mit in die Schule. Saba ist der Star der Arbeitsgemeinschaft „Susi, Strolch und Co.“. Manchmal gestaltet die 28-Jährige mit dem freundlichen Hund auch Klassenprojekte, zum Beispiel zur Bissprävention.

Sozialarbeiterin kümmert sich um auffällige Kinder und allerlei Sorgen der Kinder

Die Sozialarbeiterin, die über den Internationalen Bund an die Schule gekommen ist, kümmert sich um auffällige Kinder und um alle möglichen Anliegen, die die Jungen und Mädchen drücken. Sei es Ärger zu Hause oder in der Schule, seien es Streitigkeiten, Kummer oder Sorgen.

Einige Kinder haben Schwierigkeiten, sich auszudrücken, sind verbal oder gefühlsmäßig eingeschränkt. Für sie sind die Stunden mit dem Hund der reinste Segen. „Über den Hund ist es leichter, ins Gespräch zu kommen. Sozialkompetenzen wie Rücksichtnahme oder Respekt im Umgang können mit Hilfe des Tieres viel schneller und direkt erlebbar gemacht werden“, erklärt Juliane Wille.

Saba gehört seit fünf Jahren zur Familie Wille. Sie ist lebhaft und verspielt und hat eine eineinhalbjährige Ausbildung als Therapiebegleithund absolviert. Einen Grundgehorsam hat sie erlernt, seit sie als Welpe in die Familie kam und es seitdem regelmäßig in die Hundeschule ging.

„Es gibt keine Rasse, die speziell als Therapiehund geeignet ist. Wichtig sind Eigenschaften, die dem Menschen zugewandt sind“, sagt Juliane Wille. Ehe sie Saba im April dieses Jahres mit in die Schule bringen durfte, brauchte sie unter anderem das Einverständnis der Schule, der Eltern, des Internationalen Bundes und natürlich eine entsprechende Versicherung für den Fall der Fälle.

Seit April nimmt Sozialarbeiterin Juliane Wille die Terrier-Hündin mit in die Schule

Generell habe sie aber viel Entgegenkommen und Begeisterung gespürt und spricht von einer Win-Win-Situation. Denn auch Saba profitiert vom Zusammensein mit den Kindern - nicht nur wegen der Leckereien, die sie für bestimmte Leistungen aus der Hand von Max, Lisa und den anderen entgegennimmt. „Es ist eine gute geistige Auslastung“, sagt Juliane Wille. „Am nächsten Tag ist sie allerdings fertig. Dann braucht sie ihre Ruhe.“ (mz)