Premiere an der St.-Stephani-Kirche

Premiere an der St.-Stephani-Kirche: Klein und gemütlich

Aschersleben - Der erste vorweihnachtliche Markt wartet mit Ständen und einem kulturellen Höhepunkt der besonderen Art auf.

Von Marie Luise Graichen

Langsam wurde es dunkel auf dem Stephanikirchhof. Viele Lichter, leuchtende Weihnachtssterne und Kerzen, auch zahlreiche weihnachtlich geschmückte Verkaufsständen verbreiteten eine besondere anheimelnde Atmosphäre.

Zum ersten Mal organisierten am Sonnabendnachmittag das evangelische Kirchspiel Aschersleben und viele engagierte Helfer und Händler einen Adventsmarkt an der Stephanikirche.

„Wir haben lange darauf gewartet, endlich mal etwas Anheimelndes, Kleines und Gemütliches“, sagte voller Begeisterung Brigitte Land, die als eine der zahlreichen Besucher das Flair genoss.

Kleine Galerie öffnet kurzfristig

Es sollte auch ein vorweihnachtlicher Markt sein, der Möglichkeiten zum Innehalten und zur Besinnung bot, die Schöpferkraft von Kindern und Erwachsenen ansprach und der Schönes vermittelte.

Kurzfristig öffneten Claudia und Andreas Schinkel ihr wundervoll restauriertes Haus für eine kleine Galerie mit Bildern der Ascherslebener Malerin Christina Hampel.

Nebenan im Hauseingang informierte Maria Stigl über ein Indienprojekt, bei dem sie ehrenamtlich mitarbeitet und bot allerhand selbst gefertigte Produkte an.

„Alles ist von indischen Frauen angefertigt und der Erlös fließt zu 100 Prozent für soziale Projekte nach Indien zurück“, versicherte sie.

Viel selbst gefertigte Geschenke

Auch Händler aus der Stadt wie beispielsweise Diana Hofmann vom Spiel- und Schreibwarengeschäft hatten einen Stand mit bunt gemischtem Sortiment aufgebaut.

„Wir sind von der Resonanz überrascht und mussten sogar schon Ware nachholen, so gut wird hier alles angenommen“, zeigte sie sich sehr froh.

Ihr Stand wird beim nächsten Markt auf jeden Fall wieder dabei sein. Auch viel Zeit für kleine selbst gefertigte Geschenke investierten Claudia Lampert und Juliane Günther von der Christlichen Grundschule.

Wer hier am Stand etwas kaufte, trug für einen Theaterbesuch der Schüler bei, denn vom Erlös werden die Eintrittskarten finanziert.

Besinnlichkeit mit schöner Musik

Kulturelles und Musikalisches kam auf dem Markt keinesfalls zu kurz. Orgelmusik mit Reinhard Malenke und Thomas Wiesenberg und auch die Turmbläser luden mit ihren musikalischen Einlagen zur feierlichen Besinnlichkeit ein. Musik vom Band war nicht zu hören, dafür in A cappella.

Mittendrin im Gedränge hatten sich die „Stephani-Sänger“ platziert und sangen Weihnachtslieder. Johanna, Luca und Bela sind Mitglieder im Stephaneer- Chor und übernahmen als Trio einen Part im musikalischen Bereich.

19 Flötisten waren gekommen

Den kulturellen Höhepunkt sollten die Besucher selbst schaffen. Alle Flötenspieler, ob jung oder alt, waren schon Tage vorher aufgerufen, sich am größten Flötenchor Ascherslebens zu beteiligen.

Noten und Text des Liedes „Freude im Advent“ zum heimischen Üben lagen an mehreren öffentlichen Stellen aus. Auch Anne Bremer und Thomas Wiesenberg waren bis zur letzten Minute gespannt, wie viele Besucher in der gut gefüllten Kirche ihre Flöte auspacken und sich vorn zum Chor formieren wurden.

Nach einer aufmunternden Einladung durch den Kantor und die Pfarrerin erhoben sich mehr und mehr Mutige und zum Schluss standen neunzehn Flötisten vor dem Publikum.

Unter der Leitung des erfahrenen Kantors erklang das Lied nun in mehreren Varianten und wurde von den Zuhörern mit großem Beifall honoriert. „Wir werden dies auf jeden Fall wiederholen. Aber nächstes Jahr mit doppeltem Programm und schwierigeren Liedern“, sagte Anne Bremer sichtlich erfreut. (mz)