Neue Legehennen-Anlage bei Schackenthal

Neue Legehennen-Anlage bei Schackenthal : Bedenken bleiben bestehen

Schackenthal - Die Legehennenanlage, die an der L65 zwischen Schackenthal und Bründel erreichtet werden soll, hat eine wichtige Hürde genommen. Die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Anlage zum Halten von 450.000 Hennen ist zum 7. Mai des Jahres erteilt worden. Das bestätigte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalts auf ...

Von Thorsten Köhler

Die Legehennenanlage, die an der L65 zwischen Schackenthal und Bründel erreichtet werden soll, hat eine wichtige Hürde genommen. Die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Anlage zum Halten von 450.000 Hennen ist zum 7. Mai des Jahres erteilt worden. Das bestätigte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalts auf MZ-Nachfrage.

Entscheidung stößt auf wenig Gegenliebe

Bei Steffen Globig, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saale-Wipper, stößt diese Entscheidung auf wenig Gegenliebe. „Wir hatten schon beim Erörterungstermin Bedenken hinsichtlich des Brandschutzes sowie der Lagerung und des Transports des Hühnerkots in Ilberstedt geäußert“, blickt Globig zurück. „Wir haben nun die Unterlagen bekommen und werden diese einem Anwalt vorlegen. Dann wird gemeinsam entschieden, ob eine mögliche Klage Aussicht auf Erfolg hat oder nicht“, erklärt der Verbandsgemeindebürgermeister. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Bürgern und wollen uns nicht vorwerfen lassen, nicht alles unternommen zu haben, das Vorhaben zu stoppen“, so Globig.

Auflagen werden erfüllt

Zudem müsse man berücksichtigen, dass die Ortsfeuerwehr Schackenthal nicht mehr existiert. Die Verbandsgemeinde könne deren Aufgabe im Brandfall nicht übernehmen, betont Globig. Auch die Stadt Aschersleben werde die Genehmigungsunterlagen prüfen und dann weiter entscheiden, sagte Pressesprecherin Judith Kadow auf MZ-Nachfrage.

„Die Anlage wird kommen“, ist sich Schackenthals Ortsbürgermeister Lothar Gruber sicher. Im Ort sei kaum einer gegen die Anlage. „Es werden alle Auflagen erfüllt“, so Gruber. Er habe sich selbst Bodenhaltungen, wie sie geplant sind, angesehen. „Diese waren alle in Ordnung“, sagt er.

Geplant ist eine Hühnerstallanlage mit 450.000 Legehennenplätzen. Dafür sollen laut künftigem Betreiber sechs Ställe mit jeweils 75.000 Plätzen gebaut werden. Jeder Stall besteht aus 14 Abteilen, in jedem leben etwa 5.350 Hühner n Bodenhaltung.

Der Stallboden ist mit Sand eingestreut. Darüber sind Sitzstangen, Legenester, Futtertröge und Wasserversorgung angebracht. Der anfallende Hühnerkot wird auf den Flächen der BG Schackenthal und auf Flächen von zwei weiteren Agrarbetrieben in Plötzkau und Ilberstedt ausgebracht. Dafür stehen 4.500 Hektar zur Verfügung.

Die Eier sind für den deutschen Markt bestimmt. Entstehen sollen zudem 17 Arbeitsplätze. 

Proteste von Naturschützern und Bürgerinitiativen

Im Vorfeld der Genehmigung gab es Proteste von Naturschützern und Bürgerinitiativen gegen die Legehennen-Anlage. Hier war von einer überdimensionierten Anlage zur Massentierhaltung die Rede. Auch der Einsatz von großen Mengen Antibiotika, um Krankheiten zu vermeiden, wurde ebenso kritisiert wie der anfallende Trockenkot, Abfälle und tote Tiere.

„Die Auslegung des Genehmigungsbescheides ist in der Zeit vom 17. bis 30. Juni im Landesverwaltungsamt, in der Stadt Aschersleben und in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper in Güsten und Alsleben vorgesehen“, berichtet Denise Vopel, Sprecherin der Landesbehörde. Gegnern bleibt damit nur noch der Klageweg. Der künftige Betreiber der Anlage, die BG Schackenthal, war für eine Nachfrage nicht zu erreichen. (mz)