Kommunale Steuern

Kommunale Steuern : Kein großer Fisch in Sicht

Aschersleben - Aschersleben belegte im Städtevergleich des Salzlandkreises den vierten Platz. Warum die Prognose des Landes hier mit Vorsicht zu genießen ist.

Von Harald Vopel

2016 gehörte wohl nicht zu den allerbesten Jahren. „Da haben wir weniger eingenommen als geplant war“, sagt Ascherslebens Stadtkämmerer Michael Schneidewind.

Neben den Zuweisungen des Landes bilden die Steuereinnahmen den größten Einnahmebatzen für eine Kommune. Und wenn’s um die Steuerkraft geht, dann rangierte Aschersleben 2016 auf Platz vier unter den Städten im Salzlandkreis. Hinter Bernburg, Staßfurt und Schönebeck.

Kommunale Steuern: Pro Einwohner 523 Euro eingenommen

So lag die Steuerkraft der Stadt Aschersleben bei rund 14,5 Millionen Euro - knapp eine Million weniger als ein Jahr zuvor (siehe Tabelle). Pro Einwohner entspricht das 523 Euro.

Errechnet wird die Steuerkraft übrigens aus Gewerbe- und Grundsteuereinnahmen und den Anteilen der Gemeinden an der Einkommens- und Umsatzsteuer abzüglich der zu leistenden Gewerbesteuerumlage.

Kommunale Steuern: Gewerbesteuer ist immer der größte Wackelkandidat

Und die Gewerbesteuer ist in jedem Jahr auch der größte Wackelkandidat - vor allem weil sie nicht zuletzt von der Marktsituation abhängt und weil in den Nachfolgejahren unvorhergesehene Rückzahlungen an die steuerzahlenden Unternehmen fällig werden können.

Davon kann man im Rathaus durchaus ein Lied singen. Im Jahr 2016 flossen der Stadtkasse rund 6,7 Millionen Euro an Gewebesteuern zu.

Wer tatsächlich die größten Gewerbesteuerzahler sind, kann Stadtkämmerer Schneidewind nicht verraten - wegen des Steuergeheimnisses.

Und die ganz großen Leuchttürme gäbe es auf dem Territorium der Stadt sowieso nicht.

Dafür eine Reihe von potenten Unternehmen, die zumindest weniger größere Steuerschwankungen in den Jahresstatistiken hinterlassen.

Kommunale Steuern: Apotheken an der Spitze

Dazu zählten allerdings nicht die industriell produzierenden Branchen. Was den einen oder anderen vielleicht überrascht ist die Tatsache, dass beispielsweise Apotheken zu den größeren Steuerzahlen in Aschersleben zählen.

Wenn es um künftige Einnahmen aus der Gewerbesteuer geht, dann habe sich die Stadt einiges mehr von der vierten Erweiterung des Gewerbegebietes Güstener Straße um das Industriegebiet Zornitzer Weg versprochen, gibt man im Rathaus zu.

Ansiedlung eher schleppend verlaufen

Die Ansiedlung von Unternehmen sei dort bisher eher schleppend angelaufen. Zwar würden die Wirtschaftsförderer der Stadt standortsuchenden Firmen immer wieder Angebote machen - der große Fisch habe bisher aber noch nicht angebissen, so Schneidewind.

Übrigens - besonders viele kleine auch nicht.

Der Beitrag aus den elf Ascherslebener Ortsteilen fällt naturgemäß sehr unterschiedlich aus. Zu den steuerkräftigen gehörten 2016 unter anderem die Ortsteile Klein Schierstedt, Drohndorf und Freckleben mit jeweils einigen 100.000 Euro. Mit 15.000 und 31.000 Euro zeigen sich Neu Königsaue und Wilsleben dagegen eher schwach auf der Brust.

Kommunale Steuern: Hoffnung, dass die Tendenz stimmt

Wenn der Stadtkämmerer sagt, er hoffe, dass die Tendenz stimme, dann meint er die Steuerprognose des Landes bis 2021. Die sagt nämlich voraus, dass die Steuereinnahmen landesweit jährlich um weit über drei Prozent steigen werden.

Was allerdings nicht im vollen Umfang auf Aschersleben zutreffen dürfte. Auch wegen der zähen Vermarktung der Flächen im Industriegebiet Zornitzer Weg. (mz)