„Corona-Eindämmung“

Gymnastikgruppe SV Arminia Aschersleben darf nicht in Halle der Kreisvolkshochschule: Salzlandkreis verweist auf Hygienekonzept

Aschersleben - Die „Freitagsfrauen“ des SV Arminia dürfen wegen Corona nicht in die Turnhalle. Die Volkshochschulkurse schon. Für die Damen ist das ein Widerspruch.

Von Kerstin Beier

Marlies Dannath leitet seit Jahrzehnten verschiedene Sportgruppen, darunter die „Freitagsgruppe“ des SV Arminia. In ihr sporteln ältere Damen, um sich fit zu halten. Nach Musik tanzen, dehnen und strecken - das ist das Programm immer am Freitagnachmittag in der Sporthalle an der früheren Lübenschule, heute Kreisvolkshochschule.

Die Pandemie hat die Damen wochenlang ausgebremst, doch als sie sich vor drei Wochen wieder treffen durften, standen sie trotzdem vor verschlossener Tür. Zutritt zur Halle verboten. „Wegen Corona“, wie es lapidar hieß.

Weil die Sporthalle gesperrt ist, fand die Gymnastik auf dem Schulhof statt

Das fanden nicht nur die Frauen, sondern auch Marlies Dannath seltsam. Weil sie dieselbe Halle als Kursleiterin der Kreisvolkshochschule ja ohnehin nutzt. Dass sie dabei das vorgeschriebene Hygienekonzept umsetzt, ist für sie selbstverständlich.

Die resolute Kursleiterin ist eine praktische Frau, und weil das Wetter schön war und sie die Teilnehmerinnen des so lange entbehrten Kurses nicht wieder heim schicken wollte, wurde der Schulhof kurzerhand zum Freiluft-Gymnastik-Areal. In der Woche darauf das gleiche Spiel.

Verstehen kann Marlies Dannath die Regelung, die solche Unterschiede zwischen Volkshochschulkurs und Vereinssport macht, nicht. Sport ist Sport, meint sie, „und es müssen sich sowieso alle Teilnehmer in eine Liste eintragen.“

Desinfektionsmittel, Papierhandtücher - alles sei da, sagt Marlies Dannath

Desinfektionsmittel, Papierhandtücher - alles sei da. Und auch die Geräte würden nach jedem Gebrauch desinfiziert - für die Teilnehmer der Volkshochschulkurse sowieso, warum dann nicht auch für die Vereinsfrauen, fragt sich Marlies Dannath.

Zumal dem Landkreis mit der Sperrung der Halle für den Vereinssport ja auch Einnahmen wegfallen würden. In der Woche seien das 20 Euro an Nutzungsgebühr.

Der Salzlandkreis begründet den Ausschluss der Vereine mit den strikten hauseigenen Hygienekonzepten, die schwer sicherzustellen und zu kontrollieren seien, wenn „fremde“ Nutzer neben Volkshochschule und Schulsport hinzukommen.

Aber möglicherweise würde nach der neuen Eindämmungsverordnung, die ab 2. Juli gilt, schon neu entschieden. (mz)