Gestrüpp, Unrat, Unordnung

Gestrüpp, Unrat, Unordnung: Arbeitseinsatz für ein würdevolles Aussehen

Drohndorf - Lange Zeit war es kein schöner Anblick und viele Drohndorfer haben sich darüber geärgert. „Das Kriegsgräberdenkmal auf unserem Friedhof war total zugewuchert. Auch die Pfosten der Umrandung waren bereits ganz locker. Es war einfach in keinem guten Zustand“, resümiert Sabine Herrmann, Ortsbürgermeisterin in Drohndorf.

Von Katrin Wurm 07.06.2020, 12:56

Gestrüpp, Unrat, Unordnung: Lange Zeit war es kein schöner Anblick und viele Drohndorfer haben sich darüber geärgert. „Das Kriegsgräberdenkmal auf unserem Friedhof war total zugewuchert. Auch die Pfosten der Umrandung waren bereits ganz locker. Es war einfach in keinem guten Zustand“, resümiert Sabine Herrmann, Ortsbürgermeisterin in Drohndorf.

Schweißtreibender Einsatz und Hilfe vom Bauwirtschaftshof

Sie und der Ortschaftsrat waren sich deshalb einig: Da muss ganz schnell etwas geschehen, damit das Denkmal nicht total verfällt. „Wir hatten uns deshalb dazu verständigt, das Kriegsgräberdenkmal wieder ansehnlich zu gestalten, um diesen Ort als Erinnerung auch für die Zukunft herzurichten“, fügt Herrmann an.

Gemeinsam mit den Mitarbeitern des Bauwirtschaftshofes nahm sich der Drohndorfer Ortschaftsrat deshalb dem Problem an. „Der Bauwirtschaftshof hat einen Container zur Verfügung gestellt. So konnten wir erst einmal den ganzen Unrat - Steine, Äste, Gestrüpp - beseitigen“, berichtet Sabine Herrmann vom schweißtreibenden Arbeitseinsatz.

Doch Unrat und Gestrüpp fanden die Ortschaftsratsmitglieder nicht nur im Umfeld des Kriegsgräberdenkmals. „Wir haben in dem Atemzug noch eine weitere Dreckecke auf dem Friedhof beseitigt, die vielen schon lange ein Dorn im Auge war.“

Geringer Pflegeaufwand bei Bodendeckern

Nachdem all das beseitigt und auch die wackelnden Pfosten gesichert wurden, ging es an das Bepflanzen der Grabanlage. „Gemeinsam haben wir uns für Bodendecker entschieden. Diese Pflanzen finden sich an verschiedenen Stellen auf dem Friedhof und wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Sabine Herrmann.

Durch die robusten Bodendecker soll der Pflegeaufwand möglichst gering gehalten werden. „Und sie sehen ordentlich und schön aus“, meint die Ortsbürgermeisterin.

Zwar hätten sich einige Drohndorfer an der Stelle auch ein paar farbenfrohe Blumen gewünscht. „Doch diese Pflege ist auch für die Mitarbeiter des Bauwirtschaftshofes, die sich darum kümmern, einfach nicht leistbar. Vor allem, wenn man bedenkt, wie groß deren Einsatzgebiet ist“, weiß Sabine Herrmann.

„Es ist nun wieder ein würdevoller Ort“

Nun sind die Drohndorfer und die Mitglieder des Ortschaftsrates aber erst einmal ziemlich froh, dass das Problem beseitigt ist. „Wir haben einfach einen sehr schönen Friedhof. Einen richtigen Ort der Ruhe“, findet Ortschaftsrat Jens Rümke. „Ja, es ist nun wieder ein würdevoller Ort“, stimmt auch Sabine Herrmann zu.

Die Kriegsgräberstätten umfassen seit den 1960er-Jahren Ruhe- und Gedenkstätten für alle Opfergruppen: Soldaten, Bombenopfer, Opfer der Shoa und weitere Verfolgte.

Einmal im Jahr wird auch am Kriegsgräberdenkmal in Drohndorf ein Kranz niedergelegt. „Doch wir wissen nicht, wer das macht. Es ist sicher eine Privatperson - vielleicht auch jemand, der nicht in Drohndorf wohnt“, rätselt die Ortsbürgermeisterin. (mz)