1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Aschersleben
  6. >
  7. Florale Botschafterin der Stadtaktion: Ascherslebener Rose gibt es nun auch als Hochstamm

Florale Botschafterin der StadtaktionFlorale Botschafterin der Stadtaktion: Ascherslebener Rose gibt es nun auch als Hochstamm

Aschersleben - Die florale Botschafterin der ältesten Stadt Sachsen-Anhalts - die Ascherslebener Rose - gibt es nun nicht mehr nur als Kleinstrauchrose, sondern auch als Hochstamm. Der Versuch, die Rose auf einen Wildrosenstamm zu veredeln, hat geklappt. So werden beiden Sorten ab sofort in den Mitteldeutschen Baumschulen in Reinstedt ...

Von Marion Pocklitz 04.06.2015, 16:54

Die florale Botschafterin der ältesten Stadt Sachsen-Anhalts - die Ascherslebener Rose - gibt es nun nicht mehr nur als Kleinstrauchrose, sondern auch als Hochstamm. Der Versuch, die Rose auf einen Wildrosenstamm zu veredeln, hat geklappt. So werden beiden Sorten ab sofort in den Mitteldeutschen Baumschulen in Reinstedt produziert.

„Der Wildrosenstamm hat mehrere Vorteile. Er hat keine Dornen und bringt sehr schöne, lange Triebe hervor. Wir haben zwei bis drei Rosen auf dem Stamm veredelt. Dadurch wird die Pflanze recht kräftig“, weiß Markus Lohmann, Leiter der Baumschule und mit Herz und Seele Gärtner.

Rose kommt ins Rosarium

Erst im vergangenen Jahr hat man mit der Produktion der Ascherslebener Kleinstrauchrose, die seit der Landesgartenschau im Jahr 2010 als florale Botschafterin der Stadt gilt, in Reinstedt begonnen. Zuvor wurde die Kleinstrauchrose in Schleswig-Holstein produziert. Die Idee, diese Aufgabe einem regionalen Unternehmen zukommen zu lassen, hatte der Ascherslebener Verschönerungsverein in Zusammenarbeit mit dem Seeländer-Gärtnerstammtisch, dessen Mitglied auch Markus Lohmann ist. Die Baumschule hatte daraufhin die Lizenz zur Produktion erworben.

Dass es nun auch einen Hochstamm gibt, erfreut Jürgen Heidenreich, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, und auch Steffen Amme, im selben Verein für die Rosen zuständig, sehr. „Wir sind begeistert, dass der Versuch geklappt hat“, sind beide erstaunt, als sie den ersten Hochstamm, der bereits Knospen zeigt, erblickten. „Wir werden die Rose natürlich ins Rosarium bringen. Das wird in den nächsten Wochen passieren“, sagt der Vorsitzende.

Da die Nachfrage so groß ist und auch viele Gärtner die Königin der Blumen begeistert, gibt es demnächst im Rosarium einen Rosenworkshop, bei dem Hans-Jürgen Matern, Rosengärtner aus Sangerhausen im Ruhestand, alle Fragen beantworten wird. „Ein Termin wird dafür noch bekanntgegeben. In diesem Rahmen werden wir den Hochstamm dann dort einpflanzen“, ist man sich einig.

Zudem soll auch der Hochstamm zur floralen Botschafterin werden. So hat der Verschönerungsverein nun beschlossen, eine Rose zu den Partnerstädten nach Peine und Kerava in Finnland, aber auch nach Sangerhausen ins Rosarium sowie zur Bundesgartenschau nach Brandenburg zu bringen. Letzteres wird noch im Juni passieren.

Im vergangenen Jahr hatte Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann einen grünen Daumen bewiesen und 21 Kleinstrauchrosen veredelt. Elf davon sollen in den Ortsteilen einen besonderen Platz bekommen. „Auch diese Rosen sollen bei der Veranstaltung im Rosarium den Ortsbürgermeistern übergeben werden“, verrät Steffen Amme.

Von der Kleinstrauchrose sind übrigens seit 2010 bereits mehr als 1 500 blühende Exemplare in Umlauf gebracht worden. Die Rosen können bei der Firma Traunsberger in Hoym, der Gärtnerei Hoffmann in Nachterstedt und im Blumenhaus Schmidt in Aschersleben erworben werden. „Die Hochstämme allerdings werden nur auf Bestellung produziert. Die Käufer müssen etwa ein Jahr darauf warten“, erklärt Steffen Amme. Wer wissen möchte, wie die Kleinstrauchrose aussieht, der kann sich das Referenzbeet vor dem Zoo ansehen. Dort fangen die Blumen gerade zu blühen an.

Die Rose stammt übrigens von dem französischen Rosenzüchter Mailand und erhielt im Jahr 2008 als eine von 15 Rosenneuheiten sogar das ADR-Prädikat. Dieses wird Rosen verliehen, die besonders gesund und widerstandsfähig sind und sich durch Blütenreichtum und Farbe auszeichnen. Die Ascherslebener Kleinstrauchrose zeigt einen breitbuschigen Wuchs und ist zwischen 40 und 50 Zentimeter hoch. (mz)