Der Naturfreund

Der Naturfreund: „Er ist immer da, wenn man ihn braucht“

Aschersleben - Christoph Francke verlässt die Kulturanstalt. In den neun Jahren in Aschersleben hat er sich große Achtung erworben.

Von Kerstin Beier

Innerhalb von nur neun Jahren ist Christoph Francke zu einem bekannten Gesicht in Aschersleben geworden. Er wird freundlich gegrüßt, viele kennen den jungen Mann mit dem offenen Gesicht. Als Verantwortlicher für die Gartenschauflächen ist er oft auf der Herrenbreite, im Bestehornpark, im Stadtpark oder an den Eine-Terrassen anzutreffen. Darüber hinaus ist er fast immer dabei, wenn es bei der Aschersleber Kulturanstalt (Aka) etwas zu organisieren, zu transportieren oder zu reparieren gibt.

Nun verlässt er Aschersleben. Mit Bedauern. Denn die Stadt und das Team der Aka sind ihm eine Art zweite Heimat geworden. „Ich habe Freunde hier gefunden und hoffe, dass der Kontakt auch über die Entfernung hält“, sagt der 35-Jährige, der nun näher an seine Familie heranrücken möchte.

Eine Stelle in Dessau angenommen

Es soll nun endlich vorbeisein mit Nähe nur am Wochenende. Deshalb hat er eine Stelle als Einsatzleiter im Dessauer Eigenbetrieb Stadtpflege angenommen. Dort wird er Kopf eines Teams aus 45 Leuten sein - eine Aufgabe, die er mit Respekt, aber auch Freude angeht.

Am Donnerstag vergangener Woche war sein letzter Arbeitstag in Aschersleben, der endgültige Umzug stand da noch bevor. Zwei Fuhren Zimmerpflanzen allerdings sind schon vorher umgezogen.

Forstwirt und studierte Gartenbauingenieur findet Blumewiese besser als englische Gärten

Zimmer- und exotische Pflanzen, aber auch seltene Gehölze mag der gelernte Forstwirt und studierte Gartenbauingenieur besonders gern. Beide Berufsrichtungen speisen sich aus einer Quelle: seiner Liebe zur Natur. Blumenwiesen findet er reizvoller als Englische Gärten, für naturnahe Teiche und Biotope kann er sich begeistern. Auch deshalb verbringt er seine Freizeit am liebsten draußen: beim Angeln, Wandern, Radfahren. „Ich bin nicht so der Computerfreak“, sagt er über sich.

Aschersleben kannte er vor seiner Bewerbung bei der Kulturanstalt nur vom Durchfahren. Das hat ihn nicht davon abgehalten, die Ausschreibung interessant zu finden. Die Erwartungen, die er in die Stelle setzte, haben sich für ihn erfüllt.

Aufgabenfeld hatte sich erweitert

Seine Aufgaben gingen bald über die Verantwortung für die Pflege der Parks und Gärten hinaus. Und diese Vielfalt, die vielen Kontakte und spannende Projekte habe den Reiz der Arbeit ausgemacht. Gern denkt er zum Beispiel an die Umgestaltung des Leopardengeheges im Zoo zurück, die er gemeinsam mit Bundesfreiwilligen und den Parkwächtern bewerkstelligte.

Die Firma Rittershaus, die zu dem Zeitpunkt gerade mit Fällarbeiten auf der Alten Burg beschäftigt war, sponserte Robinienholz für das Projekt, „und damit zu arbeiten, hat richtig Spaß gemacht.“ Auch die Erneuerung der Schattenstauden-Sammlung konnte er im vergangenen Jahr dank der großzügigen Spende des Verschönerungsvereins noch mit auf den Weg bringen.

Der Chef lässt seinen Mitarbeiter ungern ziehen

Sein bisheriger Chef, Aka-Vorstand Matthias Poeschel, lässt ihn ungern ziehen. Er beschreibt ihn als jederzeit verlässlich und fleißig und als angenehmen Kollegen. „Er ist immer da, wenn man ihn braucht. Ein dufter Typ“, so Poeschel. Gleichzeitig freue er sich aber auch für ihn und seine Familie.

Jeden Abend zu Hause in Coswig zu sein, ist nach neun Jahren ein völlig neues Lebensgefühl, sagt Christoph Francke, für den der Stadtpark immer zu den Lieblingsplätzen in Aschersleben gehörte. (mz)