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Denkmalschutz in AscherslebenDenkmalschutz in Aschersleben: Jugendstilbrunnen zieht um

Aschersleben - Was lange währt wird gut! Zumindest für den Verschönerungsverein Aschersleben. Monatelang haben die Mitglieder viele Hürden nehmen müssen, bis endlich die Genehmigung der Denkmalbehörde kam, den Jugendstilbrunnen im Zoo abzubauen, ihn restaurieren zu lassen, um ihn dann an neuer Stelle der Öffentlichkeit präsentieren zu ...

Von Marion pocklitz 10.09.2015, 17:15

Was lange währt wird gut! Zumindest für den Verschönerungsverein Aschersleben. Monatelang haben die Mitglieder viele Hürden nehmen müssen, bis endlich die Genehmigung der Denkmalbehörde kam, den Jugendstilbrunnen im Zoo abzubauen, ihn restaurieren zu lassen, um ihn dann an neuer Stelle der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Restaurierung in den kommenden Wochen

„Wir sind ganz glücklich darüber“, bestätigt André Könnecke, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Am Donnerstag wurde nun der erste Schritt getan. Mitarbeiter der Firma Babette Gall - Stuckwerkstatt Blankenburg - haben den Brunnen freigelegt und vorsichtig abgebaut. In den nächsten Wochen soll er in der Werkstatt fachmännisch restauriert werden.

„Der Brunnen stammt etwa aus dem Jahr 1910. Seine Substanz ist sehr gut erhalten. Wir werden ihn säubern und die abgeplatzten Stellen erneuern“, erklärt Geschäftsführerin Babette Gall. Doch zuvor muss der Brunnen, der aus Sandstein gefertigt wurde, erst einmal vorsichtig aus der Betonplatte befreit werden.

Brunnen soll wieder sprudeln

Ende Oktober soll der Brunnen dann an neuer Stelle aufgestellt werden. Und er soll, so der Plan, auch wieder sprudeln. „Dafür ist alles vorhanden. Auch die Schale sowie der Überlauf funktionieren noch“, bestätigt die Fachfrau.

Hinter dem Gehege der beiden Tiger Kimmy und Kalle und gleich neben dem Burgwärterhäuschen, das die Ascherslebener auch liebevoll Hexenhäuschen nennen, soll der Brunnen seinen künftigen Platz finden. Dort soll es dann auch eine Rundbank geben, die die Zoobesucher zum Verweilen nutzen können. Die Bänke werden aus Stein gefertigt, die Sitzflächen werden aus Holz sein.

Seit 2013 versuchten die Mitglieder des Verschönerungsvereins, den Brunnen aus seinem Schattendasein zu holen. Die Denkmalbehörde hat sich damit schwergetan. Denn der alte Standort war historisch gewachsen. „Früher stand der Brunnen am Hauptweg. Die Burg war eine Parkanlage, wo viele Menschen spazieren gegangen sind. In den Hintergrund ist der Brunnen erst gerückt, als der Zoo eröffnet wurde und der Brunnen dann hinter einem Zaun stand“, erklärt Andrè Könnecke. Dort wurde er mit den Jahren von Efeu umrankt und war kaum noch zu sehen. Nach langen Verhandlungen und einigen Kompromissen hat die Denkmalbehörde dem Plan des Vereins doch noch zugestimmt.

Arbeiten am Burgwärterhäuschen

Bereits seit vier Jahren hat es sich der Verein auf die Fahnen geschrieben, das Burgwärterhäuschen zu erhalten, das Umfeld neu zu gestalten und den Brunnen zu sanieren. Das Haus wurde übrigens im Jahr 1905 gebaut. Mittlerweile wurden an dem Häuschen das Dach saniert und eine neue Treppe angebracht.

Die Zoobesucher können im Inneren des Häuschens eine historische Ausstellung sehen. „Der Verschönerungsverein hat für all diese Maßnahmen bereits 20 000 Euro investiert. 6 000 Euro davon sind Spendern zu verdanken“, sagt André Könnecke. Einer der Spender ist Herbert Habich vom gleichnamigen Autohaus. Er ließ es sich gestern nicht nehmen, beim Abbau des Brunnens dabei zu sein. „Ich bin Mitglied im Verein. Wir sind so oft mit diesem Projekt gegen eine Wand gelaufen, dass es für mich wichtig war, auch dafür zu spenden“, sagt er. Neben Architekt Ingolf Helbig fand auch Zoochef Dietmar Reisky den Weg zu dem Brunnen. „Ich freue mich sehr, dass es einen Verein gibt, der solch Engagement zeigt. Schön, dass der Brunnen nun wieder sichtbar wird“, findet er. (mz)