Schlamm auf Friedhof

Bauwirtschaftshof saniert Straße in Eigenleistung in Wilsleben: Schlammiger Hauptweg auf Friedhof bald Geschichte

Wilsleben - Der Bauwirtschaftshof führt den Wegebau in Wilsleben in Eigenleistung durch. Wie der Ortsbürgermeister dies findet.

Von Detlef Anders 12.12.2019, 08:56

„Die Sanierung des Hauptweges war schon oft Thema im Ortschaftsrat“, sagt Steffen Amme (Widab), der Ortsbürgermeister von Wilsleben, und schaut zufrieden auf die Arbeiten, die dort seit einer Woche laufen. „Man ist oft von den Leuten angesprochen worden“, berichtet er und erinnert sich an Spurrinnen der Bestattungsfahrzeuge.

Wenn der Boden gefroren war und auftaute, oder wenn es regnete, dann war der alte Weg schnell zu Schlamm aufgeweicht. „Es sah nicht so aus, wie man sich den letzten Weg vorstellt“, wusste nicht nur Steffen Amme, der nach Möglichkeiten für eine Lösung suchte und im Bauwirtschaftshof der Stadt Aschersleben den richtigen Partner fand.

„Man kann es natürlich keinem zumuten, mit Schlammfüßen in die Kapelle zu gehen“, sagt André Könnecke

„Wir machen es jetzt in Eigenleistung“, sagt André Könnecke, der Leiter des Bauwirtschaftshofes. „Man kann es natürlich keinem zumuten, mit Schlammfüßen in die Kapelle zu gehen.“

Da der Bauwirtschaftshof auch Straßenbauer beschäftigt und die Kompetenz im Haus hat, lag es nah, dass die Arbeit von den eigenen Leuten um Bereichsleiter Maik Nielebock übernommen wird.

„Wir haben den Weg 40 Zentimeter ausgekoffert“, berichtet Nielebock über das Vorgehen. Dann wurden auf den 80 Metern zwischen Friedhofstor und Kapelle 250 Tonnen Kies aufgebracht und Borde gesetzt, anschließend kommen nun noch 40 Tonnen Schotter und eine weitere Splittschicht auf den Weg.

„Das ist eine Oberfläche, die Wasser aufnimmt und ableitet. Sie bildetet keinen Schlamm und bleibt fest“, erklärt Andre Könnecke den Vorteil. Auch die neuen Borde bieten Vorzüge. „So lassen sich die angrenzenden Grünflächen besser pflegen. Es ist eine klare Wegebegrenzung“, findet er.

„Wir freuen uns, dass das realisiert wurde“, sagt Ortsbürgermeister Steffen Amme

Die Kosten sind wesentlich geringer, als wenn der Auftrag von Baufirmen ausgeführt worden wäre. Dennoch weist Könnecke darauf hin, dass die Kosten umgelegt werden. „Aber die Gebühren werden deswegen nicht explodieren.“ Die Maßnahmen werden über einen längerfristigen Zeitraum abgeschrieben. „Das verteilt sich auf viele Jahre.“ In Wilsleben werde das akzeptiert. „Für sie war es eine Herzensangelegenheit“, weiß Könnecke.

„Wir freuen uns, dass das realisiert wurde“, unterstreicht Steffen Amme. „Wenn wir das nächste Woche tatsächlich fertig bekommen, dann ist es ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Bürger. Sie haben lange darauf gewartet, doch was lange währt wird gut“, so der Ortschef. Er lobt die Zusammenarbeit mit Bauwirtschaftshof und Tiefbauamt auch mit Hinweis auf die Bitte einer Bürgerin, die im Rollstuhl nicht auf den Friedhof kam. Daraufhin sei im Vorjahr kurzfristig eine Rampe am Eingang angelegt worden, erinnert Amme.

Beim Blick über den Wilslebener Friedhof weist Könnecke auch auf das Problem der aufwendigeren Pflege wegen der Größe hin. „Wenn der Friedhof ein Viertel so groß wäre, wäre immer noch Platz für Grabstellen.“ Doch Teilflächen zu schließen, das ginge leider nicht, da auf dem kompletten Areal in der Vergangenheit immer noch Grabstellen belegt wurden. Also müssen alle Flächen gepflegt werden, denn das sei man den Leuten schuldig, findet er. „Wir versuchen jetzt, die Bestattungen zusammenzuhalten, so dass sich mal Freiräume bilden.“ Aber das werde noch Jahre dauern.

(mz)