Ascherslebener Rosarium wird winterfest

Ascherslebener Rosarium wird winterfest: Verschönerungsverein freut sich über zahlreiche Helfer

aschersleben/MZ - Ralf Klar steht der Schweiß auf der Stirn. Der Ortsbürgermeister von Neu Königsaue schaufelt Eimer mit Erde voll. „Das war unser Plan“, schmunzelt Steffen Amme vom Ascherslebener Verschönerungsverein verschmitzt und muss lachen. Denn bevor am Wochenende die Ascherslebener Rose - die florale Botschafterin der ältesten Stadt Sachsen-Anhalts - an jeden der elf Ortsbürgermeister der Eine-Stadt übergeben wird, sind Verschönerungsverein, der städtische Bauhof und viele Freiwillige dabei, das Rosarium winterfest zu ...

Von regine lotzmann 08.11.2015, 17:27

Ralf Klar steht der Schweiß auf der Stirn. Der Ortsbürgermeister von Neu Königsaue schaufelt Eimer mit Erde voll. „Das war unser Plan“, schmunzelt Steffen Amme vom Ascherslebener Verschönerungsverein verschmitzt und muss lachen. Denn bevor am Wochenende die Ascherslebener Rose - die florale Botschafterin der ältesten Stadt Sachsen-Anhalts - an jeden der elf Ortsbürgermeister der Eine-Stadt übergeben wird, sind Verschönerungsverein, der städtische Bauhof und viele Freiwillige dabei, das Rosarium winterfest zu machen.

„Und wir haben gehofft, dass die Ortsbürgermeister ein bisschen eher kommen und gleich mit anpacken“, verrät Amme und bringt die Erde, die in den Eimern landet zu den Rosen hinüber. Die werden damit angehäufelt, um sie vor kommenden Winterfrösten zu schützen.

„Dieses Jahr haben wir viel mehr Unterstützung als sonst“, freut sich Siegrun Ponikelsky, Vorstandsmitglied im Verschönerungsverein, und schaut auf die vielen Helfer. Die harken altes Laub zusammen und machen die zahlreichen Rosen winterfest. Das zeige, dass die ehemaligen Laga-Flächen von den Ascherslebenern als ihre angesehen werden. Ein schöner Effekt, über den sich der Verschönerungsverein sehr freut. „Wir haben gut etwas bewegt“, findet Siegrun Ponikelsky und greift wieder zum Laubbesen. „Wir müssen uns doppelt ins Zeug legen, wo wir doch nächstes Jahr wieder ein Rosenfest feiern wollen.“

Dass der Verein nun bis zum nächsten Frühjahr mit seinen Blumen in die Winterruhe gehe, heiße aber nicht, dass sich gar nichts tue, erklärt Steffen Amme. Neue Ideen kämen nämlich ständig. Eine davon präsentiert Joachim Hoffmann. Der Nachterstedter Gärtnermeister, der dem Seeland-Gärtnerstammtisch angehört, zeigt das neue Schild für die Rose „Stadt Aschersleben“. Auf dem ist auch zu erfahren, wo es die in den Mitteldeutschen Baumschulen in Reinstedt gezogenen Pflanzen zu kaufen gibt.

Die Rose „Stadt Aschersleben“ ist die florale Botschafterin der ältesten Stadt Sachsen-Anhalts. Nachdem sie zuvor in Schleswig-Holstein produziert wurde, wächst sie nun in den Mitteldeutschen Baumschulen in Reinstedt heran. „Wurzelnackt“ kommt sie dann zu den drei Partnern - Blumenhäusern und Gärtnereien in Aschersleben, Hoym und Nachterstedt -, die die Rose eintopfen und verkaufen.

Die Kleinstrauchrose wird 40 bis 60 Zentimeter groß und bekommt kleine, einfache rote Blüten. Am besten soll sie deshalb in kleinen Gruppen gepflanzt werden, wo sie sich am wirkungsvollsten präsentieren kann. Ein Vorteil der Ascherslebener Rose: Sie ist sehr regenfest.

Eine Kleinstrauchrose kostet 12,50 Euro, ein jetzt auch gezüchteter Hochstamm 22,50 Euro. 2,50 Euro davon gehen als Spende an den Ascherslebener Verschönerungsverein. Das Besondere an den Rosen, die jetzt den elf Ortsbürgermeisterin von Aschersleben übergeben wurden: OB Andreas Michelmann hat sie persönlich veredelt.

„Wir haben jetzt drei Gartenbetriebe, die die Rose vertreiben“, zählt Steffen Amme die Gärtnerei Hoffmann in Nachterstedt, das Gartencenter Traunsberger in Hoym und das Blumenhaus Schmidt in Aschersleben auf. 2,50 Euro vom Verkaufspreis jeder Rose bekommt der Verschönerungsverein. „Was Schönes kaufen, um was Gutes zu tun“, nickt Joachim Hoffmann und überreicht 72,50 Euro für die ersten 29 verkauften Rosen - aufgestockt durch 100 Euro von Jens Traunsberger.

„Dadurch hat der Verschönerungsverein zwischendurch immer mal wieder Geld. Es muss ja mal ein Rosenstock ausgetauscht werden oder Ähnliches“, überlegt Hoffmann, der gleich noch eine weitere Spende dabei hat: einen Beutel „Bodenverbesserer“ - Erde und Dünger - die die Ortsbürgermeister mitnehmen dürfen. Damit die Kleinstrauchrosen gut anwachsen können und sich an ihrem neuen Standort auch wohlfühlen.

Gut anwachsen soll auch das Hochstämmchen der Ascherslebener Rose, das extra gezogen wurde. Das erste, das am Wochenende im Rosarium gepflanzt wird. Doch erst wollen die vielen Helfer das Laub auf den Kleintransporter laden und die letzten Rosen mit einer wärmenden Erdhaube bedecken. Ortsbürgermeister Ralf Klar schippt deshalb weiter Erde in die Eimer und verrät: „Nachher hat die CDU noch eine Überraschung parat: Glühwein und Kaffee für alle!“ (mz)