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Aktion des Verschönerungsvereins Aktion des Verschönerungsvereins : Rosarium wird in den Winterschlaf versetzt

Aschersleben - Viele Freiwillige helfen beim Arbeitseinsatz. Für langjährigen Vorsitzenden soll ein Gedenkstein gesetzt werden.

Von Regine Lotzmann 13.11.2017, 10:55

Mit seiner roten Nase sieht Johannes ein bisschen verfroren aus. Doch das hält den Dreijährigen nicht von der Arbeit ab. Im Rosarium von Aschersleben, das am Wochenende winterfest gemacht wurde, steht der Knirps ganz oben auf dem Container und schippt mit seiner gelben Schaufel die Eimer voll Erde.

„Er wollte unbedingt helfen“, lacht Steffen Amme, sein stolzer Papa, der die Arbeitsgruppe „Rosarium“ leitet. Die ist eine Untergruppe des Ascherslebener Verschönerungsvereins und stets dabei, wenn es darum geht, die Rosenanlage am alten Stadtbad in den Winterschlaf zu schicken oder sie daraus zu erwecken.

Verschönerungsverein Aschersleben: Schwitzen in den Rosenbeeten

„Das Wetter passt“, schaut Amme in den grauen Himmel, der gerade eine Regenpause eingelegt hat. „Und es herrscht rege Betriebsamkeit“, zählt der Wilslebener etwa 30 Ehrenamtliche, die in den Rosenbeeten schwitzen.

„Denn Anhäufeln heißt in unserem speziellen Fall, dass wir die Rosen mit neuer Erde bedecken müssen.“

Warum, das weiß Stadtgärtner Holger Dietrich. Denn auch der Bauwirtschaftshof hilft bei diesem Einsatz ehrenamtlich mit. Wie in jedem Jahr. Eine Fachhilfe, die Amme sehr zu schätzen weiß.

Verschönerungsverein Aschersleben: Aufwendig, aber toll

„Wir haben hier ein ungewöhnliches Konzept für einen Rosengarten“, erzählt Dietrich davon, dass zwischen den Stauden - im Rosarium gibt es 350 Quadratmeter an Rosenfläche - zusätzlich Blumenzwiebeln gesteckt sind, weshalb das traditionelle Anhäufeln nicht in Frage kommt.

Deshalb muss Erde aufgeschüttet werden.

„Das ist zwar ein bisschen aufwendiger, aber es sieht toll aus, wenn im Frühling die Tulpen blühen“, gesteht der Gärtner und erinnert sich an eine Aussage des Planers, der das Areal vor der Landesgartenschau neu gestaltet hatte: „Er meinte, die Rose sei die Königin und eine Königin ohne Begleitung sei nichts wert.“

Verschönerungsverein Aschersleben: Frauen können besser einpacken

Und deshalb sind die Männer - darunter auch die Lehrlinge des Bauwirtschaftshofes, die so gleich etwas über Rosenpflege lernen und teilweise sogar aus Staßfurt angereist sind - kurz vor dem ersten Frost am Erdeschaufeln. Während die Frauen die Hochstämme in eine Schutzgaze wickeln.

Frauen könnten nämlich besser Geschenke einpacken, hatte Dietrich bei der Arbeitsverteilung schmunzelnd gemeint - und offenbar damit recht gehabt.

Ihm macht die Arbeit Spaß. „Ich bin dabei, weil das einfach dazugehört“, sagt er und meint: „Das ist immer eine schöne Runde - und je mehr Leute wir sind, desto schneller werden wir fertig.“

Deshalb freut er sich auch über den Einsatz der Lebenshilfe. „Die haben schon ganz viel vorgearbeitet. Dadurch sind wir heute viel, viel schneller.“

Das bestätigt auch Steffen Amme, der für die freiwilligen Helfer auch eine Überraschung mitgebracht hat: Pünktlich zum Karnevalsbeginn um 11.11 Uhr gibt es am Sonnabend für alle einen Pfannkuchen. „Was sonst“, meint er grinsend.

Verschönerungsverein Aschersleben: Gedenkstein auf Patenschaftsbeet

Auch eine andere Überraschung wurde am Wochenende vorbereitet. „Steinmetz Mario Hecker kommt noch vorbei, denn wir wollen für Jürgen Heidenreich einen Gedenkstein setzen“, kündigt Amme an.

Der in diesem Jahr verstorbene Heidenreich war langjähriger Vorsitzender des Verschönerungsvereins und eine treibende Kraft bei vielen Projekten, so auch bei der Wiederbelebung des Rosariums.

„Der Gedenkstein könnte auf unser Beet, für das wir die Patenschaft haben. Ich denke, das ist eine schöne Geste“, überlegt der Arbeitsgruppen-Leiter. Doch die Mitglieder wollen erst einmal schauen, wo der Stein hinpassen könnte und gut zur Geltung kommt.

„Danach müssen wir das natürlich noch mit der Ascherslebener Kulturanstalt besprechen“, sagt Amme und kümmert sich wieder um seinen Sohn Johannes.

Der steht mit seinem gelben Schippchen etwas ungeduldig auf dem Container voller Erde herum und wartet, dass es endlich weitergeht und ihm leere Eimer gereicht werden. Denn der Dreijährige will helfen.

Genau wie die Kinder von Bauwirtschaftshofchef André Könnecke, die ebenfalls mitgekommen sind.

„Das passt“, freut sich Steffen Amme, dass sein Nachwuchs bei dem Arbeitseinsatz so gleich auch altersmäßig eine nette Begleitung hat. (mz)