Überforderung und Überfütterung: Risiken für den Hund

Bonn/Dortmund/dpa. - Viele Hunderassen haben ihre speziellen körperlichen Schwächen: Schäferhunde sind relativ oft von Hüftleiden betroffen, Möpse von Atemnot. Doch es gibt auch rasseübergreifende Probleme.

Von Überforderung bis Überfütterung: «Achillesfersen» der Hu 29.04.2010, 07:14

Viele Hunderassen haben ihre speziellen körperlichen Schwächen: Schäferhunde sind relativ oft von Hüftleiden betroffen, Möpse von Atemnot. Doch es gibt auch rasseübergreifende Probleme.

Bestimmte Anfälligkeiten, Unverträglichkeiten oder Risiken betreffen die Hunde durch die Bank. Hier kommen wichtige Beispiele:

Überanstrengung

Viele Hunde laufen spielend viele Kilometer. Doch gefährlich kann es werden, wenn der Halter Höchstleistungen vom Tier verlangt, ohne dass es darauf eingestellt ist, warnt Elke Deininger vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. «Im schlimmsten Fall kann der Hund dadurch zusammenbrechen und einen Herzinfarkt erleiden.» Vor allem junge Hunde können überfordert werden, ergänzt Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen in Dortmund. «Sie lassen sich zwar meist nichts anmerken, weil sie es ihrem Besitzer recht machen und mit ihm mithalten wollen.» Das hat unter Umständen weitere üble Folgen - etwa dann, wenn der Vierbeiner auf asphaltierter Straße neben dem radelnden Halter herläuft: «Da können sich Hunde die Füße wund laufen und Schäden an der Ballenhaut erleiden.»

Schokolade

Ihr sind die meisten Hunde nicht abgeneigt. Trotzdem ist es riskant, die Vierbeiner Schokolade fressen zu lassen. «Wenn sich der Vierbeiner mal ein Stück klaut, passiert noch nichts», sagt Deininger. «Problematisch wird es allerdings bei etwas größeren Mengen und Schokolade mit hohem Kakaoanteil.» Das liegt am Stoff Theobromin: In großen Mengen gefressen, ist er für Hunde giftig bis tödlich. «Ungesüßte Kochschokolade hat mit ungefähr 16 Milligramm pro Gramm den höchsten Gehalt.» Wie äußern sich Vergiftungen? «Das kann unter anderem zu zentralnervösen Störungen und Durchfall führen, aber auch der Gang wird unkoordinierter», sagt Klaus Kutschmann, Tierarzt aus Magdeburg. Auf jeden Fall sollte der Halter dann einen Tierarzt aufsuchen.

Hühnerknochen

Sie sollten nur mit äußerster Vorsicht verfüttert werden. «Bei weichen Knochen, beispielsweise den Rippenknochen, dürfte eigentlich nichts passieren», sagt Elke Deininger. Riskant sind allerdings lange Röhrenknochen: Sie können zersplittern und zu Verletzungen der Speiseröhre und des Verdauungstraktes führen.

Überfressen

Wenn man sie lässt, fressen viele Hunde quasi ohne Ende. «Aus Angst, dass es am nächsten Tag nichts mehr geben könnte, überfressen sie sich», sagt Kopernik. Dabei könne bereits leichtes Übergewicht schädlich sein und die Lebenszeit um ein Jahr verkürzen. «Vielen Hundebesitzern ist das aber entweder gar nicht so bewusst, oder sie zeigen ihrem Hund nach wie vor ihre Zuneigung übers Futter.»

Magendrehung

Sie ist lebensgefährlich. «Sie kann auftreten, wenn Hunde zu hastig und zu viel fressen und danach herumtoben», erläutert Kutschmann. «Dann kann sich der Magen aufgasen und umdrehen, wodurch Magenein- und -ausgang verschlossen werden.» Das kann bei allen vorkommen, meist trifft es aber eher große Tiere.

Gewitter

Wenn es blitzt und donnert, kann das bei den Vierbeinern für regelrechte Panik sorgen. «Ist man gerade beim Gassigehen, sollte der Hund deshalb schnell angeleint werden», rät Elke Deininger. «Er empfindet das als besonders unangenehm, weil er durch sein gutes Gehör den Donner lauter wahrnimmt.»

Der Halter

Er ist nach Koperniks Worten sogar die entscheidendste Achillesferse. «Hunde haben selbst dann, wenn es unklug oder sogar gefährlich ist, ein bedingungsloses Vertrauen in ihre Halter. Das kann ihnen zum Verhängnis werden.»