Sonderangebote und Rabatte:

Beim Online-Shopping genau hinschauen

Schnäppchen sind auf den ersten Blick ein Glücksfall - bevor Verbraucher zuschlagen, sollten sie jedoch einige Überlegungen im Hinterkopf behalten.
Schnäppchen sind auf den ersten Blick ein Glücksfall - bevor Verbraucher zuschlagen, sollten sie jedoch einige Überlegungen im Hinterkopf behalten. (Foto: @ Justin Lim / Unsplash.com)

Wer liebt sie nicht, die Schnäppchen? Auch beim Onlineshopping schauen viele genauer hin und suchen nach Rabatten und Sonderangeboten. Doch was sich im herkömmlichen Shop anfassen, von allen Seiten und in Licht und Farbe begutachten lässt, wird online ohnehin im schönsten Glanz auf den Produktfotos vorgestellt. Daher gilt, dass das genaue Hinschauen das A und O ist. Aber worauf sollte bei Sonderangeboten und Rabatten eigentlich geachtet werden? Dieser Artikel nimmt sich das Thema vor.

Brauche ich das wirklich?

Nein, diese Frage hat nicht direkt mit Rabatten oder Sonderangeboten zu tun. Dafür ist diese Frage essenziell darin, ob überhaupt gespart werden kann. Wer beispielsweise ein Make-Up kauft, wenn schon zig Fläschchen, Döschen oder Spender im Schrank stehen, der wird auch beim größten Rabatt nicht sparen. Die Devise ist:

-     Bedarf – nur, wenn Bedarf an einem Produkt vorhanden ist, kann ein Rabatt oder Sonderangebot ausgenutzt werden. Eine leichte Erweiterung gilt den Produkten, die ohnehin immer benötigt werden. Das Toilettenpapier im Megapack ist im Rabatt immer noch günstig, denn gebraucht wird es garantiert. Das fünfte schwarze Shirt im selben Stil hingegen ist eine unnötige Ausgabe.

-     Wunschlisten – sie können schon für die Zukunft genutzt werden. Die meisten Menschen verschenken jährlich etliche Geschenke, sodass hier ruhig einmal bei einem Angebot zugegriffen werden kann. Es muss allerdings sichergestellt sein, dass dieses Produkt tatsächlich verschenkt werden kann.

Wer für sich einkaufen möchte, der sollte immer eine Shoppinglist erstellen und sie wirklich abarbeiten. Was auf der Liste ist, darf gekauft werden, alles rechts oder links neben diesem Produkt nicht. Diese Listen helfen auch dabei, gut durch die Black-Friday-Wochen zu kommen. Statt zu sparen geben hier viele Menschen nämlich eher Geld aus, ohne das zu kaufen, was sie wirklich suchen.

Wo lohnen sich Schnäppchen?

Der wirkliche Lohn bei Schnäppchen ist, wenn hochwertige oder Markenware zu günstigen Konditionen erworben werden kann:

-     Kosmetik – viele Menschen stehen auf die hochwertigen Kosmetika bekannter Marken. Andere lieben die Produkte, die von Stars und Influencern herausgegeben werden. Auf diesem Gebiet lässt sich über Schnäppchen wirklich sparen – doch ist Vorsicht geboten. Umso bekannter ein Produkt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es gefälscht wird. Und für Fälschungen sind im Kosmetikbereich gar Centbeträge zu viel. Wer also gutes Make-up zu günstigen Preisen wünscht, muss genauer hinschauen.

-     Kleidung – Markenbekleidung oder Sportschuhe sind heute teils eine kleine Anlage. Rabattverkäufe und Sonderangebote sind daher gern gesehen, denn die teure Kleidung lässt sich nun zu erschwinglichen Kursen erwerben. Aber: Gefälschte Stücke sind leider an der Tagesordnung.

-     Technische Geräte – Smartphones, TV-Geräte, Dolby-Anlagen, aber auch hochwertige Küchengeräte und Kaffeevollautomaten. Der Elektronikbereich ist ideal für Schnäppchenjagden.

-     Individuell – letztendlich können Schnäppchen auf jedem Gebiet lohnenswert sein. Hobbyisten schätzen es schließlich auch, wenn sie Equipment für ihr Hobby zu günstigeren Kursen erhalten.

Leider entwickelte sich das Internet in den vergangenen Jahrzehnten zu einem virtuellen Äquivalent zu Straßenmärkten. Gefälschte Ware ist stets im Umlauf, hin und wieder nicht nur zum Ärgernis des Käufers, sondern zu dessen Gefährdung. Unlängst berichtete eine Netflix-Doku (Broken, Deutsch: Der Verbrauchermarkt: Ein kaputtes System) über gefälschte Lippenstifte und Lippenpflege. Im Labor kam heraus, dass Klebstoffe im Produkt waren und schon bei etlichen Anwendern zu erheblichen Schäden geführt hatten.

Achtung: Fake-Shop: Echtheitsprüfung ist wichtig

Die Echtheit eines Produkts können Käufer beim Onlinekauf erst prüfen, wenn sie das Produkt in den Händen halten. Sicherlich helfen Kundenbewertungen und eine kurze Google-Suche vor dem Kauf weiter, um von Fakes vorab zu erfahren. Doch die eigentliche Prüfung kann nur beim Kunden zu Hause stattfinden.

Doch sind nicht allein nachgemachte und gefälschte Produkte ein Shoppingproblem, auch Fake-Shops stellen eine große Gefahr dar. Hat der Kunde das Geld erst einmal überwiesen, kann der Shop auch in den Tiefen des Internets verschwinden. Gerade Fake-Shops, die ausschließlich Vorkassezahlungen anbieten, sind bekannt dafür, einige Bestellungen und Bezahlungen abzuwarten – und dann auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Doch wie lässt sich ein solcher Reinfall verhindern?

-     Shop prüfen – bei unbekannten Shops gilt: Googlesuche, Impressumsprüfung, Zahlungsprüfung. Die Googlesuche dient auch der Überprüfung des Impressums. Hier lohnt es sich gerade bei besonderen Schnäppchen, das Impressum mal ohne den Shopnamen nachzuschlagen. Betrüger nutzen gerne Impressen ganz normaler Unternehmen für ihre Zwecke. Da kann der Fake-Shop auch das Impressum einer Bäckerei verwenden. Die Googlesuche hilft zugleich, Erfahrungen anderer Personen zu finden. Unzufriedene Käufer geben ihre Erfahrung wesentlich häufiger preis als zufriedene.

-     URL – ist sie verschlüsselt und welche Endung steht in der Adressleiste? Seriöse Shops verwenden gängige Landeskennungen, einige auch die anerkannten Sonderkennungen. Wird .to oder eine ähnliche Kennung verwendet, ist immer Vorsicht geboten.

-     Zahlungsmethoden – sobald nur Vorkasseleistungen anerkannt werden, sollte ein anderer Shop gesucht werden. Dies gilt auch für Überweisungen gleich nach Bestellaufgabe. Sofortüberweisungen sind hingegen sicher, da hier ein Käuferschutz mit im Hintergrund steht.

-     Markante Preise – genauer hingeschaut werden muss bei fast schon unrealistischen Preisen. Wird das neue Flaggschiff von Samsung oder das iPhone kurz nach dem Verkaufsstart für 500,00 Euro angeboten, kann das Angebot nicht real sein. Im besten Fall erhalten Käufer in diesen Shops noch ein minderwertiges oder altes Smartphone, im schlimmsten Fall ist das Geld weg und der Shop aufgelöst.

Bei Kosmetikartikeln, aber auch bei Elektrogeräten, ist ein gesonderter Blick notwendig. Gefälschte Kosmetikartikel besitzen gerne schädliche Inhaltsstoffe, während auf Elektrogeräten zwar die notwendigen Aufkleber angebracht sind, doch nie eine technische Prüfung stattfand. In diesem Fall kann die Benutzung des Föhns oder Wasserkochers zu einer echten Gefahr werden.

Wer die Angebote genau checkt, kann am Ende wirklich günstig einkaufen.
Wer die Angebote genau checkt, kann am Ende wirklich günstig einkaufen.
(Foto: @ Markus Winkler / Unsplash.com)

Fazit – auch bei Schnäppchen achtsam sein

Jeder kennt dieses Gefühl. Da steht ein Produkt im virtuellen Regal, ein Produkt, was man schon immer haben wollte. Und jetzt ist es unglaublich günstig, die Finger zucken schon auf Maus oder Touchpad und das Hirn murmelt »kaufen, kaufen, kaufen« besser als jedes buddhistische Mantra. Doch gerade in diesen Augenblicken gilt es, Stärke zu zeigen und genauer hinzuschauen. Ist der Shop echt, was sagt das Impressum? Was sagen Konkurrenzshops zum Preis – ist der überhaupt realistisch oder wird hier gerade ein Porsche zum Preis eines Rutschautos vertrieben? Wer bei der Jagd nach Schnäppchen jedoch hinschaut, der spart nicht nur Geld, sondern wird auch Freude am Produkt haben.