Sonderangebote

Ein Trend der während der Pandemie weiter zunahm

Sonderangebote
Sonderangebote (Foto: webandi auf pixabay)

Sonderangebote, Rabattaktionen, Restposten, Jubiläumsangebote - die Sonderaktionen des Einzelhandels haben viele Namen. Als Konsumenten sind wir ständig davon umgeben und tatsächlich sind sie ein wichtiger Bestandteil unseres Einkaufserlebnisses und prägen unser Konsumverhalten.

Wir lieben Sonderangebote und sind oft ganz gezielt auf der Suche nach dem nächsten Schnapper. Die meisten Deutschen durchforsten mindestens einmal die Woche Anzeigenblätter. Immer beliebter werden Angebote und Rabattaktionen auch in digitaler Form. Viele große Geschäfte wie Supermärkte und Drogerien haben mittlerweile eigene Apps, in denen Rabattcoupons und Angebote abgerufen werden können und gerade beim jüngeren Publikum erfreuen sie sich großer Beliebtheit.

"Die Statistik zeigt, dass Online-Angebote und Broschüren während der schlimmsten Pandemie-Situation am beliebtesten waren. Heutzutage erleben wir die gleiche Situation wie vor der Pandemie. Einige der Einzelhändler verlagerten ihre Marketingaktivitäten mehr auf Online-Werbung. Und das tun sie immer noch, was großartig ist. Wir können sehen, dass sich die Welt mehr und mehr ins Digitale verlagert", sagt Kristina Cveckova, Brand Managerin eines der größten globalen Flugblattprojekte Kimbino.

Warum gibt es eigentlich Sonderangebote?

Sonderangebote gibt es rein logisch aus drei verschiedenen Gründen. Es gibt Produkte, die einfach weg müssen, Geschäfte, die neu aufmachen oder schließen und es gibt Sonderangebote, die aus Marketing- Gründen angeboten werden. In der Praxis haben wir als Verbraucher am häufigsten mit ausgeklügelten Marketingaktionen zu tun, vor allem in Supermärkten und Discountern. Diese durchdachten Werbeaktionen sollen uns ins Geschäft locken und versprechen uns ein erfolgreiches Einkaufserlebnis.

Die Psychologie des Sonderpreises

Da wir Menschen im Herzen Sammler und Jäger sind, reizt uns die Schnäppchenjagd ganz instinktiv. Etwas billiger bekommen, dabei einen Vorteil haben und einfach schlauer als die anderen einkaufen - das sind, bewusst oder unbewusst, unsere Beweggründe, Sonderangebote gezielt zu suchen und auch abzuwarten. Aber es geht nicht nur um Geld. Erfolgserlebnisse beim Shoppen machen nachweislich glücklich.

Der Einzelhandel weiß das natürlich und macht sich die Psychologie des Konsumenten zu Nutze.

So werden Woche für Woche neue Angebotspreise beworben, sei es im Food oder Non-Food Bereich, die von geringen Preisreduzierungen bis hin zu echten Schnäppchenpreisen reichen. So wird allgemein der Eindruck erweckt, das ganze Sortiment sei günstig und gerade neue Kunden, die sonst vielleicht woanders einkaufen, werden in den Laden gelockt.

Aber der Handel weiß, dass wir in der Regel nicht nur die Tomatensoße im Angebot kaufen. Bei der Gelegenheit kaufen wir in der Regel noch allerlei andere Produkte zum regulären Preis, denn genauso hat es das Marketing des Ladens vorausgesehen.

Sonderangebote sind somit ein fester Bestandteil unseres Konsums geworden und können gleichzeitig neue Kunden ins Geschäft holen. Der Händler macht auf sich aufmerksam.

Doch was verdient das Geschäft eigentlich an sehr günstig angebotenen Waren?

Macht der Händler durch Sonderangebote Verluste?

Diese Frage stellt man sich gelegentlich, wenn man bestimmte Preise betrachtet. Und direkt kann man sie nicht beantworten. In Deutschland gibt es einen Spielraum für die Preisgestaltung, der sich in der Regel zwischen dem Listenpreis und dem Selbstkostenpreis bewegt. Damit ein Angebot auch wirklich ein Sonderangebot ist, muss der vermeintliche Schnäppchenpreis mindestens 5% unter dem offiziellen Listenpreis liegen. Damit hat der Händler also noch keinen Verlust gemacht.

Lediglich mittlere und kleine Unternehmen dürfen unter bestimmten Umständen auch unter Selbstkostenpreis verkaufen, in diesem Fall zahlt der Händler tatsächlich drauf. Aber warum sollte man das tun? Ganz einfach: Jedes Unternehmen arbeitet mit einer sogenannten Mischkalkulation. Sonderangebote werden strategisch beworben und gezielt im Geschäft platziert und bieten dem Kunden einen Vorwand, um das Geschäft zu besuchen. Meistens kaufen diese aber nicht nur das Sonderangebot, sondern auch allerlei mehr. Das gilt insbesondere für Supermärkte und Discounter. In der Summe, also dem Mix aus verschiedenen Produkten, verdient das Geschäft also immer.

Während bei den meisten von uns Sonderangebote gelegentlich gerne genutzt werden, gibt es übrigens Menschen, die sich die gezielte Schnäppchenjagd zur Lebensmission gemacht haben: das sogenannte extreme Couponing. Dieser Trend kommt aus den USA, wo Rabattcoupons eine längere Tradition haben als hierzulande. Diese fast schon professionellen Schnäppchenjäger verbringen viel Zeit damit, Coupons und Rabatte zu sammeln und so gezielt einzukaufen, sodass sie nie den vollen Preis zahlen und immer sparen. Effektiv ist das Ganze bestimmt, aber auch sehr zeitintensiv.