Neues Ausbildungsjahr

Optionen für Jugendliche ohne Lehrstelle

Nicht jeder und jede hat zum Start ins neue Ausbildungsjahr schon eine Stelle gefunden. Was dann? Es gibt viele Programme, die genau auf diese Situation zugeschnitten sind.

Von dpa
Aushelfen im Pflegeheim: Das FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) oder andere Freiwilligendienste können eine Alternative zum Ausbildungsstart sein.
Aushelfen im Pflegeheim: Das FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) oder andere Freiwilligendienste können eine Alternative zum Ausbildungsstart sein. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Berlin - Jugendliche, die kurz vor Start des neuen Ausbildungsjahr noch keine Stelle gefunden haben, müssen das Jahr nicht gleich abschreiben. Ja nachdem, welche Voraussetzungen und Vorstellungen sie mitbringen, können sie alternative Wege einschlagen. Was bietet sich an?

STELLENBÖRSEN: Derzeit gebe es zum Beispiel noch viele unbesetzte Ausbildungsplätze, sagt Daniela Wilke, Berufsberaterin bei der Bundesagentur für Arbeit in der Region Berlin-Brandenburg. „Gerade im Handwerk, aber auch im Handel.“

Die gilt es zu finden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) verweist für die Suche nach offenen Lehrstellen auf die Internetseiten der Handwerkskammern sowie bundesweit auf lehrstellen-radar.de. Auch die Industrie- und Handelskammern sammeln unter ihk-lehrstellenboerse.de freie Ausbildungsplätze, weitere Angebote finden Interessierte zudem über die Jobbörse der Arbeitsagentur unter jobboerse.arbeitsagentur.de.

EINSTIEGSQUALIFIZIERUNG: Wer bei der Suche nach einem Ausbildungsberuf in der Wunsch-Branche bislang noch nicht erfolgreich war, kann auch über eine Einstiegsqualifizierung (EQ) nachdenken. Das Programm soll jungen Menschen den Weg in die Ausbildung erleichtern. Mitfinanziert von der Agentur für Arbeit können junge Erwachsene ein sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum absolvieren, das sie auf die Ausbildung vorbereitet. Während der Qualifizierungsmaßnahme verdienen Jugendliche auch schon etwas Geld und können die Berufsschule besuchen.

BERUFSVORBEREITENDE BILDUNGSMAßNAHME: Daneben verweist Daniela Wilke auf ein Angebot, das sich Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) nennt. Es dient ebenfalls der Vorbereitung auf eine Ausbildung. Anders als bei der Einstiegsqualifizierung können Jugendliche und junge Erwachsene in Praktika gleich verschiedene Berufsfelder austesten.

„Das ganze dauert bis zu 12 Monate, währenddessen werden die Jugendlichen sozialpädagogisch begleitet“, sagt die Berufsberaterin. So helfen die Betreuerinnen und Betreuer etwa dabei, passende Praktikumsplätze zu finden.

FREIWILLIGENDIENST: Wer noch gar nicht wirklich weiß, was der Wunschberuf ist, oder ob es überhaupt eine Ausbildung sein soll, kann sich etwa für den Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bewerben. „Beides sind gute Möglichkeiten, und es gibt derzeit noch viele offene Angebote“, sagt Wilke.

REGIONALE ANGEBOTE: Nicht zuletzt können sich Jugendliche bei ihren örtlichen Berufsberatungen der Agentur für Arbeit zu regionalen Angeboten informieren. „In Berlin gibt es beispielsweise auch das Berliner Ausbildungsmodell“, so Wilke. In dem einjährigen Bildungsprogramm bekommen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, die gleichen theoretischen und praktischen Inhalte vermittelt wie im ersten Jahr einer dualen Ausbildung - zum Teil in der Schule, zum Teil in Betriebspraktika.

Das Programm ist auf fünf ganz bestimmte Ausbildungsberufe begrenzt. Ziel ist es, spätestens zum zweiten Jahr einen Ausbildungsvertrag abzuschließen. Dabei wird man von Lehrkräften und einem Coach-Team unterstützt. Die Ausbildungszeiten des Bildungsgangs werden dann auf die reguläre Ausbildung angerechnet.