Geht's dir eigentlich gut?

Nährstoffanalyse des Gartenbodens

Wer die Zusammensetzung seines Gartenbodens kennt, kann diesen besser düngen. Der Spätherbst ist eine gute Zeit für die Analyse durch Profilabore.

Von dpa 19.11.2021, 04:46
Wer die Zusammensetzung seines Gartenbodens erfahren will, kann diesen in einem Labor analysieren lassen.
Wer die Zusammensetzung seines Gartenbodens erfahren will, kann diesen in einem Labor analysieren lassen. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Veitshöchheim - Man kann eigentlich kaum was falsch machen: Wenn der Boden im Gemüse- und Staudenbeet gut ist, wächst darin auch was. Aber die Pflanzen laugen den Boden mit der Zeit aus und unsere Düngergaben sind nicht immer bedarfsgerecht.

Daher kann es sich lohnen, ab und an mal eine Bodenanalyse im Labor durchführen zu lassen. Das muss laut Bayerischer Gartenakademie nicht jedes Jahr passieren, da sich innerhalb eines Jahres der Nährstoffgehalt wenig verändert.

Sie rät aber im Gemüsegarten etwa alle fünf Jahre dazu, da hier einige Pflanzen wachsen, die einen hohen Nährstoffbedarf haben. Außerdem kann es sinnvoll sein, bei einem neuen Garten vor dessen Anlage die Grundwerte des Bodens zu kennen.

Warum ist die Bodenuntersuchung wichtig?

Hobbygärtner neigen nach Angaben von Experten dazu, ihren Beeten zu viel statt zu wenig Dünger zu geben. Bundesweite Untersuchungen von Bodenproben haben gezeigt, dass die meisten Gartenböden sogar extrem überversorgt sind, vor allem mit Phosphor und Kalium, aber auch mit Stickstoff, wie das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft erläutert.

So eine Überdüngung hat Auswirkungen auf die Umwelt, die Qualität der Pflanzen und unter Umständen auch auf die Gesundheit des Menschen. Denn wird dem Boden zum Beispiel zu viel Stickstoff zugeführt, kann sich Nitrat in den Pflanzen anreichern. Aus Nitrat kann Nitrit entstehen und dieses wiederum in Nitrosamine umgewandelt werden. Nitrosamine gelten als krebserregend. Deshalb kann der Verzehr einer solchen Pflanze ungesund sein.

Außerdem ermuntert viel Stickstoff die Pflanzen, viel Laub auf Kosten der Früchte im Gemüsebeet zu bilden. Und sie werden empfindlicher gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Wann, wo und wie mache ich die Analyse?

Die Bayerische Gartenakademie rät dazu im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr, da die Beete dann leer sind. Private Anbieter, genauso wie Dienstleistungslabore der Landwirtschaftskammern, untersuchen gegen Gebühr die Bodenproben. Je nach Auswertungsumfang ist das ab circa 20 Euro möglich.

Meist gibt das Labor vor, welche Art Probe es benötigt oder hilft im Zweifel auf Nachfrage mit einer Anleitung. Es gilt, dabei verschiedene Probeeinheiten zu sammeln und zu mischen. Zum Beispiel indem man mit einem Spaten 15 bis 20 Proben aus rund 25 Zentimeter Tiefe entnimmt.

Von diesen wird dann jeweils eine Portion Erde mit einem Löffel entlang der ganzen Stichkante von unten nach oben abgekratzt. Diese Portionen werden gemischt und 500 Gramm davon in einem sauberen Beutel gegeben und weggeschickt. Es kann auch sein, dass das Labor eine Liste anfordert, in die der Hobbygärtner einträgt, welche Kulturen er anbaut.

Was erfährt man bei der Bodenuntersuchung?

Die beste Zusammensetzung und Dosis beim Düngen lässt sich durch eine Standard-Bodenuntersuchung bestimmen. Dabei wird die aktuelle Versorgung des Bodens mit Kalium und Phosphor ermittelt. Außerdem wird der pH-Wert untersucht. Der Stickstoffgehalt wird in der Regel nicht mit analysiert, da er sehr veränderlich ist, so die Gartenakademie.

Mit Hilfe der Ergebnisse können Gartenbesitzer zielgerichteter düngen. Oft zeigt sich nämlich, dass Volldünger nicht nötig sind. Wer mit den reinen Zahlen nichts anfangen kann, der sollte einen Anbieter wählen, der auf Wunsch bedarfsgerechte Düngeempfehlung für den getesteten Boden gibt.