Studie

Online-Shopper zahlen am liebsten per Rechnung oder Paypal

Das digitale Bezahlen wird immer wichtiger. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb von der Politik, Konsumenten besser zu schützen.

Von dpa 04.05.2022, 14:37
Einer Studie zufolge konnte der Online-Bezahldienst PayPal konnte seinen Marktanteil 2021 von 24,9 auf 28,2 Prozent steigern.
Einer Studie zufolge konnte der Online-Bezahldienst PayPal konnte seinen Marktanteil 2021 von 24,9 auf 28,2 Prozent steigern. Silas Stein/dpa

Köln/Berlin - Der Kauf auf Rechnung oder das Zahlen mit Paypal sind in Deutschland einer Studie zufolge die mit Abstand beliebtesten Zahlungsarten beim Online-Shopping. Immerhin 28,3 Prozent aller Online-Umsätze wurden 2021 per Rechnung bezahlt, wie das Kölner Handelsforschungsinstitut EHI in seiner Studie „Online-Payment 2022“ berichtete.

Damit verteidigte der Einkauf auf Rechnung seine Spitzenposition im Bezahlranking - allerdings nur knapp. Denn die Beliebtheit der Bezahlart sank. 2020 wurden noch 30,4 Prozent aller Online-Einkäufe per Rechnung bezahlt.

Kunden zahlen immer öfter mit Paypal

Rasant gestiegen ist die Beliebtheit von Paypal. Der Online-Bezahldienst konnte seinen Marktanteil 2021 von 24,9 auf 28,2 Prozent steigern und verfehlte damit die Spitzenposition im Einkaufsranking nur knapp. „In der Pandemie ist das Online-Geschäft zum Treiber der Handelszuwächse geworden“, sagte EHI-Experte Horst Rüter. „Dabei bezahlt die Kundschaft immer öfter mit Paypal.“

Auf dem dritten Platz im Beliebtheitsranking der Zahlungsarten im Internet lag das Lastschriftverfahren mit einem Umsatzanteil von 17,4 Prozent - etwas weniger als im Vorjahr. Kreditkarten wurden bei 11,4 Prozent der Einkäufe eingesetzt - ebenfalls etwas seltener als im Vorjahr. Alle anderen Zahlungsarten wie Einkäufe auf Vorkasse, Sofortüberweisungen oder Nachnahme spielten eine untergeordnete Rolle.

Markt konzentriert sich auf wenige Zahlungsdienstleister

Angesichts der wachsenden Bedeutung des digitalen Zahlungsverkehrs forderte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) die Politik auf, die Interessen der Konsumenten in diesem Bereich stärker zu schützen. „Wir beobachten, dass Anbieter zunehmend ihre Marktposition ausnutzen und dadurch die Bedürfnisse von Verbraucherinnen und Verbrauchern in Gefahr geraten“, sagte vzbv-Expertin Dorothea Mohn. „Die Politik muss die Weichen für den Zahlungsverkehr der Zukunft stellen, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen und die Privatsphäre geschützt wird.“ Außerdem müsse sichergestellt werden, dass alle Zugang zum Zahlungsverkehr haben.

Einem Gutachten des Forschungsinstituts ibi research im Auftrag des vzbv zufolge gibt es nur wenige Anbieter, die den digitalen Zahlungsverkehr dominieren. Diese hohe Marktkonzentration erschwere es den Menschen, sich gegen unerwünschtes Verhalten von Zahlungsdienstleistern zu wehren, weil es an alternativen Angeboten mangele oder diese nur unter hohem Aufwand zu erreichen seien. Das reiche von den Kosten der Angebote, dem Ausmaß der kommerziellen Überwachung bis zu unzureichendem Kundenservice.