Entspannt in den Ruhestand:

Die Renten-Ideen für Clevere

Heute schon an die Rente denken und die Versorgungslücke schließen. Eine Sofortrente ist eine Option für eine lebenslange monatliche Zusatzzahlung. pixabay.com @ Alexas_Fotos (CC0 Creative Commons)

Manchen dürfte beim Blick auf den Rentenbescheid ein mulmiges Gefühl im Bauch beschleichen. Die garantierte Rente im Ruhestand ist vielleicht doch nicht so hoch, wie vielleicht gedacht. Was tun, um im Ruhestand nicht am Hungertuch zu nagen und den Lebensstil dennoch aufrechterhalten zu können? Wer clever ist, baut vor und hat einen Rentenplan mit verschiedenen Anlage-/Investitionsideen.

Wie viel staatliche Rente bekomme ich überhaupt?

Die Freude auf den Ruhestand wird häufig durch die Angst um die fehlende finanzielle Absicherung getrübt. Reicht meine Rente künftig, um den Lebensstandard halten zu können oder muss ich Einbußen hinnehmen? Viele Pensionäre müssen ihren wohlverdienten Ruhestand sogar zeitweise aufgeben, um ihre klamme Rentenkasse aufzufüllen.

Wer beispielsweise wie der 66-jährige Co.-Trainer des FC Bayern München Hermann Gerland in Rente geht, dürfte bereits vorher kalkuliert haben, was ihn erwartet. Bei einem Gehalt von ca. 5.000 € würde die monatliche Rente ca. 2.000 € entsprechen. Abhängig sind gesammelte Rentenpunkte und Arbeitsjahre. Wer einen Verdienst von ca. 3.000 € hat, hat eine Rentenzahlung von ca. 1.300 €.

Tipp: Geldsegen in Rente einzahlen

Manchmal gibt es einen (unverhofften) Geldsegen. Wer erbt oder gewinnt, eine Immobilie veräußert, kann die liquiden Mittel für seine künftige Rente effizient nutzen. Eine Möglichkeit: die Sofortrente. Hierbei wird die Summe einmalig beim Versicherungsunternehmen eingezahlt und für die Rentenzahlung genutzt. Da die Auswahl der Versicherungsunternehmen und Rentenoptionen so vielfältig ist, sollte jeder interessierte, Sofortrente Angebote vom Experten einholen.

Wie viel Rente brauche ich zusätzlich? – Die Bedarfsermittlung ist sinnvoll

Die Höhe der staatlichen Rente genügt oftmals nicht, um die gewünschten Ansprüche zu decken. Um diese finanzielle Lücke zu schließen, ist die Sofortrente eine Option. Kalkuliert wird zunächst, wie hoch die Rentenansprüche aus den bisherigen Arbeitsjahren sind. Im weiteren Schritt wird die monatliche benötigte Summe für den Lebensstil bestimmt. Die Differenz wird nun durch alternative Rentenmöglichkeiten gedeckt.

Wer beispielsweise aus dem Unternehmen ausscheidet, bekommt häufig eine Abfindung gezahlt. Diese Zahlungen können für die Sofortrente genutzt werden. Möglich ist es damit auch, trotz Ausscheiden aus dem Unternehmen weiter beruflich aktiv zu sein (ähnlich wie der Ex-Nationalspieler Khedira, der seine Karriere ebenfalls beendete). Die einmalige Zahlung bedingt nämlich nicht, dass die Rente sofort zur Auszahlung gebracht wird.

Betrag abhängig vom Versicherungsunternehmen wählbar

Die Erfahrungen zeigen, dass die Vertragsgestaltung für die Sofortrente variiert. Das betrifft auch die Mindesthöhe bei der Einzahlung. Einige Sicherungsunternehmen bieten eine Einzahlung von unter 10.000 €, andere haben einen deutlich erhöhten Mindestbetrag. Je höher der Betrag bei der Einzahlung, desto höher kann auch die zusätzliche Zahlung ausfallen.

Steuervorteile bei der Sofortrente nutzen

Die Sofortrente bietet auch steuerliche Vorzüge. Sie war zwar entgegen der Riester-Rente nicht staatlich gefördert, doch können sich Versicherungsnehmer den Steuervorteil verschaffen. 18 % der privaten Rente müssen auf Basis des Ertragsanteils steuerlich berücksichtigt werden – ein Leben lang.

Mit der Sofortrente früher in den Ruhestand und trotzdem Lebensstandard halten

Häufig wird die Sofortrente auch genutzt, um die schönen Seiten des Lebens viel früher zu genießen. Wer die Vorruhestandsphase ohne finanzielle Einbußen erleben möchte, sichert sich mit der Sofortrente Extra-Einkommen. Damit fällt es leichter, sich beschwingter auf den Ruhestand zu freuen, ohne dabei Angst um den Lebensstandard haben zu müssen.

Alternative Renten-Ideen

Nicht jeder hat eine größere Summe für die einmalige Zahlung der Sofortrente zur Verfügung. Dennoch muss sich niemand ausschließlich auf seiner staatlichen Rentenzahlung ausruhen. Es gibt unzählige Renten-Ideen, welche auch mit monatlichen Zahlungen und sogar staatlicher Unterstützung realisiert werden können. Dazu zählen vor allem die Riester-Modelle oder die Rürup-Rente.

Unterschiede bestehen vor allem bei Mindestbeträgen, dem Förderkreis, der Auszahlung und Flexibilität. Die Riester-Rente ist für Freiberufler und Selbstständige nicht möglich, doch können sie die Rürup-Rente für die zusätzliche Altersvorsorge nutzen. Auch beim Mindestbetrag gibt es Unterschiede. Wer die Riester-Rente nutzen möchte, muss pro Jahr mindestens 4 % des Bruttoeinkommens einzahlen und genießt dann die Förderung des Bundes. Der Gesamtbeitrag muss mindestens 60 €/Jahr betragen, da die Riester-Rente sonst nicht möglich ist. Mehr Flexibilität bietet die Rürup-Rente, denn der Betrag kann frei festgelegt werden. Je mehr eingezahlt wird, desto höher die Steuervorteile.

Bei der Auszahlung herrschen ebenso Unterschiede. Die Rürup-Rente wird monatlich ein Leben lang ausgezahlt. Die Riester-Rente ist flexibler, denn die Auszahlung kann auch bei Renteneintritt mit maximal 30 % des bisherigen angesparten Kapitals erfolgen. Wahlweise steht die monatliche Auszahlung zur Verfügung.

Mehr Flexibilität bietet jedenfalls die Rürup-Rente, denn sie lässt sich der Einkommenssituation deutlich besser anpassen. Die Riester-Rente ermöglicht zwar auch Anpassungen, jedoch können senkende Einzahlungen gegebenenfalls die Fördermöglichkeit verringern.

Steuerliche Vorteile optimal nutzen

Clevere Sparer nutzen die steuerlichen Vorteile vollumfänglich aus. Je höher die Einzahlung bei der Rürup-Rente, desto mehr Steuerersparnis gibt es. Der maximale Betrag für 2021 ist für Verheiratete auf 51.574 € festgesetzt, für allein Veranlagte auf 25.787 €.

Erworbene Ansprüche übertragbar: bei der Rürup-Rente geht das nicht

Interessant ist auch die Frage, ob und inwieweit die bisher erlangten Ansprüche aus den Verträgen vererbbar sind. Wer einen Rürup-Vertrag abgeschlossen hat, kann die Ansprüche nicht vererben. Möglich ist es allerdings, den Versicherungsvertrag durch Zusatzleistungen zu erweitern und somit Kinder oder Ehepartner abzusichern.

Flexibler ist es bei der Riester-Rente möglich, denn der Vertrag kann an den Ehepartner übergehen. Wer möchte, kann den Vertrag auch an die gewünschte Person seiner Wahl überschreiben.

Ist die Kombination aus Riester und Rürup sinnvoll?

Eine Kombination aus beiden Absicherungsmodellen ist möglich, jedoch vor allem für Gutverdienende empfehlenswert. Wer beispielsweise in seiner Festanstellung einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat und den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, kann den Riester-Vertrag nicht mehr nutzen, sondern könnte den Rürup-Vertrag als eine Art der zusätzlichen Absicherung für die Rente abschließen. Der Riester-Vertrag kann beitragsbefreit gestellt werden. Wird später erneut eine Festanstellung aufgenommen, könnte auch der Vertrag wieder aktiviert werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Vertrag weiter zu besparen. Hier würden die Versicherungsnehmer auf die staatliche Förderung verzichten.