Festspiele in Cannes

Deutsche Produzentin hofft auf mehr Frauen in der Branche

Von dpa
Die deutsche Produzentin Maite Woköck.
Die deutsche Produzentin Maite Woköck. Lena Jürgensen/Maite Woköck/dpa

Cannes/Hamburg - Die deutsche Produzentin Maite Woköck schätzt die internationale Vernetzung beim Filmfest Cannes. Dort ist die 41-Jährige die deutsche Teilnehmerin beim Programm „Producers on the Move“, für das 20 Nachwuchsproduzentinnen und -produzenten aus verschiedensten Ländern ausgewählt wurden.

Ihre Firma Telescope Animation hat sich auf die Produktion von Animationsprojekte wie Kinofilme, Serien und Games spezialisiert.

„Die Schwierigkeiten bei Animationsfilmen sind, dass wir sehr hohe Budgets haben“, sagte die in Hamburg lebende Woköck der Deutschen Presse-Agentur. Deswegen reiche meist keine Finanzierung allein aus Deutschland. „Wir sind daher auf internationale Ko-Produktionen angewiesen.“ Die 41-Jährige ergänzte: „Dafür ist „Producers on the Move“ sehr toll, weil es ein Netzwerk bietet. Auf sehr konzentrierte und fokussierte Art lernt man 19 Produzenten aus anderen Ländern kennen, wo sich solche Ko-Produktionen ergeben können - und sich in Zukunft hoffentlich auch ergeben.“

Gemeinsam mit Reza Memari gründete Woköck 2018 die Firma Telescope Animation, die mittlerweile je einen Sitz in Berlin und Hamburg hat. Als „Producerin on the Move“ nahm sie im Mai an einem Online-Programm zu unterschiedlichen Themen rund ums Produzieren teil. Dort stellte man sich laut Woköck gegenseitig die Projekte vor, lernte Festivalleiter kennen und tauschte sich über Finanzierungssysteme in anderen Ländern aus.

Normalerweise finden diese Workshops während des Filmfestivals in Cannes statt. Da dies wegen der Pandemie auf den Juli verschoben wurde, organisierte „Producers on the Move“ vorab eine Online-Version.

Unter den Teilnehmern sind in diesem Jahr zwölf Frauen. „Es gibt bereits viele Produzentinnen“, sagte Woköck über die Branche. „Ich habe das Gefühl, dass wir da gut aufgestellt sind. Aber es gibt noch immer Luft nach oben.“ Das sehe sie gerade bei den Geschichten, die erzählt werden, auch im Kinderbereich. „Das ist doch oft immer noch jungslastig.“