Neue Mission für Abrafaxe

Neue Mission für Abrafaxe: Kult-Zwerge besuchen nun die Hansezeit

Berlin - Es war ein ganz besonderer Coup, den die Macher des ostdeutschen Kult-Comics „Mosaik“ da vor zwei Jahren landeten. Pünktlich zum bevorstehenden Luther-Jahr tauchten Abrax, Brabax und Califax in einer Kupfermine auf, aus dem Dunkel der Geschichte sozusagen, immer noch die Kleider am Leib, die die drei knubbligen Zwerge gerade noch in Rom getragen ...

Von Steffen Könau 17.03.2018, 21:57

Es war ein ganz besonderer Coup, den die Macher des ostdeutschen Kult-Comics „Mosaik“ da vor zwei Jahren landeten. Pünktlich zum bevorstehenden Luther-Jahr tauchten Abrax, Brabax und Califax in einer Kupfermine auf, aus dem Dunkel der Geschichte sozusagen, immer noch die Kleider am Leib, die die drei knubbligen Zwerge gerade noch in Rom getragen hatten.

Aus der Zeit Kaiser Trajans war das 1976 erfundene Trio nun 1.400 Jahre in die Zukunft gebeamt worden - mitten ins Mansfeldische, wo der lange Blonde, der kurze Dicke und der Rothaarige gerade recht kamen, den talentierten Hobbyzeichner Michael kennenzulernen, der sich eben auf den Weg nach Wittenberg macht, um dort in der Werkstatt von Lucas Cranach die Kunst des Malens zu lernen.

Abrafaxe auf dem Weg nach Rom

Spannung, Spaß und viel neues Wissen fanden die Abrafaxe seitdem in Mitteldeutschland. Doch nun ist ihre Mission Reformation erfüllt und sie machen sich auf den Weg zurück nach Rom, um den prächtigen, aus den von Luther so harsch kritisierten Ablassgeldern finanzierten Petersdom persönlich in Augenschein zu nehmen. Aber ganz so einfach wie heute, wo man sich in ein Flugzeug setzt und losfliegt und Stunden später durch die heilige Stadt spaziert, ist es damals eben nicht gewesen, von A nach B zu gelangen. Das müssen auch die Abrafaxe erkennen, denen sich wieder etliche Hindernisse in den Weg stellen.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht abwegig, dass die Mosaik-Macher nun das Thema Hanse als Motto über die Abenteuern der Abrafaxe stellen. Reisen war im späten Mittelalter eine langwierige und aufwendige Angelegenheit, zahllose Unwägbarkeiten und Gefahren lauerten am Wegesrand. Nicht zuletzt deshalb haben sich die Kaufleute zur Hanse zusammengeschlossen, einem Städtebund, zu dem nicht nur Küstenstädte wie Rostock oder Hamburg, sondern auch Halle, Merseburg und Naumburg gehörten.

Es war der Versuch, ein europaweites Netzwerk zu spannen, um einen geregelten Handel und kulturellen Austausch zu ermöglichen. Und er funktionierte mehrere hundert Jahre ziemlich gut, wenn sich die wohlhabenden Hansestädte auch immer wieder gegen Angriffe verteidigen mussten. 

Mosaik inzwischen meistverkauftes Comic-Heft Deutschlands

Die kamen unter anderen von den Likedeelern, der Piratentruppe, deren Hauptmann Klaus Störtebeker später zur Legende wurde. Die Abrafaxe stoßen in Auenhain bei Leipzig auf Spuren des Schatzes dieser Bruderschaft aus Räubern - und mit den drei kleinen Abenteurern können die Leser sich künftig mit jeder Nummer des Mosaik auf eine interaktive Schatzsuche machen.

Das Comic-Magazin aus Berlin, das seit einiger Zeit das meistverkaufte Comic-Heft in Deutschland ist, geht dabei mit der sogenannten Mosaik Magic App neue Wege: Die Smartphone-Applikation beruht auf dem Prinzip der Augmented Reality, überlagert also die echte Realität mit der aus dem Comic, und hilft so beim Finden des Seeräuberschatzes.

Bis die Abrafaxe Mecklenburg-Vorpommern erreichen, wird es noch etwas dauern, doch die Mosaik-Redaktion sieht ihre Schützlinge auf dem richtigen Weg. Mecklenburg-Vorpommern ist ebenso wie Mitteldeutschland Mosaik-Land: Vor einigen Jahren gab es das große Abrafaxe-Musical in Greifswald und im Mai letzten Jahres die Uraufführung der Abrafaxe-Symphonie im Volkstheater Rostock. Pünktlich zur großen Feier zur 800-Jahrfeier Rostocks im Sommer werden Abrax, Brabax und Califax dann an der Küste ankommen. Klar, dann ist ja dort wieder Hansetag. (mz)