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Der Inbegriff aller Börsen-Plätze: New York

07.07.2022, 11:23
Der Inbegriff aller Börsen-Plätze: New York
Der Inbegriff aller Börsen-Plätze: New York Bild: Pexels, Arpan Parikh

Es gibt unzählige Börsen auf der Welt, von denen viele für die Weltwirtschaft bedeutungslos sind. Und es gibt zwei Börsen, die die gesamte Weltwirtschaft ins Schleudern bringen, wenn es an diesen Handelsplätzen schlecht läuft: Die New Yorker Börse (NYSE) und die Nasdaq. Auf diese beiden Börsen entfällt der größte Teil des weltweiten Aktienhandels und fast der gesamte Aktienhandel Nordamerikas. Gleichzeitig unterscheiden sich die NYSE und die Nasdaq in ihrer Funktionsweise und den Arten von Aktien, die hier notiert werden. Aktien beider Börsenplätze können über die Berliner Trading-App AGORA direct an- und verkauft werden.

Die New York Stock Exchange (NYSE) mit Sitz in New York City ist die älteste noch bestehende amerikanische Börse und gemessen an der gesamten Marktkapitalisierung der dort notierten Wertpapiere die größte Aktienbörse der Welt. Die Nasdaq ist ein globaler elektronischer Marktplatz für den Kauf und Handel von Wertpapieren, an dem viele der weltweiten Technologiegiganten - darunter Apple und Google - notiert sind. Bei der NYSE handelt es sich um einen Auktionsmarkt, auf dem Spezialisten (sogenannte „designierte Market Maker“ ) tätig sind, während die Nasdaq ein Händlermarkt ist, auf dem viele Makler miteinander im Wettbewerb stehen.

Aufgeregte oder verzweifelte Aktienhändler prägten oft das Bild von Börsensälen, bis diese vom elektronischen Handel abgelöst wurden. Die NYSE hat zwar noch immer einen physischen Handelssaal in der Wall Street in New York City, aber der weitaus größte Teil des Handels wird über das Datenzentrum in Mahwah, N.J., abgewickelt. Die Nasdaq hingegen verfügt nicht über einen physischen Handelssaal. In den Rechenzentren der beiden Börsen findet der Handel direkt zwischen Anlegern, die kaufen oder verkaufen wollen und Markt-Machern statt.

Was sind die “Markt-Macher” und die “Designated Market Maker”?

Sowohl die Nasdaq als auch die NYSE setzen „Market Maker“ ein, um die Liquidität zu verbessern und einen fairen und geordneten Markt aufrechtzuerhalten. Es gibt jedoch Unterschiede bei den Aufgaben, den diese Fachleute an den beiden Börsen haben.

An der Nasdaq halten die „Market Maker“ Aktienbestände vor, um im Rahmen von Transaktionen mit einzelnen Kunden und anderen Händlern von ihren eigenen Konten aus zu kaufen und zu verkaufen. Market-Maker nennen immer zwei Kurse: den Geld- und den Briefkurs für ein Wertpapier, für das so ein Markt geschaffen wird. Mehr als 260 solcher Market-Making-Firmen stellen Liquidität für an der Nasdaq notierte Aktien bereit. Dieser Wettbewerb trägt dazu bei, dass Käufer und Verkäufer die besten Preise erhalten.

An der NYSE werden die Feststellungen der Markt-Preise von den „Designated Market Makers“ (DMMs) sichergestellt, die früher als „Spezialisten“ bezeichnet wurden. DMMs haben mehr Aufgaben als traditionelle Market Maker. Sie sind der menschliche Ansprechpartner für das börsennotierte Unternehmen auf dem NYSE-Parkett. DMMs sorgen für Stabilität, indem sie bei Ungleichgewichten die andere Seite des Handels übernehmen: Sie kaufen, wenn die Anleger verkaufen und andersherum. Sie führen die Eröffnungs- und Schlussauktionen durch und nutzen sowohl menschliche Analysen und Einschätzungen als auch Algorithmen, um die Preise für einzelne Aktien festzulegen.

NYSE und Nasdaq – Traditionsbewusst und Newcomer-freundlich

Das Image von NYSE und Nasdaq sind auch heute noch recht unterschiedlich, wenn auch nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor 20 Jahren. Die Nasdaq ist für Technologie und Innovation bekannt und beherbergt Unternehmen aus den Bereichen Digitaltechnik, Biotechnologie und anderen Bereichen, die eine innovative Vorreiterrolle spielen. Daher gelten die an der Nasdaq notierten Aktien als wachstumsorientiert, aber auch als volatiler: Es kann stärkere Ausschläge nach oben oder unten geben. Im Gegensatz dazu werden Unternehmen, die an der NYSE notiert sind, als stabiler und etablierter wahrgenommen. Die NYSE zieht Blue Chips und Industrieunternehmen an, von denen viele schon seit Generationen im Geschäft sind.

Aber aus den jungen Technologie-Unternehmen an der NASDAQ sind viele inzwischen selbst Industriegiganten geworden, die die Unternehmen an der NYSE hinsichtlich ihrer Bedeutung übertreffen. An der NASDAQ sind schließlich Aktiengesellschaften wie Apple, Google, Microsoft, Meta (früher Facebook), Amazon und Intel notiert. Aber die Tradition als Börsenplatz für junge Unternehmen verfolgt die NASDAQ weiter. Mit den nur dort möglichen direkten Notierungen kann der Verkauf von Unternehmensanteilen deutlich günstiger begonnen werden als beispielsweise mit einem Börsengang an der NYSE. Deswegen lohnt es sich, auf Unternehmen zu achten, die an der NASDAQ starten und beispielsweise über Handelsplattformen wie AGORA direct vorsichtig einzusteigen: Die Unternehmen stehen zwar am Anfang ihrer AG-Karriere, sind aber von den US-Finanzaufsicht gründlich geprüft worden. Und auch die Börse selbst hat kein Interesse daran, Luftnummern wie das deutsche Skandalunternehmen Wirecard zu listen, dass der Frankfurter Börsenaufsicht erst als dubios aufgefallen war, als britische Finanzzeitungen längst über die kriminellen Machenschaften berichteten.