US-Firma kauft Lovoo

US-Firma kauft Lovoo: 70 Millionen für umstrittene Flirt-App aus Dresden

Dresden - Diese Übernahme dürfte in der deutschen IT-Branche für Furore sorgen: Der Flirt-App-Anbieter Lovoo aus Dresden wird für 70 Millionen Dollar (58 Millionen Euro) vom US-Konzern The Meet Group gekauft. Die Amerikaner betreiben bereits mehrere konkurrierende Plattformen wie Hi5 oder MeetMe. Mit rund fünf Millionen aktiven Nutzern im Monat werde Lovoo aber die populärste Marke sein, erklärte The Meet Group am Mittwoch. Der hohe Preis ist erstaunlich, hatte Lovoo doch in den vergangenen zwei Jahr mit Betrugsvorwürfen zu kämpfen. So sollen Fake-Profile von Frauen angelegt worden ...

Von Steffen Höhne 20.09.2017, 18:32

Diese Übernahme dürfte in der deutschen IT-Branche für Furore sorgen: Der Flirt-App-Anbieter Lovoo aus Dresden wird für 70 Millionen Dollar (58 Millionen Euro) vom US-Konzern The Meet Group gekauft. Die Amerikaner betreiben bereits mehrere konkurrierende Plattformen wie Hi5 oder MeetMe. Mit rund fünf Millionen aktiven Nutzern im Monat werde Lovoo aber die populärste Marke sein, erklärte The Meet Group am Mittwoch. Der hohe Preis ist erstaunlich, hatte Lovoo doch in den vergangenen zwei Jahr mit Betrugsvorwürfen zu kämpfen. So sollen Fake-Profile von Frauen angelegt worden sein.

Flirt-App Lovoo kam 2011 auf den Markt - Nutzerzahlen steigen rasant

Im Oktober 2011 kam die von Benjamin Bak und Florian Braunschweig entwickelte Flirt-App auf den Markt. Seither steigen die Nutzer-Zahlen rasant an. Dem Unternehmen gelang es in kurzer Zeit, in 17 Länder zu expandieren - so gibt es die Dating-App in sechs Sprachen. Monatlich greifen auf Lovoo den Angaben zufolge rund fünf Millionen Nutzer zu. Der Dienst habe in den vergangenen zwölf Monaten einen Umsatz von 27,2 Millionen Euro erzielt. Knapp die Hälfte davon komme aus Abo-Zahlungen, 24 Prozent aus In-App-Käufen und 28 Prozent seien Werbeeinnahmen.

The-Meet-Vorstandschef Geoff Cook, sagte: „Wir freuen uns sehr darüber, unsere globale Präsenz auszubauen und mit Lovoo ein rentables Wachstumsunternehmen in unser Portfolio aufzunehmen.“

Flirt-App Lovoo: Standort Dresden soll erhalten bleiben

Der Standort Dresden soll erhalten bleiben und die 97 fest angestellten Mitarbeiter werden übernommen. Das gilt auch für die Führungsriege. Braunschweig soll als General Manager künftig die Geschicke der Firma leiten, Bak bleibt noch mindestens sechs Monate an Bord.

In den vergangenen Monaten war viel über die Zukunft von Lovoo spekuliert worden, denn Betrugsvorwürfe erschütterten das Image der Firma. Im vergangenen Jahr war laut Nachrichtenagentur dpa zwölf Lovoo-Beschäftigten vorgeworfen worden, Männer mit falschen Profilen von erfundenen Frauen dazu verleitet zu haben, kostenpflichtige Leistungen der Kontaktvermittlung in Anspruch zu nehmen. Die Betrugs-Ermittlungen wurden Ende September 2016 gegen Zahlung hoher Geldauflagen eingestellt. Die Summe belief sich auf 1,2 Millionen Euro, wie die Staatsanwaltschaft Dresden damals mitteilte. Auch bei Beschäftigten und Nutzern kursierten in der Vergangenheit andere Zahlen. So gab Lovoo 2015 noch an, 150 Mitarbeiter zu haben und 36 Millionen Nutzer. Die jetzige Pflichtmitteilung der börsennotierte The Meet Group relativiert das. (mz/dpa)