Tausende neue Jobs 2019

Tausende neue Jobs 2019 in Sachsen-Anhalt: Welche Branchen die meisten neuen Stellen schaffen

Halle - Die Zahl der Erwerbslosen in Sachsen-Anhalt wird weiter stark zurückgehen. Welche Branchen die meisten neuen Stellen schaffen.

Von Steffen Höhne
Stellenanzeige hängen an einer Tafel in einem Jobcenter aus.
Stellenanzeige hängen an einer Tafel in einem Jobcenter aus. dpa

Eine sich abkühlende Konjunktur macht sich auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt noch nicht bemerkbar. Die Arbeitsagentur geht sogar davon aus, dass das Land 2019 den stärksten Rückgang an Arbeitslosen aller ostdeutschen Bundesländer verzeichnen wird. Der Chef der Landesarbeitsagentur, Kay Senius, rechnet im Schnitt mit 81.500 Arbeitslosen, das wären 7,2 Prozent weniger als 2018.

Für den Rückgang gibt es zwei wesentliche Faktoren. Zum einen gehen mehr ältere Menschen in Rente als junge auf den Arbeitsmarkt kommen. Dieser sogenannte demografische Faktor wirkt in Sachsen-Anhalt besonders stark.

Chef der Landesarbeitsagentur erwartet 7.200 neue Stellen in Sachsen-Anhalt

Zum anderen werden aber auch tausende neue Jobs geschaffen. Senius erwartet 7.200 neue Stellen und bezieht sich dabei auf Berechnungen des hausinternen Forschungsinstituts IAB. Allerdings: In den anderen ostdeutschen Ländern ist das Jobwachstum noch deutlich höher. Im Herbst 2018 meldeten hiesige Firmen knapp 20.000 freie Arbeitsplätze.

Die meisten neuen Stellen entstanden in den vergangenen Monaten im Pflege- und Sozialwesen mit rund 2.560 zusätzlichen Jobs, in der Industrie (plus 2.260) und der Logistikbranche (1.200). Einen größeren Stellenabbau gab es zuletzt bei der Zeitarbeit mit einem Minus von 2.300 Stellen, im Baugewerbe (380) und bei Banken und Versicherungen (370). Das große Minus bei der Zeitarbeit dürfte auch daran liegen, dass die Branche nicht mehr ausreichend Fachkräfte findet.

Risiken für den Arbeitsmarkt etwa durch die Folgen der Brexit-Entscheidung oder von Strafzöllen in den USA sind laut Senius „schwer einzuschätzen“. Die wirtschaftlichen Verflechtungen sachsen-anhaltinischer Unternehmen nach Großbritannien und in die USA seien nicht unerheblich. „Bei den Meldungen zur Kurzarbeit gibt es derzeit aber keinerlei Auffälligkeiten“, erklärt Senius. Probleme in der Wirtschaft werden frühzeitig durch steigende Kurzarbeitsmeldungen deutlich.

In Ostdeutschland soll im kommenden Jahr die Produktion sogar um 1,6 Prozent expandieren

Nach Angaben des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2018 ins Stocken geraten. Im Herbst sank die Produktion erstmals seit dreieinhalb Jahren. Der Rückschlag geht vor allem auf die Automobilindustrie zurück, die Zulassungsprobleme wegen neuer Abgastests hatte. Die Forscher erwarten für 2019 nur noch ein Wachstum von 1,4 Prozent - in diesem Jahr soll es den Prognosen zufolge bei 1,5 Prozent liegen.

Bemerkenswert: In Ostdeutschland soll im kommenden Jahr die Produktion sogar um 1,6 Prozent expandieren. IWH-Konjunkturchef Oliver Holtemöller begründet das mit deutlich höheren Einkommen in den neuen Ländern, die zu mehr Konsum führen.

Insgesamt entwickelte sich die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt 2018 stabil. „Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist leicht von 500 auf 490 Pleiten zurückgegangen“, sagt Martin Plath von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Halle. Größere Firmeninsolvenzen gab es in den vergangenen zwölf Monaten nicht. Dennoch stiegen einige wichtige Firmenchefs auf und andere ab. Die MZ nennt Gewinner und Verlierer. (mz)