Siemens-Chef Kaeser

Siemens-Chef Joe Kaeser: Vorfälle von Chemnitz schaden deutschem Ansehen in der Welt

Hannover - Konzernchef Joe Kaeser fürchtet auch Auswirkungen für Siemens im Wettbewerb um Fachkräfte.

02.09.2018, 17:59
Teilnehmer der Demonstration von AfD und Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung von Pro Chemnitz angeschlossen haben, ziehen durch die Stadt. 
Teilnehmer der Demonstration von AfD und Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung von Pro Chemnitz angeschlossen haben, ziehen durch die Stadt.  dpa-Zentralbild

Siemens-Chef Joe Kaeser sieht durch die Vorfälle in Chemnitz das Ansehen Deutschlands in der Welt beschädigt. „Wir exportieren in Deutschland nicht nur Produkte, sondern auch Werte. Wir tragen eine besondere Verantwortung wegen unserer Geschichte, das dürfen wir nicht vergessen“, sagte Kaeser den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland. „Vorfälle wie die in Chemnitz schaden dem deutschen Ansehen in der Welt. Da gibt es kein Vertun.“

Der Konzernchef fürchtet auch direkte Auswirkungen für Siemens im Wettbewerb um Fachkräfte. Dies sei „ein Thema, das man ernst nehmen muss“, sagte Kaeser dem RND. „Wir haben über 378.000 Kollegen weltweit und fast 130.000 in Deutschland. Alle diese Mitarbeiter müssen sich wohlfühlen, egal welcher Herkunft sie sind.“ Die Vielfalt der Mitarbeiter sei ein Teil der Stärke des Unternehmens. „Deswegen müssen wir Werte wie Offenheit und Toleranz auch in eigenem Interesse fördern.“

Rechte versammeln sich in Chemnitz

In Chemnitz war es nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen in den vergangenen Tagen mehrfach zu Demonstrationen rechter Gruppierungen wie der AfD gekommen, es gab auch Angriffe auf Ausländer. Wegen der Tötung sitzen zwei Männer aus Syrien und dem Irak in Untersuchungshaft.

Am Samstag hatten laut Polizei rund 8000 Menschen an einer Kundgebung von AfD und Pegida in Chemnitz teilgenommen, an der Gegenveranstaltung unter dem Motto „Herz statt Hetze“ rund 3000. (afp)