Millionen für Gründer

Millionen für Gründer : Erster privater Risikokapitalfonds in Ostdeutschland startet

Halle (Saale) - Ostdeutschlands erster privater Risikokapital-Fonds ist in Leipzig aus der Taufe gehoben worden. Unter dem Namen „Smart Infrastructure Ventures“ sollen deutschlandweit Gründerteams mit Geschäftsmodellen aus den Bereichen Smart City, Energie und elektronisches Gesundheitswesen unterstützt ...

Von Steffen Höhne 08.07.2019, 16:59

Ostdeutschlands erster privater Risikokapital-Fonds ist in Leipzig aus der Taufe gehoben worden. Unter dem Namen „Smart Infrastructure Ventures“ sollen deutschlandweit Gründerteams mit Geschäftsmodellen aus den Bereichen Smart City, Energie und elektronisches Gesundheitswesen unterstützt werden.

Hinter den Fonds steht nach eigenen Angaben ein Netzwerk aus Energie- und Immobilienunternehmen, Banken sowie Business Angels. Die größten Investoren sind der Leipziger Gaskonzern VNG AG und die staatliche Sächsische Aufbaubank. Erste Investments des Fonds, der über ein Volumen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich verfügt, sollen noch im Herbst 2019 getätigt werden, teilte Fonds-Initiator Eric Weber mit.

Investitionen in digitale Unternehmen

Er hat bereits die Start-up-Schmiede Spin-Lab in Leipzig gegründet, die bisher 50 Start-ups bei ihrem Aufbau unterstützt hat. Zum Führungsteam des Fonds zählen auch der ehemalige Investmentbanker Björn Bauermeister und Dirk Frohnert, zuvor Fondsmanager bei JPMorgan.

Unternehmen wie die VNG wollen ihre Geschäftsfelder erweitern. Dazu investieren sie auch in digitale Unternehmen - vorzugsweise aus der Energie-Branche. So beteiligten sich die Leipziger bereits 2017 an dem Start-up Cloud&Heat. Die Firma ist ein Anbieter cloudbasierter Rechenleistungen, deren Abwärme zum Heizen von Gebäuden und zum Erwärmen von Wasser genutzt wird. 

„Unsere Region braucht innovative Ideen, Visionen und Ziele für die digitale Wende“, sagt VNG-Finanzvorstand Bodo Rodestock. Die Start-ups aus dem Smart Infrastructure Hub würden hierfür einen elementaren Beitrag leisten.

Wie schon die Gründerschmiede Spin-Lap wird auch der neue Fonds von der Leipziger Handelshochschule (HHL) unterstützt. HHL-Rektor Stephan Stubner war den Angaben zufolge Mitgründer des Reise-Vergleichportals Trivago. Er soll im Beirat des Fonds sitzen. Seine Kontakte und die der HHL können Gründern zudem helfen, um international weitere Investoren auf eine Geschäftsidee aufmerksam zu machen. (mz)