Hengstmann-Brüder gehen neuen Weg

Hengstmann-Brüder gehen neuen Weg: Kabarett aus Magdeburg bietet Show mit Digital-Verkauf

Magdeburg - Am Freitag um 19.30 Uhr ist Premiere: Das Magdeburger Kabarett-Duo Sebastian und Tobias Hengstmann, bekannt unter dem Namen Hengstmann-Brüder, führen ihr Programm:

Von Steffen Höhne 30.04.2020, 04:00

Am Freitag um 19.30 Uhr ist Premiere: Das Magdeburger Kabarett-Duo Sebastian und Tobias Hengstmann, bekannt unter dem Namen Hengstmann-Brüder, führen ihr Programm: „ Tacheles“ auf. Darin wird es, wie kann es derzeit anders sein, auch um das Coronavirus gehen. Doch erstmalig sitzt das Publikum bei der Live-Aufführung nicht vor Ort, sondern am heimischen Computer.

Zusammen mit dem Barleber IT-Unternehmen Teleport haben die Hengstmänner eine interaktive Vorstellung im Netz entwickelt. Drei Kameras filmen die Vorführung, die dann gestreamt wird. Über kurze Textbotschaften oder Emoticons, so wie sie auch Whatsapp kennt, können die Zuschauer dann mit den Hängstmännern Kontakt aufnehmen. „Teil der Show ist, dass die Zuschauer uns Begriffe schreiben und wir improvisieren“, sagt Tobias Hengstmann der MZ. Der professionelle Online-Auftritt wird nicht für jedermann kostenlos gestreamt, sondern bezahlt.

Corona-Maßnahmen lassen Kabarett nicht zu - Aufgeben keine Option

In einem ersten Schritt werden Vorstellungen laut Teleport-Chef Marco Langhof für Unternehmen und Organisationen angeboten. Die Links zur Aufführung werden an deren Beschäftigte gesendet, die sich die Vorstellung ohne vorherige Programm-Installation anschauen können. In einer weiteren Stufe soll sich jeder Kabarett-Interessierte digitale Tickets kaufen können.

Seit dem 16. März ist das Hengstmann-Kabarett in Magdeburg wegen der Corona-Auflagen geschlossen. Auch Gastauftritte an anderen Spielstätten sind gestrichen. Selbst wenn die Corona-Maßnahmen gelockert werden, wird es für das Kabarett schwer, gleich zu öffnen. „Wir haben 76 Plätze, mit Abstandsregeln wären es 20“, beschreibt Hengstmann die Lage. „Aufgeben und den Kopf in den Sand stecken waren für uns aber zu keinem Zeitpunkt eine Option“, betont Hengstmann. Sie haben bereits Auftritte auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht, doch die Einnahmen darüber sind verschwindend gering.

Als Teleport-Chef Langhof mit der Idee der bezahlten, digitalen Shows auf sie zukam, sagten die Kabarettisten zu. Die Hengstmänner hoffen nun, dass viele Firmen und Institutionen das Angebot nutzen, um auf diesem Weg nicht nur das Magdeburger Kabarett zu unterstützen, sondern sich auch bei ihren Mitarbeitern für ihren Einsatz in Corona-Zeiten zu bedanken. (mz)

››Weitere Informationen unter: www.hengstmanns.de