Kneipe auf für Geimpfte?

Dehoga fordert sofortige Öffnung der Gastronomie

Von Steffen Höhne
Seit vielen Monaten stehen die Zapfhähne still - die Gastronomie ist geschlossen. (Foto: imago images/Kirchner-Media)

Halle (Saale) - Der Gastroverband Dehoga Sachsen-Anhalt fordert eine sofortige Öffnung der Branche für vollständig Geimpfte, negative Getestete und Corona-Genesene. „Es kann nicht angehen, dass andere Wirtschaftsbereiche wieder bevorzugt werden“, sagt Dehoga-Präsident Michael Schmidt der MZ. 190 Tage Lockdown in Gastronomie und Hotellerie seien endgültig genug.

Hintergrund des Appells ist: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat einen Verordnungsentwurf erarbeitet, der vorsieht, dass es für vollständig Geimpfte und Genesene künftig bundesweit wieder möglich sein soll, ohne vorherigen Test zum Beispiel Ladengeschäfte zu betreten, Zoos und botanische Gärten zu besuchen oder die Dienstleistungen von Friseuren und Fußpflegern in Anspruch zu nehmen. Für Geimpfte und Genesene soll die mit der Notbremse eingeführte Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr nicht mehr gelten. Die Verordnung könnte bereits am Wochenende greifen.

Gastronomie pocht auf Öffnung für Geimpfte und Genesene

Nach Schmidts Ansicht verfügen die Hotels und Gaststätten im Land über Hygiene-Konzepte, die eine Öffnung der Branche ermöglichen. „Anhand von Modellprojekten konnte dies bereits bewiesen werden“, so der Verbandschef. In einigen Kommunen im Harz war im April zeitweise die Außengastronomie geöffnet, die Kunden mussten sich vor einem Besuch testen lassen.

Bei mehr als 4.000 Tests in der Woche wurden damals etwa 30 positive Fälle festgestellt, die sonst wohl unentdeckt geblieben wären. Nach Worten Schmidts „darf nicht weiter hingenommen werden, dass Unternehmer und deren Angestellte im Unklaren bleiben“. Nach der langen Perspektivlosigkeit sei bereits zu beobachten, dass Personal in andere Branchen abwandere. Konkrete Erhebungen dazu gibt es laut dem Dehoga-Präsidenten allerdings noch nicht.

Unklar ist auch weiterhin, wie viele Unternehmen den zweiten Lockdown mit staatlichen Hilfen überstanden haben. „Das werden wir erst sehen, wenn wir wieder öffnen dürfen“, berichtet Schmidt. Viele kleinere Betriebe würden keine Insolvenz anmelden, sondern einfach den Geschäftsbetrieb einstellen. Bei den Dehoga-Mitgliedsunternehmen hätten seit Pandemiebeginn etwa 15 Prozent der Unternehmen den Betrieb eingestellt. (mz)