Aktien immer beliebter:

Was sollten Anleger dabei beachten?

Investments in Aktien werden immer beliebter - doch wie gelingt der Einstieg?
Investments in Aktien werden immer beliebter - doch wie gelingt der Einstieg? Bildquelle: @ Jason Briscoe / Unsplash.com

Das Treiben an der Börse wie der Devisenhandel oder Aktien wurden in Deutschland von Anlegern lange Zeit stiefmütterlich behandelt. Ob es am allgemeinen Sicherheitsbedürfnis liegt oder am Trauma rund um den neuen Markt – es gab verhältnismäßig geringe Investitionen in diese Assetklasse. Dies hat sich vor allem im Zuge der Coronakrise geändert, wie eine Auswertung des Deutschen Aktieninstituts herausfand. So haben mittlerweile 12,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger hierzulande Aktien, Aktienfonds oder ETFs in ihrem Portfolio. Wer in die Materie einsteigen möchte, sieht sich zunächst mit vielen Fragen konfrontiert. Doch was sollten Einsteiger wirklich beachten?

Der Zugang zu den Finanzmärkten: Ohne Broker geht es kaum

Wer heute in verschiedene Assetklassen an den Finanzmärkten investieren möchte, benötigt dafür fast zwangsläufig einen entsprechenden Broker. Dies gilt unter anderem für:

-     Aktien

-     Aktienfonds

-     ETFs

-     Devisen (Forex)

-     Zertifikate

-     CFDS

-     Kryptowährungen

Für ein gutes Depotkonto müssen Anleger dabei jedoch auf verschiedene Aspekte achten:

1.   Die Gebühren

Ein Investment in Aktien und Co. ist auch immer mit gewissen Kosten verbunden. Diese spiegeln sich in den Gebühren eines Brokers wider. Leider erheben auch heute noch einige Banken eine allgemeine Kontoführungsgebühr, die unabhängig vom Umsatz anfällt. Glücklicherweise existieren jedoch auch viele kostenfreie Angebote.

Darüber hinaus fallen zudem Transaktionsgebühren an, die sich je nach Art des Anlage-Assets unterscheiden:

-     Aktien: Die Transaktionsgebühr wird entweder als Flat Fee unabhängig vom Volumen erhoben oder als prozentualer Anteil vom Ordervolumen. Darüber hinaus gibt es auch Mischformen aus einem kleinen Fixum und einem kleinen prozentualen Anteil. Eine Besonderheit stellen die Gebühren bei eToro dar, die als Mischkalkulation konzipiert sind: Bei Aktien und ETFs werden keine Handelsgebühren erhoben, dafür allerdings bei Forex, Rohstoffen und Kryptowährungen.

-     Forex und Rohstoffe: Hier lebt der Broker von unterschiedlich Kauf- und Verkaufskursen. Dieser Unterschied nennt sich Spread.

-     Kryptowährungen: Bei Kryptowährungen wird auch mit einem Spread gearbeitet. Dieser liegt allerdings nicht bei Pips (minimale Unterschiede), sondern im prozentualen Bereich.

-     Fonds: Viele Fonds sind mit einem Ausgabeaufschlag versehen, der zunächst die effektive Rendite schmälert. Viele Broker bieten jedoch nicht selten eine ganze Reihe von Fonds an, bei denen sie auf den Ausgabeaufschlag verzichten.

2.   Handelsmöglichkeiten

Zu diesem Punkt gehört vor allem die Auswahl an möglichen Assets:

-     Werden nur die bekanntesten Aktien geboten oder ist die Auswahl größer?

-     Lassen sich auch Aktienfonds und ETFs handeln?

-     Wie sieht es in Bezug auf Devisen, Rohstoffe und Zertifikate aus?

-     Können auch Kryptowährungen gehandelt werden?

Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, welche Handelsplätze zugänglich sind. gerade sehr günstige Broker haben spezielle Vereinbarungen mit einzelnen Handelsplätzen getroffen. Wer also Zugang zu den bekannten Handelsplätzen (z.B.  XETRA, Frankfurter Börse, London) möchte, sollte dies bei der Wahl des Depotkontos beachten.

3.   Handelsoberfläche

Die Handelsoberfläche eines Brokers sollte intuitiv zu bedienen sein, so dass sich alle Funktion schnell finden lassen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Charttechnik alle gängigen Indikatoren bietet. Außerdem gehören heute auch einige Orderzusätze zum Standard, mit dem sich das Trading am Ende deutlich vereinfachen lässt.

Neben diesen Aspekten existieren noch einige Kriterien, die bei der Depotauswahl interessant sein können:

-     Kostenfreies Demokonto (zum Ausprobieren eigener Strategien)

-     Infomaterial für Einsteiger (Erklärvideos und eine Wissensdatenbank)

-     Service (Erreichbarkeit und Service-Kanäle wie Telefon, E-Mail und Instant Chat)

Eigene Anlageziele definieren

Wer für sich die Entscheidung getroffen hat, in die gängigen Finanzmärkte zu investieren, sollte danach seine eigenen Anlageziele definieren. Dabei sind vor allem folgende Fragen wichtig:

-     Soll möglichst viel Vermögen generiert werden oder ein zusätzliches Einkommen?

-     Wie groß ist der Zeithorizont?

-     Welches Risiko ist gerade noch vertretbar?

-     Zu welchem Zweck wird investiert?

Ist diese Frage beantwortet, wird damit auch schon grob eine Strategie festgelegt. Soll zum Beispiel ein Nebeneinkommen generiert werden, spielen Auszahlungen von Dividenden eine wichtige Rolle. Geht es hingegen um Vermögenszuwachs, setzen Anleger lieber auf thesaurierende Fonds oder legen die Dividenden bei Einzelaktien selbst wieder an, indem sie weitere Wertpapiere erwerben.

Auch der Zeithorizont spielt eine wichtige Rolle. Hierbei gilt: Je langfristiger das Investment, desto mehr Möglichkeiten stehen zur Verfügung. Aktienkurse können kurzfristig schwanken. Langfristig betrachtet werden solche Schwankungen bei gesunden Unternehmern jedoch ausgeglichen und der Kurs zeigt grundsätzlich nach oben. Kurzfristige Investments sollten deshalb immer einen Teil planbare Rendite aufweisen, die sich zum Beispiel durch Anleihen erreichen lässt.

Strategie definieren: Die Möglichkeiten sind vielfältig

Zu guter Letzt wird noch eine Anlagestrategie definiert, die sich aus den Anlagezielen ergibt. Zunächst sollte allerdings die Frage beantwortet werden, wie stark sich Anleger mit der Thematik beschäftigt möchten. Wer keine Zeit oder Energie hat, sich intensiv mit den Börsenzusammenhängen auseinanderzusetzen, sollte die einfachste Variante wählen:

-     Hauptanlage in ETFs

-     Tagesgeld für die Notreserve

Der große Vorteil von ETFs liegt darin, dass sie jeweils auf der Wertentwicklung eines Indizes basieren. Wer beispielsweise in einen DAX-ETF investiert, steckt sein Kapital indirekt in alle Unternehmen im DAX. Im Regelfall basiert am Ende auch die Rendite auf der Performance des DAX. Die Wahl eines sehr breitgefächerten ETFS (z.B. MSCI World) streut das Risiko und sorgt je nach Lage am Aktienmarkt trotzdem für sehr attraktive Renditen. Im Gegenzug lässt sich der Markt renditetechnisch allerdings auch nicht schlagen.

Wer lieber in einzelne Titel investieren möchte, muss sich überlegen, ob er auf langfristige Rendite setzt oder eher durch Trading kurzzeitige Kursunterschiede ausnutzen möchte. Im ersten Fall ist Basiswissen in der Fundamental-Analyse unabdingbar, wohingegen Trader vor allem Charttechnik und technische Analyse beherrschen sollten.

Die Zahl der verschiedenen Aktienstrategien ist mittlerweile sehr groß und alle setzen auf unterschiedliche Schwerpunkte. Hier einige gängige Beispiele:

-     Trendfolgestrategien (Aktien kaufen, deren Kurs gerade steigt à technisch)

-     Value-Strategie (Aktien von Unternehmen mit einem hohen inneren Wert kaufen à fundamental)

-     Buy & Hold (Aktien von soliden Unternehmen kaufen und lange im Depot halten à fundamental)

Abbildung 2: Die Handelsoberfläche sollte heute auch eine App bieten und so mobil gut bedienbar sein. Bildquelle: @ Jamie Street / Unsplash.com

Die Handelsoberfläche sollte heute auch eine App bieten und so mobil gut bedienbar sein
Die Handelsoberfläche sollte heute auch eine App bieten und so mobil gut bedienbar sein Bildquelle: @ Jamie Street / Unsplash.com

Der Aktienmarkt lockt mit attraktiven Möglichkeiten

Wer heute Geld anlegen möchte, kann sich kaum noch auf planbare Zinseinlagen wie Tagesgeld oder das Sparbuch verlassen. Die dortigen Renditen gleichen oft nicht einmal die Inflation aus. Aus diesem Grund rücken Aktien mehr und mehr in den Fokus vieler Menschen. Für einen Einstieg benötigen Anleger zum einen ein gutes Depot und zum anderen entsprechende Zielsetzungen sowie Basiswissen. Alternativ besteht die Möglichkeit, über das eigene Depot auf ETFs zu setzen und sich somit eher „passiv“ zu beteiligen.