Beitrag fürs Klima

Umweltministerium will Moore stärker schützen

Sie gelten als wichtige Kohlenstoffspeicher - doch Moore werden in Deutschland vielfach entwässert und ausgetrocknet. Nun will das Umweltministerium gegensteuern - auch mit neuen Anreizen.

Von dpa
Ein vom Regen überschwemmter Waldweg im Degermoos. Das Moor im Allgäu an der Grenze von Baden-Württemberg und Bayern wurde über Jahrzehnte immer weiter ausgetrocknet.
Ein vom Regen überschwemmter Waldweg im Degermoos. Das Moor im Allgäu an der Grenze von Baden-Württemberg und Bayern wurde über Jahrzehnte immer weiter ausgetrocknet. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Berlin - Das Bundesumweltministerium hat erstmals eine nationale Strategie vorgestellt, um Moore in Deutschland besser zu schützen und wiederherzustellen.

Im Fokus steht dabei die nachhaltige Bewirtschaftung, um ihren Beitrag zum Klimaschutz sicherzustellen. „Moore in Deutschland sind in einem erbärmlichen Zustand“, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Mittwoch. Aktuell seien 90 Prozent von ihnen „degradiert und entwässert“. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Land- und Forstwirtschaft. Es brauche eine andere Art der Bewirtschaftung, für die auch finanzielle Anreize nötig seien. Im Bundeshaushalt stünden dafür neben anderen Förderprogrammen 100 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Flasbarth.

Moore sind als Kohlenstoffspeicher entscheidend für das Entweichen von Treibhausgasen und damit auch für den Klimaschutz. In Deutschland stammten im Jahr 2019 6,7 Prozent der Treibhausgasemissionen aus der Zersetzung von Moorböden. Das novellierte Bundesklimaschutzgesetz verankert erstmals explizit den Beitrag von Wäldern und Mooren zum Klimaschutz. Es sieht auch vor, diese Landschaften in den kommenden Jahren für diese Aufgabe fit zu machen.

Flasbarth zufolge bedarf es zur Umsetzung der Moorstrategie einer engen Abstimmung mit den Ländern. Das gelte auch für eine mögliche Förderung von Moorböden über die Agrarfördermittel der EU. Dazu soll es demnächst eine Bund-Länder-Zielvereinbarung geben. Diese soll auch festlegen, dass über den Schutz von Mooren bis 2030 fünf Millionen Tonnen CO2 eingespart werden sollen.

Flasbarth räumte ein, es sei nicht möglich gewesen, die Strategie ins Kabinett zu bringen und so zu einer verbindlichen Strategie der Bundesregierung zu machen. Das Landwirtschaftsministerium habe seine Zustimmung verweigert. Ministerin Julia Klöckner (CDU) hatte bereits Ablehnung signalisiert. „Solche Ideen, wie sie die SPD hat, die die Landwirte beim Moorboden durch die Hintertür um ihr Land bringen und enteignen will, wird es mit der Union nicht geben“, sagte die CDU-Politikerin dem Portal „t-online“. Flasbarth bezeichnete ihre Aussagen als „Unsinn“, der jeder Grundlage entbehre.