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Umstrittene Antibiotika-Regeln für Tiere - Entscheidung im EU-Parlament erwartet

Nach wochenlangen hitzigen Debatten um neue Regeln für die Antibiotika-Vergabe an Tiere soll am Donnerstag eine mit Spannung erwartete Entscheidung im EU-Parlament fallen. Dann wird bekanntgegeben, ob ein umstrittenes Veto des Umweltausschusses angenommen wurde. Falls ja, würde die EU-Kommission aufgefordert, fünf besonders wirksame Antibiotikagruppen künftig hauptsächlich Menschen vorzubehalten.

Nach wochenlangen Debatten um neue Regeln für die Antibiotika-Vergabe an Tiere soll eine Entscheidung im EU-Parlament fallen.
Nach wochenlangen Debatten um neue Regeln für die Antibiotika-Vergabe an Tiere soll eine Entscheidung im EU-Parlament fallen. Foto: dpa/zB/Symbol/Jan Woitas

Brüssel/dpa - Hintergrund ist, dass in der Tiermast bislang massenhaft Antibiotika an Tiere gehen - auch an solche, die gar nicht krank sind. Das erhöht die Gefahr von Resistenzbildungen: Dabei setzen sich Erreger-Subtypen durch, denen das Medikament nichts mehr anhaben kann. Laut EU-Kommission sterben jedes Jahr in der EU 33 000 Menschen, weil Antibiotika bei ihnen nicht mehr wirken.

Der Verband praktizierender Tierärzte sieht durch das mögliche Veto eine Gefahr für Tiere und hat eine Unterschriftenkampagne dagegen gestartet. Hunde, Katzen und andere Tiere könnten künftig möglicherweise nicht mehr adäquat behandelt werden, bemängelt er. Der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling weist die Vorwürfe als «Fake-News-Kampagne» zurück.