Nach Silvester-Tweet

„Nafri“-Tweet in Kölner Silvesternacht: Polizeipräsident Jürgen Mathies bedauert Wortwahl

Köln - Er finde den Begriff in einem Tweet sehr „unglücklich“ verwendet, so Jürgen Mathies. Die Polizei war in der Silvesternacht mit einem Großaufgebot am Kölner Hauptbahnhof im Einsatz, wo sich viele junge Männer nordafrikanischer Herkunft versammelten.

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies
Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies dpa

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies hat die Verwendung der Bezeichnung „Nafris“ für Nordafrikaner in einem Tweet der Polizei bedauert. „Den Begriff finde ich sehr unglücklich verwendet hier in der Situation“, sagte Mathies am Montag im WDR. „Das bedauere ich außerordentlich.“ Die Bezeichnung werde als „Arbeitsbegriff“ innerhalb der Polizei verwendet.

Die Kölner Polizei hatte am Silvesterabend via Twitter mitgeteilt: „Am HBF werden derzeit mehrere Hundert Nafris überprüft. Infos folgen.“ Dafür war sie kritisiert worden.

Mathies verteidigte zugleich das Vorgehen der Polizei, die Gruppen zu überprüfen. Die Bundespolizei habe zuvor schon aus den Zügen gemeldet, dass „hochaggressive“ Gruppen nach Köln unterwegs seien. Die Polizei habe dann das Gruppenverhalten und auch das Verhalten einzelner Personen beobachtet und davon ausgehend kontrolliert.

„Es ist nun mal so, dass gerade auch aus den Erfahrungen der vergangenen Silvesternacht, aus Erfahrungen, die wir durch Razzien insgesamt auch gewonnen haben, hier ein klarer Eindruck entstanden ist, welche Personen zu überprüfen sind“, sagte Mathies. „Es waren keine grauhaarigen älteren Männer oder blondhaarigen jungen Frauen.“

In einer solchen Situation, in der Tausende Menschen gleichzeitig am Hauptbahnhof einträfen, müsse die Polizei zwingend sofort Entscheidungen treffen. (dpa)