#imzugpassiert

#imzugpassiert: Rückzugsräume für Frauen in Zügen sind kein Muss-Angebot

Berlin - Damit hat die Mitteldeutschen Regiobahn  (MRB) vermutlich nicht gerechnet. Dass sie durch ihre Ankündigung, künftig Abteile nur für Frauen einzurichten, eine neue Aufschrei-Debatte entfacht.  Zur Erinnerung:  Unter dem  Hashtag „Aufschrei“  twitterten im Jahr 2013 Frauen über ihre Erfahrungen mit Alltagssexismus. An diesem Wochenende berichteten Betroffene nun unter dem Hashtag „ImZugpassiert“ über ihre Erfahrungen mit Sexismus und sexueller Belästigung in der ...

Von Melanie Reinsch
Viele Frauen berichten in den sozialen Medien unter dem Hastag #imzugpassiert über sexuelle Belästigung in Zügen.
Viele Frauen berichten in den sozialen Medien unter dem Hastag #imzugpassiert über sexuelle Belästigung in Zügen. dpa

Damit hat die Mitteldeutschen Regiobahn  (MRB) vermutlich nicht gerechnet. Dass sie durch ihre Ankündigung, künftig Abteile nur für Frauen einzurichten, eine neue Aufschrei-Debatte entfacht.  Zur Erinnerung:  Unter dem  Hashtag „Aufschrei“  twitterten im Jahr 2013 Frauen über ihre Erfahrungen mit Alltagssexismus. An diesem Wochenende berichteten Betroffene nun unter dem Hashtag „ImZugpassiert“ über ihre Erfahrungen mit Sexismus und sexueller Belästigung in der Bahn.

Scrollt man durch die 140-Zeichen-Tweets, fällt auf, dass sich die Beiträge auch in zwei Lager spalten: In Ablehner und Befürworter dieser Idee der Bahn. Die Frage ist, stärkt es das Sicherheitsgefühl der Frauen oder schafft es erst recht Verunsicherung, wenn die Bahn extra Räume nur für Frauen anbietet?

Rückzugsräume für Frauen sind ein positiver Vorstoß

Die Antwort ist: Weder noch.  Sexismus und sexuelle Belästigung sind Alltag in Deutschland. Das hat Köln, und das hat uns die Aufschrei-Diskussion auf schockierende Art und Weise vor Augen geführt.  Und das zeigt nun auch der Hashtag „ImZugpassiert“. Inwieweit sich eine Frau bedroht und verunsichert fühlt, kann jede Frau für sich allein entscheiden. Denn das Gefühl, Gefahr zu verspüren,  ist für jeden subjektiv. Es gründet eben auch  auf Erfahrungen, die jede –und jeder – zuvor gemacht hat.

Es ist daher ein begrüßenswerter Vorstoß, eine Art Rückzugsraum für Frauen und auch Kinder anzubieten, vor allem nach den Ereignissen in  Köln und besonders, wenn man bei Twitter liest, wie alltäglich Frauen in der Bahn belästigt werden.

Mit „Geschlechtertrennung“ hat das nichts zu tun. Es ist eine Kann- und kein Muss-Idee. Eine Option, die auch auf andere Strecken ausweitet werden könnte  – vor allem in ländlichen Regionen, wo Frauen abends  oft alleine im Zug sitzen und wenige Mitreisende haben, die sie um Hilfe bitten könnten.

Und die Idee ist ohnehin so neu nicht: In Parkhäusern gibt es schon lange sogenannte Frauenparkplätze.