"Nehmt den Wessis das Kommando"

Haseloff stichelte gegen Niedersachsen Ramelow

Von Jan Schumann

Magdeburg - Der in Niedersachsen geborene Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow (Linke), ist wegen eines umstrittenen „Wessi“-Wahlplakats seiner Parteifreunde von seinem Amtskollegen Reiner Haseloff (CDU) aufs Korn genommen worden. Anlass war der Linken-Slogan „Nehmt den Wessis das Kommando“ zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Juni – in Reaktion darauf habe Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff Ramelow eine Nachricht geschrieben: „Ich solle doch die Aufforderung meiner Genossen ernstnehmen“, hieß es in Haseloffs Text, erzählte Ramelow am Mittwochabend auf einer Wahlkampfveranstaltung in Halle.

Er habe die Diskussion nicht weiter vertieft, sagte Ramelow über die eher scherzhafte Auseinandersetzung der Regierungschefs.

Zuvor hatten Kritiker das „Wessi“-Plakat als ausgrenzend bezeichnet. Spitzenkandidatin Eva von Angern nannte es hingegen einen Volltreffer: „Die Führungspositionen im Osten sind drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung immer noch dominant von Westdeutschen belegt.“ Das Thema haben „einen Nerv getroffen“.

Am Mittwoch bekräftigte von Angern in Halle: „Wir haben kein Plakat veröffentlicht, auf dem es heißt: Wessis raus!“ Sie betonte aber zugleich, dass es weiterhin ungleiche Entwicklungsmöglichkeiten in Ost und West gebe. „Im Jahr 2021 kommen junge Menschen, die nach der Wende geboren sind, auf mich zu und spüren, dass sie als Ostdeutsche schlechtere Chancen haben.“ Laut Linkspartei soll das „Wessi“-Plakat nicht auf den Straßen aufgehängt werden. (mz)