Corona-Pandemie

Diskussion über Strafen für Impfschwänzer

Wie umgehen mit Menschen, die einen Impftermin buchen, ihn dann aber nicht wahrnehmen? SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach fordert eine Strafe. Unterstützung erhält er fraktionsübergreifend.

Von dpa
Menschen warten im Corona-Impfzentrum auf dem Messegelände auf ihre Impfung. Mehrere Politiker fordern eine Impfterminschwänzer-Abgabe
Menschen warten im Corona-Impfzentrum auf dem Messegelände auf ihre Impfung. Mehrere Politiker fordern eine Impfterminschwänzer-Abgabe Michael Kappeler/dpa

Berlin (dpa) - Vertreter von SPD und Union haben sich Forderungen angeschlossen nach Strafzahlungen für Menschen, die Impftermine nicht wahrnehmen.

„Es wäre richtig, wenn es eine Strafe gäbe für diejenigen, die nicht einmal ihren Termin absagen“, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der „Bild am Sonntag“. „Denn diese Terminausfälle führen dazu, dass wir langsamer impfen, als wir könnten, und dass wir Impfstoff wegwerfen müssen.“ Lauterbach betonte, er sei selbst Impfarzt im Impfzentrum Leverkusen und kenne das Problem der ausgefallenen Termine. In den ARD-„Tagesthemen“ fügte er hinzu, es handele sich nicht um ein Kavaliersdelikt.

Ähnliche Forderungen auch aus der Union

Unions-Fraktionsvize Thorsten Frei (CDU) sagte, Impftermine verfallen zu lassen, sei nicht nur rücksichtslos, sondern ein Schlag ins Gesicht all derer, die derzeit noch auf den knappen Impfstoff warten. „Wer nur zu bequem ist, zum Hörer zu greifen oder mit wenigen Klicks einen Termin abzusagen, sollte für die angefallenen Ausfallkosten aufkommen müssen.“

Der Präsident des Berliner Roten Kreuzes (DRK), Mario Czaja, hatte die Debatte angestoßen und Bußgelder von 25 bis 30 Euro vorgeschlagen. Seinen Angaben zufolge werden in Berliner Impfzentren inzwischen fünf bis zehn Prozent der Termine nicht wahrgenommen. Ein DRK-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, Spritzen würden aber nicht weggeworfen, da sie immer erst aufgezogen würden, wenn die Menschen zum Termin erschienen.